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01.08.2011

13:14 Uhr

Ferrán Adria

Der Spitzengastronom legt den Kochlöffel nieder

VonAnne Grüttner

Nach über zwanzig Jahren servierte der Spitzenkoch im „El Bulli“ nun den letzten Gang. Doch die Wirkungsstätte des früheren Tellerwäschers wird seine Tore nicht für immer geschlossen halten.

Star-Gastronom und Molekularkoch Ferrán Adria. Quelle: Reuters

Star-Gastronom und Molekularkoch Ferrán Adria.

MadridSpaniens Star-Gastronom und bekanntester Vertreter der Molekularküche Ferrán Adria braucht eine Verschnaufpause – verständlich nach mehr als 20 Jahren harter Arbeit im „El Bulli“. Am Samstag feierte das kleine, sehr feine Restaurant an der Costa Brava in Anwesenheit zahlreicher Spitzenköche seinen Abschied. In zwei Jahren wird es als eine Art Experimentierstube für Köche wiedereröffnet. Ferrán Adria will dort mit ehemaligen „El Bulli“-Mitarbeitern und bis zu 25 Stipendiaten neue kulinarische Mixturen entwickeln.

„El Bulli“, benannt nach der Bulldogge „Bulli“ des deutschen Restaurantgründers, ist seit 1983 wichtigste Wirkungsstätte des damals erst 21- jährigen Adria. Der Sohn eines Malermeisters hatte sich zuvor als Tellerwäscher und Hilfskoch in Barcelona durchgeschlagen. Während seines Militärdienstes auf dem Marinestützpunkt in Cartagena machte er als Mitglied der Küchencrew des Flottenadmirals auf sich aufmerksam und bekam eine Empfehlung für „El Bulli“, das damals schon zwei Michelin-Sterne trug.

Über die Jahre wurde der heute 49-Jährige mit dem leichten Stottern zum gefeierten Molekularkoch. Kunstwerke wie Tagliatelle aus Mangostreifen oder Parmesankristalle bescherten dem Katalanen sogar eine Einladung der Kasseler Documenta.

Etwa fünf Stunden dauerte ein Mahl im „El Bulli“, wo täglich 40 Köche plus 30 weitere Mitarbeiter für nur 50 Gäste ein immer neues 35-Gänge-Menü kreierten. Die Chance, einen Tisch zu ergattern, ähnelte einem Sechser im Lotto.


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