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28.02.2006

07:00 Uhr

Ferrovial-Präsident del Pino

Ferrovial: Diskret an die Weltspitze

VonStefanie Müller

Pafael del Pino ist Chef des spanischen Baukonzerns Ferrovial – ein Umstand, der nicht unbedingt zu größerer Bekanntheit führt. Doch er schaffte es mit den klassischen Tugenden ganz nach oben in seinem Heimatland und will nun noch höher hinaus.

MADRID. Der Mann ist Spanier, aber einer von der ruhigen Sorte. Er gestikuliert nicht wild herum, wird nie laut, tritt bescheiden, fast schüchtern auf – obwohl der 48-Jährige einer der renommiertesten spanischen Unternehmer und seine Familie eine der reichsten des Landes ist. Überheblichkeit ist für ihn ein Fremdwort. „Letztendlich ist unternehmerischer Erfolg die harte Arbeit von vielen Menschen“, pflegt Pafael del Pino zu sagen, und es klingt bei dem Chef des spanischen Baukonzerns Ferrovial ganz und gar nicht wie eine Floskel.

Ähnlich würde wohl auch sein Kommentar zu den Jahreszahlen 2005 ausfallen, die das Unternehmen gestern präsentierte. Ferrovial erwirtschaftete einen Gewinn von 416 Millionen Euro. Das ist im Jahresvergleich ein Plus von mehr als 40 Prozent, wenn man einmalige Vermögensverkäufe herausrechnet, die 2004 anfielen.

Branchenexperten sind sich einig, dass es vor allem del Pino zu verdanken ist, dass der mehrheitlich im Familienbesitz befindliche spanische Baukonzern heute einer der rentabelsten der Welt ist und einer der größten im Management von Autobahnen und Flughäfen. „Seit del Pino von seinem Vater vor sechs Jahren das Amt des Präsidenten übernommen hat, vergeht kein Monat, in dem er nicht irgendwo auf dem Globus einen Wettbewerber aufkauft“, sagt Manuel Romera, Finanzexperte bei der Madrider Business-Schule Instituto de Empresa.

Sein Augenmerk hat der gelernte Ingenieur del Pino derzeit auf die angelsächsischen Märkte gelegt. 2005 verstärkte er seine US-Präsenz mit dem Kauf des Infrastrukturunternehmens Webber. Jetzt greift er nach BAA, dem weltweit größten Flughafenbetreiber. In den nächsten Tagen wird ein offizielles Kaufangebot von ihm erwartet. Mittlerweile macht Ferrovial die Hälfte seines Umsatzes im Ausland. Vor zwei Jahren erwarb del Pino den britischen Infrastrukturdienstleister Amey, im August 2005 den Flughafengepäckbearbeiter Swissport.

Der Konzernchef engagiert sich auch für die von Uno-Generalsekretär Kofi Annan ins Leben gerufene Initiative „Global Compact“, bei der Firmen in die Entwicklungshilfe eingebunden werden sollen. Interviews gibt der elegante Unternehmer mit den maßgeschneiderten Anzügen trotz dieser Aktivitäten nicht. „Die Medien machen mir Angst“, sagt del Pino. Andere drücken es so aus: „Er mag keine Show, er ist diskret“, sagt Jaoquin Garralda, Chef der Global-Compact-Initiative in Spanien.

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