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22.03.2006

12:00 Uhr

Finanzchef Neubürger geht überraschend

Bei Siemens kommt es „Knall auf Fall“

Überraschung in München: Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger verlässt den Technologiekonzern Siemens. Ein Nachfolger für den 53-Jährigen, der vor der Berufung von Vorstandschef Klaus Kleinfeld als möglicher von-Pierer-Nachfolger gehandelt worden war, ist bereits gefunden.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld baut die Konzernspitze um. Foto: ap

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld baut die Konzernspitze um. Foto: ap

HB MÜNCHEN. Der Aufsichtsrat werde den derzeitigen Strategiechef Joe Kaeser zum neuen Finanzvorstand berufen, der Neubürger bereits am 1. Mai 2006 ablösen soll, teilte Siemens am Mittwoch mit. Der 53-Jährige Neubürger verlasse das Unternehmen auf eigenen Wunsch wegen persönlicher Entscheidungen, sagte ein Sprecher. Er werde allerdings weiterhin als Berater zur Verfügung stehen, hieß es. Neubürger werde seinen Vorstandsvertrag, der bis Ende September 2007 läuft, nicht verlängern, hieß es. Der langjährige Investmentbanker und renommierte Finanzfachmann Neubürger war seit 1998 für die Zahlen des Konzerns verantwortlich.

Neubürger galt vor der Berufung von Klaus Kleinfeld lange als potenzieller Nachfolger von Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer. Er sei an den Finanzmärkten „hoch geachtet“ gewesen, sagte Falk Reimann von der Landesbank Baden-Württemberg. Die Börse werde die Nachricht vermutlich negativ aufnehmen, erklärte der Branchenexperte. Die Siemens-Aktie verlor bis zum Mittag dann auch 0,3 Prozent auf 75,99 Euro.

Sein Nachfolger Kaeser ist seit 1980 bei Siemens. Der 48-Jährige hat das Performance-Controlling des Konzern mit aufgebaut und war auch schon beim früheren Bereich IC Mobile Finanzchef. Das Handygeschäft haben die Münchener im vergangenen Jahr an die taiwanesische BenQ verkauft.

Montes kommt zu Com

Ein Stühlerücken gibt es auch auf anderen Spitzenpositionen des Konzerns. Gleichzeitig mit Kaeser übernehme der Spanier Eduardo Montes den Vorsitz des Bereichsvorstands Communications. Er trete bei Com an die Stelle von Thomas Ganswindt, der sich wieder auf seine Funktion als Mitglied des Zentralvorstands konzentrieren werde. Die Sorgensparte Com wird derzeit umgebaut. Bis 2007 soll der schlingernde Bereich die von Kleinfeld gesteckten Renditeziele erwirtschaften - zuletzt war er noch weit davon entfernt. Die Zukunft des Geschäfts im Konzern ist ungewiss, in letzter Zeit kamen immer wieder Spekulationen über den Verkauf von Teilbereichen auf. Erst am Dienstag kündigte der Konzern an, einen Teil seiner Entwicklung im Festnetzbereich an die finnische TietoEnator abzugeben.

Auch Weyrich verabschiedet sich

Hermann Requardt werde zum 1. Oktober 2006 Leiter der Corporate Technology und damit Claus Weyrich nachfolgen. Der 63-jährige Weyrich verabschiede sich im September in den Ruhestand. Der Bereich werde nun erstmals auf der Ebene des Zentralvorstands angesiedelt, sagte ein Sprecher. Damit wolle Konzernchef Klaus Kleinfeld die Bedeutung der Innovationen für den Konzern unterstreichen, erklärte der Sprecher.

Nicht mehr verlängert wird auch der Vertrag von Zentralvorstand Edward Krubasik (62).

Alle neu berufenen Vorstände verfügten über langjährige internationale Erfahrung, betonte der Siemens-Sprecher. Im Durchschnitt hätten die neuen Vorstände rund sieben Jahre im Ausland verbracht und mehrere Bereiche des Industriekonzerns durchlaufen. Siemens wolle sich verstärkt als globaler Konzern auch im Top-Management aufstellen.

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