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09.12.2015

15:59 Uhr

Finanzchefs im Blick

Was zur Hölle treibt den CFO?

VonCarina Kontio

Sie sind die Top-Verdiener in Deutschlands Konzernen. Doch den Finanzchefs bleibt laut einer Studie kaum Zeit für wichtige strategische Aufgaben. Statt dessen sind die Zahlenexperten mit ganz anderen Dingen beschäftigt.

Die Finanzchefs müssen viel ackern. Sie sind längst keine spröden Erbsenzähler mehr. Getty Images

CFOs sind wichtige Experten im Unternehmen

Die Finanzchefs müssen viel ackern. Sie sind längst keine spröden Erbsenzähler mehr.

DüsseldorfDie Anforderungen für Finanzchefs, kurz auch CFOs genannt, sind sehr hoch. Auf dem Arbeitsmarkt sind die Zahlenexperten sehr begehrt. Sie haben meist schon eine steile Karriere hinter sich, bevor sie an der Spitze des Finanzressorts sehr viel Verantwortung übernehmen dürfen. Heißt: Die CFOs, noch immer eine Männerdomäne, müssen richtig viel ackern. Sie sind längst keine spröden Erbsenzähler mehr. Heutzutage sind ihre Abteilungen nämlich immer öfter auch dafür verantwortlich, die Geschäfts- und Finanzstrategie voranzutreiben.

Was in Firmen alles schief läuft

Warten auf die IT-Jungs

„Der Arbeitsplatz einer Kollegin war für ihre neue Aufgabe ungeeignet: Sie musste abwechselnd auf den Tisch und dann 45° nach oben schauen. Dort war ihr Monitor im Regal untergebracht. Also standen alle ratlos ums Regal herum und beklagten sich, dass die IT-Jungs, die für solche Umbauten eigentlich zuständig sind, nicht endlich kommen, um den Monitor umzubauen. Während alle anderen rumstanden und klagten, haben ein Kollege und ich einfach den Monitor aus dem Regal genommen und auf den Tisch gestellt. War deutlich besser als auf die IT-Jungs zu warten. Seltsam, dass sonst keiner auf die Idee kam …“

(Quelle: Klaus Schuster, „Wenn Manager Mist bauen“ )

Mach einfach!

„Das Blöde an ›Mach einfach!‹ ist: Seit alle wissen, dass unsere Abteilung´ einfach mal macht, lösen wir auch die Probleme aller anderen Abteilungen, die gerne jede Verantwortung von sich schieben und sich nur noch Routineaufträge zutrauen.“

Entscheidungen treffen

„Leider trauen sich nur sehr wenige Manager, Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen haben den kleinen Haken, dass sie eventuell falsch sein könnten, weshalb viele leider die falsche Entscheidung treffen – nämlich keine.“

Reportings ohne Ende

„Ich kenne Vertriebsorganisationen, bei denen die Account Manager vier Tage die Woche Reports verfassen und folgerichtig nur einen Tag die Woche beim Kunden sind. Desaströs.“

Die geliebte Routine

„Es besteht ein Hang dazu, sich in Routine zu vergraben, um keine unangenehmen Entscheidungen fällen zu müssen.“

Verhalt dich mal ruhig!

„Ich glaube, dass Action Management bei uns nur so lange funktioniert, wie das Unternehmen in Notlage ist. Der Satz ›Verhalt dich mal ruhig!‹ fällt bereits, sobald wir irgendwie eine schwarze Null schreiben.“

Erfolge machen einsam

„Action Management funktioniert bei uns nicht, weil Action Manager Erfolg haben und jeder Erfolg bei uns die Neider auf den Plan ruft. Sie fürchten, dass jeder merkt, dass sie keine solchen Erfolge vorweisen können. Erfolge machen einsam.“

Bloß keine Action

„Action Manager sind oft erfolgreich, aber meist nicht beliebt, weil die anderen sich dann auch schneller bewegen müssen. Schwache Chefs finden den Action Manager auch eher unbequem …“

Weniger Anerkennung

„Action Manager ernten bei uns meist weniger Anerkennung als diejenigen, die sich mehr aufs Schwafeln konzentrieren.“

Sie haben auch ein Beispiel?

Dann schreiben Sie mir: c.groh@vhb.de

Aber bleibt ihnen im Arbeitsalltag auch dafür die Zeit? Damit beschäftigt sich die Studie des Personaldienstleisters Robert Half, der 200 Finanzchefs danach gefragt hat, wie sie in der Woche ihre Arbeitszeit verbringen.

Das Ergebnis: Mit der bedeutenden Aufgabe Unternehmensstrategie beschäftigen sich deutsche CFOs lediglich 5,2 Stunden (13 Prozent) pro Woche. Dabei, so merken die Personalexperten an, sollten Firmen gerade wegen der zunehmenden Internationalisierung der Geschäftswelt ein besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung ihrer Strategie legen – nicht zuletzt, um wettbewerbsfähig bleiben zu können.

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