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14.12.2011

09:42 Uhr

Finanzexperten

Wie Banker auf neue Jobs spekulieren

VonDavid Meiländer

Etliche Kreditinstitute verkleinern ihre Investmentabteilungen, viele Finanzexperten werden wohl auf Stellensuche gehen. Ihre Expertise ist in vielen Branchen gefragt. Vor allem die Autobanken suchen solche Experten.

Entlassener Mitarbeiter von Lehman Brothers. Im September 2008 mussten viele Banker ihren Schreibtisch räumen. Reuters

Entlassener Mitarbeiter von Lehman Brothers. Im September 2008 mussten viele Banker ihren Schreibtisch räumen.

KölnViele Bankangestellte müssen um ihren Job fürchten. Gerade hat die Citigroup bekanntgegeben, länderübergreifend 4500 Arbeitsplätze zu streichen. Auch andere Geldinstitute haben vor, in hohem Umfang Stellen abzubauen. Die Zahl der Beschäftigten in den Banken soll in den nächsten Jahren insgesamt weltweit um 120.000 sinken.

Vor allem den Bereich Investment-Banking verkleinern die Institute. Es ist noch nicht lange her, da waren die Investmentbanker die Stars der Finanzbranche. Sie ließen die Gewinne ihrer Arbeitgeber sprudeln. Sie erzielten traumhafte Renditen, gingen aber auch hohe Risiken ein. Der drohende Kollaps des Finanzssystems allerdings stoppte den Höhenflug. „Die große Zeit des Investment-Bankings ist erst einmal vorbei. Wir erleben nicht nur eine Konjunkturkrise, sondern auch einen Strukturwandel“, sagt Stephan Füchtner, geschäftsführender Gesellschafter der Personalberatung Gemini. „Wer noch nicht zu lange dabei ist, sollte sich langfristig überlegen umzusatteln.“ Die Chancen für einen erfolgreichen Wechsel stehen gut. Denn Fachleute mit Erfahrungen an den Finanzmärkten sind in vielen Branchen gefragt.

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„Die Banken ziehen nun die Konsequenzen und streben stärker realwirtschaftsnahes Geschäft an“, sagt Headhunter Füchtner. In vielen Kreditinstituten folgt nun eine Rückbesinnung auf klassische Tätigkeitsfelder. So kündigte die Schweizer Großbank UBS unlängst an, sich stärker auf die Vermögensverwaltung zu konzentrieren. Im Investmentbereich werden in den nächsten fünf Jahren rund 2000 Stellen abgebaut. Das Institut begründete den Schritt damit, das eigene Risikoprofil „substanziell“ reduzieren zu wollen.

„Arbeitnehmer sollten Alternativen in Erwägung ziehen“, sagt Stephan Füchtner. „Die Vermögensverwaltung könnte zum Beispiel eine solche sein.“ Das Geschäft ist vergleichsweise beschaulich – dementsprechend sind aber auch die Renditen und die Risiken geringer. Daran werden sich einige Investmentbanker erst gewöhnen müssen. Vielen seiner Klienten würde es in einer solch vergleichsweise ruhigen Atmosphäre schnell langweilig, berichtet ein auf den Finanzmarkt spezialisierter Berater.

Kommentare (1)

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nik

14.12.2011, 10:23 Uhr

"Der drohende Kollaps des Finanzssystems allerdings stoppte den Höhenflug"

:D Jetzt geht es doch gerade erst los. Es wird verkleinert, damit die Bailout BILLIONEN auf weniger Leute verteilt werden können.

„Die Banken ziehen nun die Konsequenzen und streben stärker realwirtschaftsnahes Geschäft an“, sagt Headhunter Füchtner.

Na dann träumen Sie mal weiter Herr Füchtner... Ich habe noch nicht gelesen, dass Banken ihre Derivate und Credit Swaps heruntergefahren haben. Hatte sich nicht erst letztens einer wieder um paar Milliarden verspekuliert?

Es geht weiter wie vorher, nur mit wesentlich mehr Geld.

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