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10.04.2013

17:40 Uhr

Finanzwirtschaft

Deutsche Manager fordern Boni-Begrenzung

Geht es nach den deutschen Topmanagern sollen künftig die Aktionäre die Höhe der Bonuszahlungen bestimmen dürfen. Der Handelsblatt Business Monitor zeigt, wie sich die Führungsetagen den Kulturwandel vorstellen.

In den Bankentürmen von Frankfurt sollen künftig die Aktionäre entscheiden, wieviel Bonus gezahlt wird. dpa

In den Bankentürmen von Frankfurt sollen künftig die Aktionäre entscheiden, wieviel Bonus gezahlt wird.

DüsseldorfDeutsche Führungskräfte mahnen Banker zu mehr Bescheidenheit. Zwei Drittel der Topmanager sprechen sich für eine Deckelung von Bonuszahlungen für Banker aus. Und 57 Prozent der Befürworter sehen bei der Gehaltsbegrenzung die Aktionäre in der Pflicht, nicht den Aufsichtsrat. Das ergibt der jüngste Handelsblatt Business Monitor (Donnerstagausgabe), eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Forsa unter 690 deutschen Führungskräften. Bei anderen Branchen sehen die Führungskräfte dagegen keinen Handlungsbedarf. Laut Umfrage sprechen sich 56 Prozent der Befragten gegen eine allgemeine Deckelung der erfolgsabhängigen Vergütung aus, nur 41 Prozent votierten dafür.

Vom Kulturwandel, den sich viele Banken nach der Finanzkrise auf die Fahne geschrieben haben, spüren nur rund die Hälfte der Top-Manager etwas. Dagegen meinen 48 Prozent der Befragten, die Kreditinstitute machten so weiter wie bisher. Diejenigen, die eine veränderte Geschäftspolitik bei den Banken sehen, machen das an folgenden Punkten fest: Banken vergäben restriktiver Kredite, verfügten über ein höheres Risikobewusstsein und böten nur noch in geringerem Umfang unseriöse Produkte an.

Gehälter ausgewählter Dax-Chefs 2012

Infineon - Reinhard Ploss / Peter Bauer

Zum Ende des Infineon-Geschäftsjahrs (30. September 2012) wechselte auch der Vorstandschef. Reinhard Ploss übernahm von Peter Bauer den Posten.

Bauer hatte 2011/12 insgesamt 2,9 Millionen Euro verdient und damit etwas deutlich weniger als 2011 (3,7 Millionen Euro).

Kurt Bock - BASF

Der Chef des Chemiekonzerns, Kurt Bock, verdiente mit 5,29 Millionen Euro im Jahr 2012 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.

Marijn Dekkers - Bayer

Marijn Dekkers, Niederländer an der Spitze des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, hat im Jahr 2012 insgesamt 5,06 Millionen Euro verdient, nach 4,49 Millionen Euro im Vorjahr.

Stefan Heidenreich - Beiersdorf

Ende April hatte Stefan Heidenreich beim Kosmetikkonzern Beiersdorf das Amt des Vorstandschefs übernommen. Im Jahr 2012 verdiente er 2,6 Millionen Euro.

Herbert Hainer - Adidas

Das Adidas-Ergebnis fiel 2012 vor allem wegen eines schwachen Geschäfts der Marke Reebok nicht so rosig aus. Adidas-Chef Herbert Hainer verdiente 2012 insgesamt 4,18 Millionen Euro und damit 28 Prozent weniger als 2011 (5,14 Millionen Euro).

Heinrich Hiesinger - Thyssen-Krupp

Bei Thyssen-Krupp kämpft Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit der Aufarbeitung diverser Skandale und Fehlinvestitionen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. September) verdiente er 3,85 Millionen Euro.

Karl-Ludwig Kley - Merck

Der Vorstandschef des Pharmakonzern verdiente 2012 insgesamt 5,52 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als 2011 (4,2 Millionen Euro).

Peter Löscher - Siemens

Der Österreicher verdiente im Geschäftsjahr 2011/2012 insgesamt 7,87 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 8,74 Millionen Euro.

René Obermann - Deutsche Telekom

Ende 2013 gibt René Obermann sein Amt an den jetzigen Finanzvorstand Timotheus Höttges weiter. Obermann verdiente 2012 insgesamt 3,78 Millionen Euro und damit nahezu unverändert so viel wie 2011 (3,85 Millionen Euro).

Wolfgang Reitzle - Linde

Der Linde-Chef hat gesagt, kein Interesse an einer Vertragsverlängerung zu haben. Im Jahr 2012 verdiente er bei dem Industriegase-Spezialisten 6,9 Millionen Euro, fast genau so viel wie ein Jahr zuvor.

Kasper Rorsted - Henkel

Der dänische Chef des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, Kasper Rorsted, hat im Jahr 2012 insgesamt 6,18 Millionen Euro verdient, ein sattes Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,79 Millionen Euro).

Peter Terium – RWE

Zur Jahresmitte 2012 hatte Peter Terium den Spitzenposten beim Energiekonzern RWE angetreten. Er verdiente im Jahr 3,8 Millionen Euro, ein sinnvoller Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich.

Martin Winterkorn - Volkswagen

Der VW-Chef erhält rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr (2012) und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten.

Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente.

Dieter Zetsche - Daimler

Der Daimler-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr inklusive Aktienoptionen 8,15 Millionen Euro verdient. Das war etwas weniger als 2011 (8,65 Millionen Euro).

Quelle

Geschäftsberichte / Hostettler, Kramarsch & Partner

Während die Bankenbranche von den Führungskräften eher kritisch beäugt wird, dominiert die Zufriedenheit mit der eigenen Hausbank. 32 Prozent der Befragten sind sehr zufrieden, 51 Prozent zufrieden. In Sicherheit wiegen dürfen sich die Banken aber nicht. Denn jede dritte Führungskraft hat schon einmal über einen Bankwechsel nachgedacht. Und der weitaus größte Teil (80 Prozent) der potenziell wechselwilligen Manager sieht zur jetzigen Hausbankverbindung eine Alternative.

Kommentare (3)

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aspi

10.04.2013, 18:16 Uhr

Wie kommen eigentlich die Redakteuere auf die Idee, dass die Aktionäre, so sie denn darüber abstimmen dürfen, die Boni und Gehälter der Führungs-Crew "begrenzen" oder gar stark reduzieren? Ganz im Gegenteil: Ich und ganz sicher auch die meisten andere Aktionäre würde mit Freude einen massiven Bonus auf erfolgreiches Management und Gewinn- und Kurssteigerung gewähren! Von dem Festgehalt-statt-bonus-Gedöns dagegen halte ich gar nichts. Da wird die aufgehetzte Öffentlichkeit aber noch ziemlich dumm aus der Wäsche gucken!

schiffbaur

10.04.2013, 18:27 Uhr

...danke für die völlig überflüssige "Trollbelehrung" - leider kann ich nur feststellen: HANDELSBLATT? Einstmals seriös, inzwischen unkritisch und ultra-grün-links-verseucht wie inzwischen nahezu die gesamte Mainstreampresse (die der Reihe nach bankrott macht: FR, FTD, DuMon-online etc...). Herzliche Grüße, Fritz Baur

Account gelöscht!

10.04.2013, 21:52 Uhr

Sorry aspi, lege sie ihr Banker-Mützchen ab. Die Boni gehören de facto gestrichen. Die arbeiten ausschließlich mit fremdem Geld. Dafür werden diese Angetellten schon fürstlich bezahlt!! Boni anzubieten oder zu fordern ist und bleibt eine Frechheit!

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