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19.06.2013

10:44 Uhr

Firmenpleite

Baukonzern Alpine meldet Insolvenz an

Alpine, der zweitgrößte Baukonzern Österreichs, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Zuvor waren Gespräche mit den Gläubigern über ein Rettungspaket geplatzt. Ein Konkurrent zeigt bereits Interesse an Firmenteilen.

Das österreichische Bauunternehmen Alpine muss Insolvenz anmelden. dpa

Das österreichische Bauunternehmen Alpine muss Insolvenz anmelden.

FrankfurtDer österreichische Baukonzern Alpine steht vor der Pleite. Die Gespräche mit den Gläubigern über ein Rettungspaket wurden abgebrochen, ein Insolvenzantrag steht unmittelbar bevor, hatte Alpine am Dienstagabend mitgeteilt. Am Mittwochmorgen war es dann soweit: „Der Antrag wurde von der Alpine Bau GmbH eingebracht“, sagte ein Sprecher des Kreditschutzverbandes (KSV).

Die Geschäftsführung bereite „ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung vor und wird die Verfahrenseröffnung umgehend beantragen“, hatte es in der Pflichtmitteilung geheißen. Auf Grundlage eines von Restrukturierungsberatern erstellten Konzeptes solle versucht werden, einen Teil des Konzerns und der damit verbundenen Arbeitsplätze zu retten.

Der österreichische Baukonzern Porr zeigte am Mittwoch bereits Interesse an Teilen des insolventen Konkurrenten. „Die Porr ist daran interessiert, Teile der Alpine oder ein Gesamtkonstrukt für Österreich sinnvoll zu übernehmen“, sagte ein Porr-Sprecher. Gespräche hierzu würden bereits laufen. Porr rechnet nach eigenen Angaben auch mit anderen Interessenten.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Erst im März hatte sich Alpine auf einen Rettungsplan mit seinen Gläubigern und der spanischen Mutter FCC geeinigt. Damals hatte FCC 250 Millionen Euro eingebracht, die Gläubiger hatten auf Forderungen über insgesamt 150 Millionen Euro verzichtet. Doch wegen des schleppenden Verkaufs der Töchter Alpine-Energie, der Sanierungsbautochter Hazet und der Spezialtiefbau-Tochter benötigt der Baukonzern zusätzliche Unterstützung. Von dem Verkauf der Töchter hatte sich Alpine einem Insider zufolge einen Erlös von mehreren Hundert Millionen Euro erhofft.

Alpine, der nach eigenen Angaben zweitgrößte Baukonzern Österreichs, ist im vergangenen Jahr unter anderem wegen der mauen Baukonjunktur und Verzögerungen bei wichtigen Projekten in Schieflage geraten. Allein bei seinen Anleihegläubigern steht Alpine mit 290 Millionen Euro in der Kreide.

Von

rtr

Kommentare (3)

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nur_mal_so

19.06.2013, 07:44 Uhr

Da hat wohl alles "Schmiergeld" nicht geholfen.

schmierMICH

19.06.2013, 09:56 Uhr

das geschäftsmodell war,unterpreisig aufträge reinzunehmen,ab und zu auch, um mit dem vom management des auftraggebers ausgereichte belohnungen mi diesem zu teilen .

oder man klagte dann bis zum st.niemerleinstag nachträge und preiserhöhungen ein.
hab mal bei deutsche bahn gegen alpine und umgekehrt im LG berlin bei ner session zugehört:leipzig baumaßnahmen

die richterin.hab die hunderte ordner gewissenhaft durchgearbeitet,und ich weiß jetzt,daß ich nicht durchblicke aber auch ,daß beide prozeßparteien den überblick verloren haben

darüber sitzen noch in zehn jahren die gerichte.meine herren ,lassen sie sich was einfallen

Account gelöscht!

19.06.2013, 10:17 Uhr

Viel schlimmer ist, daß diese billigen Jakobe reell kalkulierende Firmen unterbieten und diese damit in die Pleite treiben. Es bleiben die Betrüger und Pfuscher und die Rechtsverdreher übrig.

Die VOB ist die größte Verdummung: Dieses Werk beruht auf dem Versprechen, daß alle Anbieter die gleiche Leistung erbringen, nur zu unterschiedlichem Preis. Ein Wahnsinn, aber mit Methode.

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