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25.01.2017

10:18 Uhr

Fitness für Manager

Mitarbeitergespräch in Turnschuhen

VonChristof Kerkmann

Manager haben keine Zeit für Sport? Fehlanzeige. Einige Dax-Chefs sind erprobte Marathon-Läufer – das Training zahlt sich auch im Geschäftsleben aus. Die Vorteile liegen auf der Hand. Wie auch Sie profitieren können.

Regelmäßiges Ausdauertraining zahlt sich auch im Job aus - nicht nur für Manager. Getty Images

Regelmäßiges Ausdauertraining zahlt sich auch im Job aus - nicht nur für Manager.

MünchenBahn-Chef Rüdiger Grube tut es, Opel-Sanierer Thomas Neumann auch, Noch-Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub ebenso: Zahlreiche Spitzenmanager sind Läufer, die auch die Marathon-Distanz nicht abschreckt. Dabei dürfte neben der anspruchsvollen Aufgabe und der Familie nicht besonders viel freie Zeit für ausgiebiges Training bleiben.

Für Barbara Tettenborn ist das jedoch nur eine Frage der Organisation. „Es ist ein Zeichen für schlechtes Zeitmanagement, wenn man Sport nicht im Kalender unterbekommt“, sagt die Chefärztin der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen in der Schweiz, die selbst erfolgreiche Triathletin ist. Auf der Handelsblatt-Tagung Strategisches IT-Management in München plädiert sie dafür, Sport und Beruf miteinander zu verbinden. Und sei es beim Mitarbeitergespräch in Turnschuhen.

Erste Hilfe gegen Rückenschmerzen

Eisbeutel: den Schmerz blockieren

Wenn Rückenleiden akut auftreten und die Haut rot und geschwollen ist, hilft manchmal nicht Wärme, sondern gerade das Gegenteil: ein Kältekissen mit Körnern oder Gel etwa, oder schlicht ein Beutel mit Wasser und Eiswürfeln. Kälte verengt die Gefäße, hemmt so die Durchblutung und die Erregbarkeit der Nervenzellen. Das hat mehrere Wirkungen: Schmerzreize werden nur noch schwach weitergeleitet, Schwellungen klingen ab.

Wärmekissen: Hilfe durch Kerne und Körner

Wärmekissen sind meist mit Kirschkernen, Hirse oder Dinkel gefüllt und können Hitze lange und konstant speichern. Die abgegebene Wärme erhöht die Elastizität des Gewebes, löst so verkrampfte Muskeln und weitet die Gefäße, das Gewebe wird besser durchblutet. Nährstoffe werden auf diese Weise schneller in das gereizte Gewebe geschwemmt, Abbauprodukte weggeschwemmt.

Physioband: Die Muskeln trainieren

Die aus Latex bestehenden Physiobänder werden in verschiedenen Positionen mit den Händen oder Füßen gespannt und mit mehreren Wiederholungen gedehnt. Je stärker der Zug, desto größer der Kraftaufwand und damit der Trainingseffekt. Viele der Übungen stärken die Bauch- und Rückenmuskulatur und können auf diese Weise Halt geben.

Magnesium: Auf die Dosis kommt es an

Fehlt dem Körper Magnesium, drohen Verspannungen der Muskulatur. Ein Erwachsener braucht 300 bis 400 Milligramm Magnesium am Tag (so viel, wie in 200 Gramm Vollkornbrot oder 150 Gramm Mandeln enthalten ist). Mangelerscheinungen sind selten. Doch die zusätzliche Einnahme von Magnesium kann unter Umständen helfen, die Muskeln zu entspannen und Schmerzen zu lindern.

Wackelbrett: Am besten instabil

Für den Rücken und die gesamte Körperhaltung ist es sehr gesund, wenn man auf wackeligem Untergrund die Balance halten muss. Daheim lässt sich das mit einem Wackelbrett üben. Damit man das Gleichgewicht nicht verliert, müssen Muskeln, Gelenke und körpereigene Bewegungssensoren zusammenarbeiten, die Wirbelsäule bleibt dann gerade, der Hals streckt sich.

Heilerde: Pulver mit Saugkraft

Forscher vermuten, dass Menschen schon in der Steinzeit mineralhaltige Erde als Wundauflage genutzt haben. Heute gibt es sie in Apotheken zu kaufen. Das braune Pulver besteht aus Lösserde und kann bei vielen Beschwerden helfen. Bei einer Entzündung oder Schwellung, etwa nach einer Verletzung, wird die Erde mit kaltem Wasser zu einem dicken Brei verrührt, auf die schmerzende Stelle gestrichen und mit einem Tuch abgedeckt. Beim Trocknen entwickelt sie eine kapillare Saugkraft, die Flüssigkeit aus dem Betroffenen Bereich zieht und so die Schwellung oder einen entzündlichen Erguss mildert. Wer Verspannungen hat oder an einem Hexenschuss leidet, rührt die Erde mit warmem Wasser an.

Warmes Bad: sich treiben lassen

Ein Wannenbad fördert die Durchblutung und löst verspannte Muskeln, zudem werden dank der Auftriebskraft Wirbelsäule und Gelenke entlastet.

Blackroll: Massage fürs Bindegewebe

Diese Schaumstoffrolle kann helfen, verspannte Muskeln zu lösen. Der Betroffene klemmt sie zwischen Rücken und Wand und bewegt durch Kniebeugen seine Rückenmuskulatur darüber. Noch intensiver ist die Selbstmassage, wenn man sich mit dem Rücken auf die Rolle legt.

Kartoffelwickel: Großmutters Heilmittel

Bei Rückenschmerzen hilft auch feuchte Wärme: Hitze wird durch Feuchtigkeit besser geleitet, die Wärme breitet sich schneller und gleichmäßiger aus. Wo der Rücken gewärmt wird, weiten sich die Gefäße, die Durchblutung steigt, Muskeln entspannen sich. Tuch mit zerdrückten Kartoffeln für eine halbe Stunde auf die schmerzende Stelle legen. Dann eine halbe Stunde ruhen.

Korsett: Ruhe für den Rücken

Wenn Bewegungen vor Schmerzen unerträglich sind, kann ein Korsett helfen. Es stützt die Lendenwirbelsäule, verschafft den Muskeln etwas Ruhe. Der Nachteil: Die Muskulatur in diesem Bereich baut sich relativ schnell ab. Ein Korsett sollte daher nur für Stunden getragen werden.

Teufelskralle: Heilpflanze für Geduldige

Die getrocknete Wurzel dieser Pflanze aus der Familie der Sesamgewächse enthält den Bitterstoff Harpagosid. Der hemmt die Bildung von Enzymen, die Entzündungen auslösen und Knorpel angreifen. Medikamente mit einem Extrakt aus der Teufelskralle können Rückenschmerzen lindern und die Beweglichkeit von Gelenken erhöhen. Allerdings kann es bis zu zwölf Wochen dauern, bis die Präparate wirken.

Tens: Sanfter Elektroschocker

Die elektrische Nervenstimulation soll mit Stromimpulsen an der schmerzenden Stelle oder am betroffenen Nerv die Weiterleitung von Schmerzreizen ins Gehirn blockieren. Von Medizinern durchgeführt, kann die Tens bei Rückenschmerzen tatsächlich helfen: Impulse mit hoher Intensität lösen Muskelkontraktionen aus, der Körper reagiert, indem er Körpereigene Schmerzhemmer ausschüttet.

Seitenschläferkissen: Hilfe im Schlaf

Erholsame Nachtruhe in der richtigen Position ist für den Rücken wichtig. Wer oft auf der Seite schläft, sollte daher Kopf und Körper mit einem langen, festen Kissen abstützen. So knickt der Kopf nicht nach unten zur Schulter, die Wirbelsäule bleibt gerade. Zwischen die Beine gelegt, hält ein Kissen das Becken in der richtigen Position.

Bücher: für eine gute Haltung

Balanciert man ein dickes Buch auf dem Kopf, richtet sich der Körper automatisch auf, die Wirbelsäule streckt sich. Menschen mit Rückenproblemen können auf diese Weise die Stützmuskulatur der Wirbelsäule trainieren und ihre Haltung verbessern. Die Übung lässt sich auch am Schreibtisch ausführen, am besten mehrmals in der Woche für jeweils einige Minuten.

Sitzball: Training am Schreibtisch

Unser Körper ist dazu gemacht, sich viel und ausdauernd zu bewegen. Dass wir stattdessen eher viel und ausdauernd sitzen, stellt die Wirbelsäule vor große Probleme, Schmerzen und Verletzungen sind häufig die Folge. Bewegung ist da generell hilfreich und ein Sitzball macht es geradezu unmöglich, regunglos am Schreibtisch zu verharren.

Quelle

Dass Sport die Gesundheit fördert, haben Forscher lang und breit dokumentiert. Wer die Ausdauer trainiere, beuge Erkältungen vor, aber auch Demenz und Schlaganfällen, sagt Neurologin Tettenborn. Antidepressiv sei die Aktivität sowieso. Und auch bei Krebserkrankungen unterstütze der Sport die Therapie auf erstaunliche Weise.

Positive Effekte sieht Tettenborn aber auch für den Job: „Sportliche Wettkämpfe verlangen einiges, was man im Berufsleben gut gebrauchen kann“, beobachtet sie – Sportler hätten beispielsweise ihre Emotionen besser im Griff, ein Ziel vor Augen und könnten mit Enttäuschungen umgehen. „Läufer haben aufgrund ihres sportlichen Aussehens höhere Anstellungschancen und verdienen mehr“, ist sie zudem überzeugt – wobei hier auch eine umgekehrte Kausalität möglich ist: Wer erfolgreich ist, macht viel Sport. So oder so: Die Neurologin ist von den Vorteilen so überzeugt, dass sie in ihrer Klinik bevorzugt sportliche Mitarbeiter einstellt.

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