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17.04.2013

09:33 Uhr

Flinc-Gründer Kirschner

„Mobilität ist noch nicht effizient“

VonLukas Bay

Mit seinem Portal Flinc will Benjamin Kirschner Fahrgemeinschaften für deutsche Pendler vermitteln. Im Interview spricht über seine Expansionspläne, Gebühren und die Unterschiede zur Konkurrenz.

Der Flinc-Vorstand: Benjamin Kirschner (links), Michael Hübl (Mitte) und Klaus Dibbern.

Der Flinc-Vorstand: Benjamin Kirschner (links), Michael Hübl (Mitte) und Klaus Dibbern.

Ihr Konkurrent Mitfahrgelegenheit.de erhebt nun direkte Gebühren bei den Nutzern. Sie sind derzeit noch kostenlos. Profitieren Sie von der neuen Tarifstruktur der Konkurrenz?

Wir haben sehr deutlich gemerkt, dass da ein Tarifwechsel vollzogen wurde. Bei uns haben sich die täglichen Anmeldezahlen mehr als verdoppelt und das hält auch weiterhin an.  Wir haben derzeit über 100.000 Nutzer, die jeden Monat mehr als 400.000 Angebote bei flinc einstellen. Als wir vor zwei Jahren gestartet sind, gab es noch viele Anbieter von Mitfahrplattformen am deutschen Markt. Die meisten sind weggefallen über die letzten Monate und Jahre. Nun entsteht wieder ein Boom. Es drängen viele neue Portale auf den Markt.

Je größer das Angebot, desto härter die Konkurrenz. Befürchten Sie nicht, dass Sie irgendwann vom Markt verdrängt werden?

Wir haben uns klar positioniert als Mitfahrnetzwerk für die Kurzstrecke. Da sind wir der Marktführer. Es gibt die klassischen Mitfahrzentralen, das sind die Postkutschen. Und es gibt das moderne, dynamische Mitfahren. Das ist der Sportwagen, das machen wir.

Das klingt selbstbewusst. Wie grenzen Sie sich zur Konkurrenz ab?

Wir suchen weltweit auf Kartendaten die gesamte Strecke ab und werten sie aus. Wenn ein Fahrer beispielsweise von Bern nach Fulda fährt, bieten wir ihm auch alle Mitfahrer an, die auf dem Weg liegen. Dadurch erzielen wir eine höhere Vermittlungswahrscheinlichkeit und können auch eine Teilstreckenvermittlung anbieten. Bei normalen Mitfahrzentralen geben Sie Ihre Start- und Zielstadt ein und kriegen maximal noch die Angebote in der direkten Umgebung dieser Städte angezeigt.

Klingt aber auch nach einem höheren technischen Aufwand. Trotzdem gibt es auf Ihrer Website keine Werbung und bisher ist Ihr Service für Ihre Kunden noch kostenlos…

Wir verdienen unser Geld mit unseren Mobilitätsangeboten für Unternehmen. Wir haben derzeit 14 Unternehmenskunden, beispielsweise Procter & Gamble und Marc O’Polo. Diese Unternehmen zahlen einen festen Monatsbeitrag, dafür organisieren wir mit unserem System individuell zugeschnittene Mitfahrangebote für die Mitarbeiter und stehen ihnen mit zahlreichen Marketingleistungen und Controlling-Möglichkeiten zur Seite.

Wo liegt der Vorteil für die Unternehmen?

Viele haben Parkplatzprobleme – so ein Parkplatz kostet pro Monat mindestens 35 Euro. Die Unternehmen können mit unserem Angebot Geld sparen. Aber auch die Kommunikation zwischen ihren Mitarbeitern wird gestärkt. Bei Fahrgemeinschaften wird geredet – über Ideen, aber auch über Probleme. Zudem liefern wir regelmäßige Reportings über den Erfolg unserer Angebote. Beispielsweise kann das eingesparte CO2 auch in den Corporate Social Responsibility Report eingetragen werden. Das Unternehmen kann den eigenen Mitarbeitern verdeutlichen, wie hoch ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit des Unternehmens ist.

Kommentare (1)

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17.04.2013, 13:34 Uhr

"Beispielsweise kann das eingesparte CO2 auch in den Corporate Social Responsibility Report eingetragen werden."

Warum finde ich Unternehmen nur so unsympathisch, die auf der Öko-Welle surfen wollen und den Klimawahn unterstützen?

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