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25.01.2005

11:00 Uhr

Florian Homm bewegt Milliarden

Der Krieger der Liga

VonPaul Sahner (Handelsblatt)

Gesund ist das nicht. Dafür ziemlich zynisch. Es ist Mitternacht, und Florian Homm, 45, schiebt sich in seinem Herrenhaus auf Mallorca die letzte seiner täglich 10 Havannas in den Mund: „Früher habe ich fünf Schachteln Zigaretten weggehauen. Seit fünf Jahren paff' ich nur noch Zigarillos und Zigarren. Jetzt kann ich nur noch Zungen- und Halskrebs kriegen.“

Florian Homm Foto: dpa

Florian Homm Foto: dpa

Homm bewegt Milliarden. Noch mehr als seine fetten Havannas genießt der durchtrainierte Zwei-Meter-Riese, der in vier Jahren von 125 Kilo auf 100 Kilo abspeckte, seinen Ruf als umstrittener Hedge- Fonds-Manager. „Schon okay,“ sagt er, „wenn man mich Plattmacher, Kurskiller oder Aasgeier nennt. Viel Feind, viel Ehr’. Man darf sich nicht immer so ernst nehmen.“

Dann strafft der ehemalige Basketball-Nationalspieler seinen ansehnlichen Brustkorb: „Ich habe Dutzende Firmen an die Börse begleitet, viele Arbeitsplätze geschaffen und etliche Investment-Auszeichnungen bekommen, darunter ,bester US-Manager’.“

Homm sieht sich als Krieger. Sein neues Schlachtfeld ist das Westfalenstadion. Etwa 20 Millionen Euro hat er bereits in den krisengeschüttelten Traditionsverein Borussia Dortmund gebuttert. Etwa 25 Prozent der Aktien hält er.

Das Management, den Trainer und vor allem die Spieler sieht er als Gegner. Die ihn auch. Also provoziert er die Borussen-Profis: „Blei aus den Füßen! Matsch aus der Birne! Kämpfen, kämpfen, kämpfen!“ Homm genießt es, dass die Leute ihn als harten Hund sehen. Da ist er wie sein Großonkel, der legendäre Versandhauskönig Josef Neckermann. Homm nennt ihn Necko. Wenn der Dressur-Olympiasieger Homm anherrschte, weil er nicht korrekt im Sattel saß, fühlte sich der wie im Straflager. Heute spricht er voller Hochachtung von Necko, dem Lehr- und Zuchtmeister: „Der Drill hatte was. Das war teilweise paramilitärisch.“

Homm, dessen Vater ein mittelständischer Handwerksunternehmer war, sieht sich als Rocky. Kleiner Unterschied: Statt der Fäuste benutzt er seinen Kopf. Von früher erzählt er gern. Immer im Stakkatostil: Mit elf auf dem Bau, Schulferien finanziert. Mit 16 weg von zu Hause. Mit 17 Detroit, Begabten-Stipendium. Mit 18 Harvard. Mit knapp 19 die erste Firma.

Sofort Millionär? „Keine Zahlen.“ Attacke auf Warren Buffet? „Das ist, als wollte man mich mit Dirk Nowitzki vergleichen, gegen den ich Basketball gespielt habe. Ich war ein Talent. Er ein Jahrhunderttalent. Der Vergleich mit Warren Buffet ist ein bisschen peinlich.“

Gleichwohl zeigte er extremen Ehrgeiz. Er legte los wie Getty. Milliardär wollte er werden. Fuhr Ellenbogen aus. Bückte sich auf der Straße nach jedem Cent. Und ging, wenn es sein musste, über Leichen.

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