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20.09.2013

18:14 Uhr

Fluggesellschaft

Lufthansa sucht Chef auch außerhalb des Konzerns

Eilig hat es die Lufthansa mit der Suche nach einem neuen Chef nicht. Der Vertrag von Christoph Franz läuft noch bis Ende Mai 2014. Nun will das Unternehmen auch außerhalb des Konzerns nach einem Nachfolger suchen.

Der 53-jährige Christoph Franz hatte Anfang der Woche überraschend erklärt, nächstes Jahr an die Spitze des Verwaltungsrats von Roche zu wechseln. dpa

Der 53-jährige Christoph Franz hatte Anfang der Woche überraschend erklärt, nächstes Jahr an die Spitze des Verwaltungsrats von Roche zu wechseln.

FrankfurtDie Lufthansa nimmt auch Manager außerhalb des Konzerns als Nachfolger für den scheidenden Chef Christoph Franz ins Visier. „Natürlich werden wir uns auch externe Kandidaten ansehen. Und wir werden uns Unterstützung durch Profis, also Personalberater holen“, sagte Lufthansa-Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber der „Welt am Sonntag“ laut einem Vorabbericht vom Freitag. „Qualität geht vor Schnelligkeit. Wir haben es nicht eilig. Christoph Franz hat einen Vertrag bis Ende Mai 2014“, ergänzte Mayrhuber. Franz sei keine „lahme Ente“, er könne den Konzern noch steuern.

Der 53-jährige Franz hatte Anfang der Woche überraschend erklärt, nächstes Jahr an die Spitze des Verwaltungsrats von Roche zu wechseln. Die lange Übergangszeit war auch Thema auf der Aufsichtsratssitzung der Lufthansa am Mittwoch. Insbesondere Vertreter der Arbeitsnehmerseite hatten ihren Unmut geäußert, hieß es aus Aufsichtsratskreisen.

Das sind die neuen Flieger der Lufthansa

Spritsparende Modelle

Die Lufthansa hat im Herbst 2013 für 14 Milliarden Euro die neuesten Langstrecken-Jets von Boeing und Airbus bestellt. Die Airline deckt sich mit zweistrahligen Langstrecken-Jets ein, die wesentlich weniger Sprit verbrauchen sollen als derzeitige Modelle. Das ist wichtig, da die Tankrechnung einer der größten Kostenposten der Airline ist. Mit 300 bis gut 400 Sitzen sind die neuen Flieger eine Nummer kleiner als das Lufthansa-Flaggschiff, der Airbus A380.

A350 – Leichtbauweise und neue Triebwerke

Der A350 ist das neueste Kind des europäischen Flugzeugbauers: Erstmals hob der Jet mit zwei Triebwerken im Juni ab. Das vollkommen neu konstruierte Flugzeug besteht zur Hälfte aus Verbundwerkstoffen, die das Gewicht senken. Die Leichtbauweise und neue Triebwerke sollen dafür sorgen, dass der Spritverbrauch im Vergleich zu heutigen Maschinen um ein Viertel sinkt.

A350 – Platz für bis zu 350 Passagiere

Im A350 haben je nach Variante 270 bis 350 Passagiere Platz. Der von der Lufthansa bestellte Typ A350-900 zählt 314 Sitze. Derzeit liegen 707 Bestellungen für den laut Listenpreis bis zu gut 320 Millionen Dollar teuren Prestigeflieger vor. Das erste Exemplar soll 2014 an Qatar Airways ausgeliefert werden.

777X – Lufthansa Erstkunde?

So weit wie Airbus ist Boeing mit seinem Nachfolger des Bestsellers 777 lange nicht. Offiziell ist der Bau der zweistrahligen Maschinen noch nicht beschlossen - der US-Hersteller sammelt derzeit noch Bestellungen ein. Die Lufthansa hat gute Chancen, Erstkunde für die sogenannte 777-9X zu werden. Auch Emirates spielt eine Großorder durch. Die Auslieferung der Jets dürfte erst Ende des Jahrzehnts starten.

777X – 20 Prozent weniger Kerosinverbrauch

Die von der Lufthansa favorisierte Variante zählt 414 Sitze. Nach der Pannenserie beim Dreamliner 787 setzten die Boeing-Ingenieure aber nicht ganz so viel neue Technologie ein. Nicht das ganze Flugzeuge, sondern lediglich die Flügel und die Triebwerke werden neu konstruiert. Damit soll der Kerosinverbrauch um 20 Prozent sinken. Das Flugzeug ist eine Fortentwicklung des Bestsellers 777, der seit den 90er Jahren fliegt.

Als Nachfolgekandidaten werden bislang vor allem Manager gehandelt, die dem Konzern schon länger angehören. Als aussichtsreichster Kandidat gilt Aufsichtsratskreisen zufolge der 46-jährige Carsten Spohr. Der selbstbewusst auftretende Manager ist seit 2011 im Vorstand der Lufthansa, zuständig für das Passagiergeschäft, und hat das laufende Sanierungsprogramm zusammen mit Franz auf den Weg gebracht. Einige Lufthanseaten halten ihn für einen ebenso harten Sanierer wie Franz – und nicht für den erhofften Brückenbauer. Außenseiter-Chancen werden Cargo-Vorstand Karl-Ulrich Garnadt sowie Harry Hohmeister eingeräumt, der für die Lufthansa-Töchter zuständig ist.

Von

rtr

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