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19.12.2013

11:03 Uhr

Fluggesellschaften

SAS wird langsam wieder flügge

Nach und nach erholt sich die skandinavische Fluggesellschaft SAS. Doch der Weg ist schmerzhaft: Die Schweden trennten sich zuletzt von profitablen Töchtern und kürzten den Mitarbeitern die Löhne.

Aller (Neu-)Anfang ist schwer: Die schwedische Airline SAS muss sich mühsam aus ihrem Schuldenberg herauskämpfen. Leidtragende sind nicht zuletzt die Mitarbeiter. dpa

Aller (Neu-)Anfang ist schwer: Die schwedische Airline SAS muss sich mühsam aus ihrem Schuldenberg herauskämpfen. Leidtragende sind nicht zuletzt die Mitarbeiter.

StockholmDie angeschlagene skandinavische Fluggesellschaft SAS hat nach Sparmaßnahmen im vergangenen Geschäftsjahr wieder schwarze Zahlen geschrieben. Zwischen November 2012 und Oktober 2013 flog der Konzern einen Nettogewinn von 179 Millionen schwedischen Kronen ein, das entspricht einem Ergebnis von umgerechnet rund 20 Millionen Euro. Im verkürzten Geschäftsjahr 2012 von Januar bis Oktober hatte SAS noch einen Verlust von 985 Millionen Kronen melden müssen.

„Das vergangene Jahr war sehr intensiv“, sagte SAS-Chef Rickard Gustafson am Donnerstag in Stockholm. Das positive Ergebnis sei auch auf das Engagement der Mitarbeiter zurückzuführen, denen der Konzern mit der Ankündigung einer drohenden Insolvenz zum Start des Geschäftsjahres Einkommensminderungen abgerungen hatte.

Wo die Luftfahrt wachsen soll

Asien

Die Airlines im asiatisch-pazifischen Raum liefern den größten Anteil am Erfolg der Branche, prognostiziert die Iata. Mit einem Gesamtgewinn von 4,2 Milliarden Dollar wurden die Erwartungen erneut erhöht. Asiatische Fluggesellschaften machen rund 40 Prozent des Lufttransport-Geschäfts aus und die Nachfrage soll weiter steigen. Um dem prognostizierten Nachfragezuwachs von 4,9 Prozent gerecht zu werden, soll auch die Kapazität um fünf Prozent steigen.

Nordamerika

Die nordamerikanischen Airlines sollen nach Iata-Prognose 2013 einen Gewinn von 3,6 Milliarden Dollar erwirtschaften. 2012 hatten sie noch einen Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar ausgewiesen. Durch ein enges Kapazitätsmanagement und trotz der hohen Treibstoffpreise soll die Nachfrage um 1,3 Prozent steigen. Auch die Kapazität soll um 1,1 Prozent zulegen.

Europa

Die europäischen Fluggesellschaften sollen 2013 einen gemeinsamen Gewinn von 800 Millionen Dollar ausweisen. Damit können die Europäer zwar wieder in die Gewinnzone zurückkehre, mit einer Rentabilität von 0,4 Prozent schneiden die Airlines aber weiterhin im globalen Vergleich schlecht ab. Zudem bedroht die Eurokrise die Bilanz. Der europäische Heimatmarkt wird sich darum auch 2013 schwach entwickeln, prognostiziert die Iata. Dafür dürften die Langstreckenflüge in die Wachstumsmärkte die Bilanzen aufpolieren. Insgesamt soll die Nachfrage um 2,6 Prozent wachsen, die Kapazität um 2,5 Prozent.

Mittlerer Osten

Die arabischen Airlines sind schon seit Jahren auf Wachstumskurs und dürften an Bedeutung zunehmen. Die Fluggesellschaften erwarten für 2013 einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro, nach 900 Millionen im Jahr 2012. Als Umschlagplatz für Langstreckenflüge gewinnen Dubai und Abu Dhabi an Relevanz. Die Nachfrage soll um 13,7 Prozent zulegen, das Angebot um 12,8 Prozent. Die Profitmarge ist mit 3,4 Prozent weltweit am dritthöchsten.

Lateinamerika

Die lateinamerikanischen Airlines dürften im laufenden Geschäftsjahr einen Gewinn von 600 Millionen Dollar ausweisen. Damit fällt die Prognose um 100 Millionen Dollar schlechter aus als noch im Dezember. Damit fallen die Gewinne aber immer noch doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Trotz der hohen Volatilität der Heimatmärkte geht die Iata von einem Nachfragewachstum von 8,1 Prozent aus, obwohl die Kapazität nur um 6,7 Prozent steigen dürfte.

Afrika

Auch die afrikanischen Airlines dürften nach einem Verlust von 100 Millionen Dollar im Jahr 2012 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Für 2013 erwartet die Iata einen Gesamtgewinn von 100 Millionen Dollar. Die Nachfrage soll um 6,5 Prozent steigen, die Kapazität um 6,4 Prozent.

Ende September hatte SAS ihre profitable Tochtergesellschaft Widerøe in Norwegen an eine heimische Investorengruppe verkauft, was zwei Milliarden schwedische Kronen in die Kassen spülte. Damit konnte der Konzern seine Schulden vermindern. Der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug 42,2 Millionen schwedische Kronen, also 4,7 Millionen Euro.

„In diesem Jahr haben wir eine umfangreiche Erneuerung unserer Flotte abgeschlossen“, erklärte Gustafson. 2014 will SAS auf 43 neuen Strecken starten. Allerdings rechnet das Unternehmen mit einem schwachen Start ins neue Jahr. „Die schwächeren Bedingungen werden sich voraussichtlich fortsetzen und, wie gewohnt, wird das erste Quartal 2013/2014 von November bis Januar saisonal bedingt extrem schwach sein“, berichtete das Unternehmen.

Von

dpa

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