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12.03.2017

10:43 Uhr

Flughäfen Tegel und Schönefeld

Bodenpersonal streikt zum Wochenstart erneut

Flugreisende müssen sich zum Wochenstart wieder auf erhebliche Behinderungen in Berlin einstellen. Verdi rief die mehr als 2000 Beschäftigten des Bodenpersonals an den Flughäfen Tegel und Schönefeld zu einem zweiten Streik am Montag auf.

Beschäftigte an den Berliner Flughäfen Tegel beim ersten Streiktag am 10. März. 2017. dpa

Streik des Bodenpersonals

Beschäftigte an den Berliner Flughäfen Tegel beim ersten Streiktag am 10. März. 2017.

BerlinPassagiere müssen zum Wochenstart erneut mit Verspätungen und Flugausfällen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld rechnen. Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 2000 Beschäftigten des Bodenpersonals zu einem weiteren Streik aufgerufen. Das teilte sie am Sonntagmorgen mit. Es gebe kein neues Angebot der Arbeitgeberseite, sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann. „Das macht den Streiktag erforderlich.“Der Ausstand soll am Montagmorgen gegen 4.00 Uhr mit Beginn der Frühschicht starten und am Dienstagmorgen mit dem Ende der Nachtschicht gegen 5.00 Uhr enden. Es sei erneut mit starken Beeinträchtigungen und Flugausfällen zu rechnen. Erst am Freitag waren wegen eines Streiks des Bodenpersonals während der Reise-Messe ITB an den Berliner Flughäfen fast alle Flüge ausgefallen.

Rechte von Fluggästen bei Streiks

Ansprechpartner/Informationsquellen

Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

Stornierung, Umbuchung, Umsteigen

Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist – und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann. Bei langen Ausständen muss die Fluggesellschaft eine Ersatzbeförderung organisieren, zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen.

Verspätung

Verspätet sich der Flug wegen des Streiks, stehen Betroffenen bestimmte Leistungen zu. Bei einer Flugstrecke bis 1500 Kilometer haben die Passagiere ab einer Verspätung von zwei Stunden Anspruch auf Leistungen wie Telefonate, Getränke und Mahlzeiten. Ist der Flug zwischen 1500 und 3500 Kilometer lang, greift die Vorschrift ab einer Verspätung von drei Stunden, bei Langstreckenflügen ab vier Stunden. Auch eine Übernachtung im Hotel muss ggf. bezahlt werden. Ist eine Verspätung absehbar, sollten Passagiere trotzdem zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein, da der Reisende sonst möglicherweise einen kurzfristig organisierten Ersatzflug verpasst.

Entschädigung

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro – aber nur, wenn kein „außergewöhnlicher“ Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks, wie zum Beispiel auch miserables Wetter, als außergewöhnlichen Umstand. Eine Entschädigung gibt es daher nicht.

Verdi fordert bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten einen Euro mehr pro Stunde für die Mitarbeiter des Bodenpersonals sowie zusätzlich strukturelle Verbesserungen im Tarifvertrag. Die Arbeitgeber boten zuletzt bei einem Gesamtvolumen von acht Prozent die schrittweise Erhöhung der Löhne in allen Entgeltgruppen an - bei einer Laufzeit von drei Jahren.

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