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07.05.2015

08:50 Uhr

Flughafenbetreiber

Pilotenstreiks können Fraport nichts anhaben

Der Flughafenbetreiber Fraport lässt sich von den Pilotenstreiks nicht beirren. Im ersten Quartal steigt der Gewinn um 14 Prozent. Dafür sorgte vor allem das Geschäft in den Ladenzeilen und im Ausland.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber bleibt bei seinen Jahreszielen auf Kurs. dpa

Der Frankfurter Flughafenbetreiber bleibt bei seinen Jahreszielen auf Kurs.

FrankfurtDer Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport startet dank brummender Geschäfte in seinen Ladenzeilen und im Ausland mit einem Gewinn- und Umsatzplus ins Jahr. Das operative Konzernergebnis (Ebitda) stieg im ersten Quartal um 14 Prozent auf 153 Millionen Euro, wie Fraport am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz zog um elf Prozent auf 576 Millionen Euro an.

Fraport profitierte von mehreren Faktoren: Zum einen wurden die Ergebnisse der jüngst übernommenen Flughafen-Ladenkette Airmall sowie des Airports Ljubljana in Slowenien erstmals in die Bilanz aufgenommen. Zudem stiegen die Passagierzahlen am wichtigsten Konzernflughafen in Frankfurt – trotz eines viertägigen Streiks der Lufthansa-Piloten im März.

Der Flughafen Frankfurt zählte im Zeitraum von Januar bis Ende März mit gut 12,5 Millionen 2,7 Prozent mehr Gäste. Unter ihnen waren besonders viele Passagiere aus Übersee, die am Flughafen mehr einkaufen. Im Schnitt gab ein Fluggast im ersten Quartal 3,93 Euro aus - deutlich mehr als die 3,69 Euro im Vorjahreszeitraum. Der Konzern verdient daran doppelt: Zum einen an der Ladenmiete und dann über eine Beteiligung an den Verkaufserlösen. Mit Shopping und Immobiliengeschäften erzielt Fraport mittlerweile knapp 60 Prozent des Konzerngewinns.

An welchen Flughäfen Fraport beteiligt ist

Bulgarien

Airports Burgas und Varna: Fraport hält 60 Prozent an der deutsch-bulgarischen Gesellschaft Fraport Twin Star Airport Management. Die Verträge haben eine Laufzeit von 35 Jahren.

China

Xi'an Xianyang International Airport: Fraport hält 24,5 Prozent. Der Konzern ist der erste ausländische Flughafenbetreiber, der sich an einem nicht börsennotierten Flughafen in China engagiert.

Deutschland

Flughafen Hannover-Langenhagen: Fraport hält seit 2001 an dem Airport 30 Prozent der Anteile, die anderen 70 Prozent teilen sich die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen.

Griechenland

14 Regionalflughäfen: Es galt bereits als ausgemacht, dass Fraport den Betrieb von 14 Regionalflughäfen übernimmt. Die neue griechische Regierung stellte das Vorhaben zunächst infrage, im Dezember 2015 wurden dann aber die Verträge für das 1,23-Milliarden-Euro-Investment unterschrieben

Indien

Delhi International Airport: Fraport ist seit 2006 für 30 Jahre mit zehn Prozent an dem Betrieb des Flughafens in der indischen Hauptstadt beteiligt.

Peru

Aeropuerto Internacional Jorge Chávez, Lima: Fraport hält 70 Prozent der Anteile und ist langfristig im Rahmen eines Konzessionsvertrags engagiert.

Russland

Pulkovo Airport St. Petersburg: Fraport ist an dem Flughafenbetreiber Northern Capital Gateway beteiligt. Der Anteil beträgt 35,5 Prozent.

Senegal

Aéroport Blaise Diagne, Dakar, im Bau: Die Fraport-Beteiligung Daport betreibt den Flughafen nach Fertigstellung für 22 Jahre.

Slowenien

Aerodrom Ljubljana: Fraport hält 97,99 Prozent an dem Flughafen in Slowenien.

Türkei

Antalya Airport: Im Rahmen des Joint Ventures ICF Airports betreibt Fraport mit der türkischen IC Holding den Flughafen von Antalya. Fraport hält mit 51 Prozent die Mehrheit.

In diesem Jahr rechnet Vorstandschef Stefan Schulte wie gehabt mit zwei bis drei Prozent mehr Gästen in Frankfurt. Im April lag Fraport klar über der Prognose, die Zahl der Passagiere stieg um 7,5 Prozent. Gleichzeitig soll das operative Jahresergebnis auf bis zu 840 Millionen Euro steigen nach 790 Millionen Euro im Vorjahr.

Von

rtr

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