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21.01.2008

11:00 Uhr

Flughafenchef Eric Malitzke

Volle Fracht voraus!

VonTanja Kewes

Eric Malitzke hat viel vor: Mit Leipzig/Halle will er im Frachtgeschäft bald zur Nummer zwei aufsteigen. Mit 34 Jahren ist er der jüngste Flughafenchef Deutschlands – und hat in dreieinhalb Jahren schon mehr geschafft als andere Airportmanager in Jahrzehnten.

Flughafen-Chef Eric Malitzke hat noch viel vor. dpa

Flughafen-Chef Eric Malitzke hat noch viel vor.

LEIPZIG. Seine Enttäuschung war riesengroß. „Ich hätte vor Wut heulen können“, sagt Eric Malitzke. Vor Wut über das Nachtflugverbot für Passagiermaschinen am Flughafen Leipzig/Halle. Die Entscheidung wird den größten ostdeutschen Flughafen nach Berlin ab dem Sommerflugplan 2008 wohl Tausende Passagiere kosten. Die Wut trieb den Jungmanager in den Clara-Schumann-Park in Leipzigs City. Allein blieb er zwischen den klassizistischen Pavillons, allein mit sich und seinem gebremsten Ehrgeiz.

Eric Malitzke ist mit 34 Jahren der jüngste Flughafenchef Deutschlands – und hat in dreieinhalb Jahren schon mehr geschafft als andere Airportmanager in Jahrzehnten.

Im November 2004, kurz nach seinem Amtsantritt, entscheidet sich die Expresstochter der Deutschen Post, DHL, ihr neues europäisches Frachtdrehkreuz in Leipzig/Halle aufzubauen. Im Juli 2007 nimmt Malitzke die neue Start- und Landebahn Süd in Betrieb. Dann, im September 2007, gründen DHL und die Frachttochter der Deutschen Lufthansa, Lufthansa Cargo, eine gemeinsame Frachtfluglinie. Heimatflughafen soll ab 2009 Leipzig/Halle sein.

Das Frachtgeschäft am Flughafen boomt. Im vergangenen Jahr hat es sich auf über 100 000 Tonnen nahezu verdreifacht. „8 000 Tonnen Fracht haben wir im Gesamtjahr 2004 abgewickelt“, sagt er, während sein Wagen an den gummibootgelben Frachtterminals von DHL vorbeifährt, „ab April werden es 8 000 Tonnen pro Woche sein.“

Noch in diesem Jahr will er den nach Frankfurt und Köln-Bonn drittgrößten deutschen Frachtflughafen München überholen. Bis 2015 will er am Rivalen Köln-Bonn vorbeiziehen und Nummer zwei sein. Dessen Chef, Michael Garvens, bekommt dies schon zu spüren. Er rechne in diesem Jahr mit deutlich weniger Frachtverkehr, kündigte er vergangene Woche an. Volle Fracht voraus! lautet hingegen Malitzkes Parole.

Auch im Passagiergeschäft lief es zunächst gut. Die Zahlen stiegen von knapp zwei Millionen im Jahr 2003 auf über 2,7 Millionen Passagiere im vergangenen Jahr. Doch das neue Nachtflugverbot für Passagiermaschinen verhindert frühe Ferienflüge von Air Berlin und Condor. Zuvor hat sich bereits Tuifly zurückgezogen. Die Billig- und Ferienfluggesellschaft aus Hannover brachte im vergangenen Jahr rund 250 000 Passagiere nach Leipzig. „Das Loch werden wir nicht stopfen können und die Zahl von 2,7 Millionen Passagieren nicht halten können“, sagt Malitzke.

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