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26.02.2004

10:59 Uhr

Fok hatte den Bonus vorgeschlagen

Zeuge: Prämie für Esser war Anerkennung

Ein Vertreter des ehemaligen Großaktionärs Hutchison Whampoa hat im Mannesmann-Prozess um die umstrittenen Millionen-Abfindungen die Zahlungen an den früheren Konzernchef Klaus Esser am Donnerstag als Erfolgsprämie gerechtfertigt

Klaus Esser und Josef Ackermann. Foto: dpa

Klaus Esser und Josef Ackermann. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Der ehemalige Managing Director von Hutchison, Canning Fok, hat nach eigenen Angaben vom Donnerstag die umstrittene Anerkennungsprämie für Esser während der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone vor vier Jahren selber angeregt, um dessen Leistungen zu belohnen. Er habe die Prämie für Esser am 2. Februar 2000 vorgeschlagen als klar gewesen sei, dass die Übernahmeschlacht gegen Vodafone verloren sei, sagte der als Zeuge per Video aus Hongkong zugeschaltete Fok dem Düsseldorfer Landgericht. Fok hatte an jedem Februar-Tag zunächst mit Esser, dann mit dem damaligen Vodafone-Chef Chris Gent beraten, bevor er kurz in ein Gespräch der beiden Konzernlenker platzte.

"Im Gespräch mit Esser kam mir spontan der Gedanke an eine Anerkennungsprämie", sagte Fok. "Ich sagte, wir sind als Aktionär für ihre Arbeit sehr dankbar. Viele CEO's (Vorstandsvorsitzende) gehen den leichten Weg und geben früher auf, um sich eine gute Position im neuen Unternehmen zu sichern." Esser habe dagegen bis zum Ende gekämpft. Im Laufe der spektakulären Übernahmeschlacht hatte sich der Kurs der Mannesmann-Aktie drastisch erhöht, wovon natürlich auch der Großaktionär Hutchison Whampoa kräftig profitierte.

Esser habe damals zur Bedingung gemacht, dass neben ihm auch sein Team bedacht und die Zahlung von Mannesmann übernommen werde. Fok habe zehn Mill. britische Pfund für Esser und weitere zehn Mill. für das Team vorgeschlagen, sagte er.

Das Landgericht verhandelt seit Mitte Januar gegen insgesamt sechs Manager - unter ihnen neben Esser auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und der ehemalige IG Metall-Chef Klaus Zwickel. Schwere Untreue oder Beihilfe zur Untreue lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Esser allein hatte damals inklusive Pensionszahlungen ein Abfindungspaket von gut 30 Mill. ? erhalten. Die Staatsanwaltschaft sieht die Zahlungen an die ehemalige Mannesmann-Führung im Gesamtvolumen von rund 60 Mill. ? als ungerechtfertigt und überzogen an. Für schwere Untreue ist eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren möglich.

Esser hat stets bestritten, dass der von Fok in Aussicht gestellte Bonus eine Rolle im Übernahmekampf gespielt hat. Den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwurf der Käuflichkeit hatte er mehrfach zurückgewiesen. Die Mannesmann-Führung hatte sich bei der bis dahin teuersten Übernahmeschlacht der Industriegeschichte lange gegen den Kauf durch Vodafone gestemmt, dann aber plötzlich doch eingelenkt.

Auf die Frage, ob er am Abend jenes 2. Februar in ein Gespräch zwischen Esser und Gent geplatzt sei, um die Verhandlungen zur Vodafone-Übernahme zu beschleunigen, sagte Fok, er sei nur maximal fünf Sekunden in dem Raum gewesen. Esser habe ihn sofort des Zimmers verwiesen. Auf die Frage, ob er entsprechend einer Zeugenaussage vor dem Betreten des Gesprächszimmers gesagt habe, er wolle das Problem "auf dem chinesischen Weg" beilegen, sagte Fok, er könne sich nicht erinnern, etwas in dieser Art gesagt zu haben. Er könne aber auch nicht sagen, dass der Zeuge sich getäuscht habe.

Der Investmentbanker Dietrich Becker, der bei Mannesmann mit den Abwehrmaßnahmen vertraut war, hatte Anfang dieses Monats ausgesagt, Fok habe Esser Geld bieten wollen, um die Verhandlungen mit Vodafone zu erleichtern. Dies hatte Fok laut Aussage von Becker als den "chinesischen Weg" bezeichnet.

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