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16.01.2014

09:50 Uhr

Formel-1-Chef Ecclestone

„Warum sollte ich zurücktreten?“

VonCarsten Herz, Thomas Tuma, Yvonne Esterházy

ExklusivBernie Ecclestone könnte bald auch am Nürburgring das Sagen haben. Im Interview spricht er über seinen Wunsch, die insolvente Rennstrecke in der Eifel zu übernehmen und seinen letzten, ganz persönlichen Kampf.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone: „Es war unnötig, was mit dem Nürburgring geschehen ist.“ dpa

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone: „Es war unnötig, was mit dem Nürburgring geschehen ist.“

LondonEin dunkel verglastes Gebäude am Londoner Hyde Park. Kein  Adressschild, nur eine Klingel und Kameras. So unscheinbar der Bau, so mächtig sein Bewohner: Bernie Ecclestone, 83, Chef der Formel 1.  Hier laufen die Fäden des größten Motorsport-Ereignisses der Welt, und schon der Eingangsbereich macht klar, wer hier der Strippenzieher ist: Die Sekretärin sitzt auf einem umfunktionierten Rennwagen-Sitz als Bürostuhl. Im palisandergetäfelten Gang steht eine meterhohe Schwarz-Weiß-Zeichnung des legendären Rennfahrers Ayrton Senna - gemeinsam mit Ecclestone. In seinem mit Nippes aus aller Welt vollgestopften Büro spricht Ecclestone dann im gemeinsamen Interview von Handelsblatt und Wirtschaftswoche über die Bestechungsvorwürfe gegen ihn, eine Kaufofferte für den Nürburgring in Deutschland – und seine bislang erfolglose Suche nach dem Glück.

Handelsblatt: Mr. Ecclestone, in Grenoble kämpft der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher derzeit um sein Leben. Haben Sie Kontakt zur Familie und können Sie uns sagen, wie es ihm geht?

Bernie Ecclestone: Niemand weiß,  wie es wirklich um ihn steht. Wahrscheinlich wissen es nicht einmal die Ärzte genau. Es heißt, sein Zustand sei stabil.

Daten und Fakten zum Nürburgring

Eröffnung

18./19. Juni 1927

Rennstrecken

Grand-Prix-Strecke (5,148 km)
Nordschleife (20,832 km)

Lage

90 km südwestlich von Köln
60 km nordwestlich von Koblenz

Betreiber der Rennstrecke

Nürburgring Betriebsgesellschaft mbH

Geschäftsführer

Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt

Veranstaltungen pro Jahr

Motorsport-Events: etwa 100

Sonstige Events: etwa 200

Sie haben einmal gesagt, Geld sei die neue Weltreligion. Ist Cash auch für Sie das Wichtigste im Leben?

Ich erinnere mich gar nicht daran, das je gesagt zu haben. Am wichtigsten ist es, am Leben zu bleiben. Mir zum Beispiel geht es nur darum, meinen 84. Geburtstag zu erleben.

Angesichts Ihres Alters dürften Sie jedenfalls gelegentlich an Ruhestand denken.

Ich mache so lange weiter, wie ich meinen Job gut mache und das erreiche, was ich mir vorgenommen habe.

Möglicherweise werden Sie das aber nicht alleine entscheiden. Die Investmentfirma CVC hat als größter Anteilseigner der Formel 1 ein wichtiges Wort mitzureden.

CVC wird sich daran orientieren, ob ich meine Aufgaben gut erfülle oder nicht.

Und die wären?

Es geht darum, dass die Formel 1 in der Spur bleibt, und dass sie Geld verdient. Jeder Sport ist heute kommerziell.

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