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16.03.2012

10:13 Uhr

Forsa-Umfrage

Bürger schimpfen über Geldregen für Dax-Chefs

VonDorit Marschall, Dieter Fockenbrock

ExklusivViele Top-Manager erwirtschaften gute Gewinne und streichen dafür Millionengehälter ein. Doch die breite Mehrheit der Bevölkerung hat dafür kein Verständnis mehr. Denn der Durchschnittslohn wächst deutlich langsamer.

VW-Konzernchef Martin Winterkorn ist der bestbezahlte Dax-Manager. dpa

VW-Konzernchef Martin Winterkorn ist der bestbezahlte Dax-Manager.

FrankfurtVW-Chef Winterkorn hat gut lachen. Mit einem Jahresgehalt von 17,5 Milliarden Euro hat er für das abgelaufene Geschäftsjahr eine neue Rekordmarke gesetzt. Damit stößt er in eine Region vor, in der zuvor Daimler-Chef Dieter Zetsche oder Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann die Maßstäbe gesetzt hatten. Zetsche schaffte es 2007 erstmals über die Zehn-Millionen-Marke, Ackermann strich dann im gleichen Jahr sogar rund 14 Millionen Euro ein.

Alle diese Vorstandsvorsitzenden hatten ihre Unternehmen zugleich zu Rekordbilanzen geführt. Trotzdem hat die breite Mehrheit der deutschen Bevölkerung keinerlei Verständnis mehr für die Millionengehälter von Managern. Das zeigt eine repräsentative Bevölkerungsumfrage im Auftrag des Handelsblatts unter mehr als tausend Bürgern, die das Marktforschungsunternehmen Forsa Mitte dieser Woche erhoben hat.

Danach halten 71 Prozent aller Bundesbürger Millionengehälter für Manager auch dann nicht für gerechtfertigt, wenn sie gute Gewinne erwirtschaften. Nur 26 Prozent gestehen den Managern ein Millionengehalt zu. „Der Buhmann ist der Raffmanager“, sagt der Chef des Marktforschungsinstituts, Manfred Güllner, dem Handelsblatt.

Das durchschnittliche Gehalt des Vorstandsvorsitzenden eines Dax-Konzern lag laut einer aktuellen Studie der Beratungsfirma Towers Watson im vergangenen Jahr bei 5,5 Millionen Euro. Zu den Gehältern kamen noch Nebenleistungen hinzu. Die meisten Spitzenverdiener machten 2011 zwar knapp unter zehn Millionen Euro halt. Die Pensionsvorsorge der Unternehmen eingerechnet landen einige dann allerdings doch im zweistelligen Millionenbereich.
Heinz Evers, Vergütungsberater für Vorstände in den großen deutschen Konzernen, sieht die Entwicklung durchaus kritisch. Evers stellt eine "Verstetigung auf hohem Niveau fest". Eine Ursache dafür sind auch die weiter steigenden Fixbezüge der Vorstände. Zwei Millionen Euro Grundvergütung sind inzwischen mehreren Managern sicher.

Beispiel VW. Konzernchef Winterkorn hat knapp 1,9 Millionen Euro pro Jahr Festbezüge. Trotz der ohnehin explodierenden Boni und Langfristtantieme steigt aber das Grundgehalt für die VW-Manager um durchschnittlich sieben Prozent. Evers: "Warum müssen die Aufsichtsräte in solchen Fällen noch das Grundgehalt erhöhen?"

Kommentare (33)

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16.03.2012, 07:12 Uhr

Wie sieht es eigentlich mit " Millionen-Gehälter " von kickenden Fußball-Deppen und kreisfahrenden F1-Clowns aus ?

Jeder Kopf hat in der Marktwirtschaft halt seinen Preis. So einfach ist das !

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16.03.2012, 09:01 Uhr

FORSA verbreitet wieder Lügen-Statistik, wo bezahlte 1-EURO-Jobber als repräsentative deutsche Mehrheit befragt wurden.

Account gelöscht!

16.03.2012, 10:30 Uhr

Interessante Behauptung. Können Sie das auch belegen?

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