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26.03.2011

09:43 Uhr

Frank Asbeck

Sonnengott bei Solarworld

VonMartin Murphy

Solarworld-Chef Frank Asbeck und seine Branche profitieren vom Reaktorunglück in Japan. Doch als Gewinner der Riesen-Katastrophe will Asbeck gar nicht gelten.

Frank H. Asbeck, der Vorstandsvorsitzende der Solarworld AG. Quelle: APN

Frank H. Asbeck, der Vorstandsvorsitzende der Solarworld AG.

BonnFrank Asbeck ist für viele seiner Investoren ein großer Visionär, für andere ist er ein Großmaul. Immer wieder drängt sich der Chef und Gründer der Solarworld AG mit Paukenschlägen in die Öffentlichkeit. Bis in die Tagesschau schaffte er es etwa vor drei Jahren mit seinem Plan, den klammen Autobauer Opel zu übernehmen. Das Vorhaben scheiterte, weil General Motors an seiner deutschen Tochter festhielt.
Nicht minder öffentlichkeitswirksam waren die Millionen, die Asbeck für den Transfer von Lukas Podolski von Bayern zum 1. FC Köln lockermachte.

Damit schaffte er es in die Herzen der Kölner, die Commerzbank stufte dies aber als schlechten Witz ein. Die Analysten stuften die Aktie zurück. Asbeck ficht das nicht an. Er hat sich mit Solarworld ein eigenes Reich aufgebaut, hier ist er der Sonnengott.
Wer nun von dem erklärten Gegner der Kernenergie bei der gestrigen Bilanzpressekonferenz ein Donnerwetter Richtung Atomindustrie erwartet hatte, der wurde zunächst enttäuscht. Das Reaktorunglück in Japan sollte den Solarunternehmen Rückenwind geben.
Aber der sonst so wortgewaltige Asbeck schlug sanfte Töne an. "Ich war betroffen, als die Leute sagten, ihr seid mit der Katastrophe in Japan nun vorneweg." Für einen Moment hält er inne. Die Betroffenheit wirkt echt. Er will nicht als Gewinner von Nippons Reaktorkatastrophe gelten.
Er schiebt eine Hand auf dem Pult vor und greift einen der metallischen Klumpen, die vor ihm aufgehäuft sind. "Rohsilizium", sagt er. Daraus werden Solarzellen gemacht, die dann in Modulen verbaut Sonnenkraft in Strom umwandeln. "Solarkraft ist langfristig die Lösung." Atomkraft und die Folgen, die daraus erwachsen, die seien "unbezahlbar".
Mit dieser Überzeugung sah sich Frank Asbeck schon vor dem Reaktorunglück als sicherer Sieger im Rennen um die künftige Energieform. "Solarenergie wird immer billiger, konventionelle Energieträger wie Kohle immer teurer."

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