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24.05.2017

21:48 Uhr

Frankreich

Rüstungskonzern Safran kürzt Offerte für Zodiac

Im Januar gaben Rüstungskonzern Safran und der Flugzeugausrüster Zodiac den Zusammenschluss bekannt, nun kappt Safran sein Angebot um 15 Prozent je Aktie. Vorangegangen waren zwei Gewinnwarnungen bei Zodiac.

Safran hat im Januar die Fusion mit Zodiac bekanntgegeben. Reuters

Frankreich

Safran hat im Januar die Fusion mit Zodiac bekanntgegeben.

ParisDer französische Rüstungskonzern Safran kürzt seine milliardenschwere Offerte für den Flugzeugsitzbauer Zodiac. Nach zwei Gewinnwarnungen bei Zodiac kappte Safran sein Angebot am Mittwoch um 15 Prozent auf 25 Euro je Aktie. Damit verringert es sich um rund 1,1 Milliarden auf etwa 6,9 Milliarden Euro. Im Januar hatte Safran noch 29,47 Euro je Anteilsschein zahlen wollen. Das Management der ebenfalls französischen Zodiac stimmte der Reduzierung zu.

Nach den Gewinnwarnungen waren die Zodiac-Aktien zuletzt auf Talfahrt gegangen. Am Mittwoch wurden sie in Erwartung der Mitteilung der Unternehmen vom Handel ausgesetzt, zuvor lagen sie bei 22,96 Euro. Safran will mit der Übernahme zum weltweit drittgrößten Flugzeugzulieferer werden.

Wo Airbus Flugzeuge zusammenbaut

Vier Werke

Der größte europäische Flugzeughersteller Airbus baut in vier großen Produktionswerken auf drei Kontinenten Flugzeuge zusammen. Die Hauptproduktionsstätten.

Toulouse

Am Stammsitz von Airbus in der südfranzösischen Stadt mit mehr als 21 000 Beschäftigten in der Region werden auf mehreren Fertigungslinien die A320, A330, A350 und A380 endmontiert. Für die A320-Familie gibt es zwei Endmontagelinien.

Hamburg-Finkenwerder

Das Hamburger Werk in Finkenwerder ist mit 12 700 Beschäftigten die größte Produktionsstätte von Airbus in Deutschland. Für die Flieger der A320-Familie werden hier nicht nur Teile produziert, es gibt auch drei Endmontage-Linien. Eine vierte Linie soll in Hamburg entstehen, wenn die Produktion des Erfolgsschlagers A320 mehr als ohnehin geplant ausgeweitet wird. Auch an anderen Airbus-Programmen wie dem weltgrößten Passagierflugzeug A380 ist Hamburg beteiligt.

Tianjin

2008 eröffnete Airbus ein Werk als Joint Venture in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Dort werden von mehr als 400 Mitarbeitern ebenfalls Flugzeuge der A320-Familie montiert.

Mobile

Mit der Fertigungsstätte im US-Staat Alabama will Airbus dem Erzrivalen Boeing noch mehr Konkurrenz machen. Im Frühjahr 2016 soll dort der erste auf dem 470 000 Quadratmeter großen Areal montierte Mittelstreckenjet der A320-Familie ausgeliefert werden. 1000 Arbeitsplätze sind dort geplant.

Quelle: dpa

Zodiac hatte in den vergangenen Jahren erhebliche Probleme. Bei Flugzeugen wie dem neuen Großraumflieger Airbus A 350 und der kleinen A 320 Neo kam es zu Verzögerungen bei der Lieferung von Sitzen und Toiletten. Fabrice Brégier, der Chef der Zivilflugzeugsparte von Airbus, kritisierte den Zulieferer dafür öffentlich. Petitcolin sagte, Zodiac werde schrittweise zu den früheren Margen zurückkehren.

Safran und Zodiac: Franzosen bilden neuen Flugzeugbau-Giganten

Safran und Zodiac

Franzosen bilden neuen Flugzeugbau-Giganten

Der Rüstungskonzern Safran und der Flugzeugsitzbauer Zodiac Aerospace schließen sich zusammen. Durch die Fusion entsteht der weltweit zweitgrößte Luftfahrt-Zulieferer mit 21 Milliarden Euro Umsatz.

Angesichts der hohen Auftragsbestände sowohl von Airbus als auch von Boeing haben auch die Zulieferer eine sichere Perspektive. Doch zugleich sind sie zu hohen Investitionen gezwungen, um zuverlässiger und schneller mehr Flugzeuge bestücken zu können. Das erklärt den Zwang zur Konsolidierung unter den Zulieferern, die sich fortsetzen dürfte. Die Fusion Safran-Zodiac folgt der Logik der Branche.

Von

rtr

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