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05.08.2015

20:20 Uhr

Fraport

Flughafenbetreiber will 14 griechische Regionalflughäfen

Der Flughafenbetreiber Fraport will in Greichenland 14 Regionalflughäfen übernehmen. Die Regierung in Athen möchte die Gespräche nun schnell zu einem erfolgreichen Ende führen – es warten weitere Privatisierungen.

Die deutsche Fraport möchte 14 griechische Regionalflughäfen üernehmen. dpa

Unter anderem in Korfu

Die deutsche Fraport möchte 14 griechische Regionalflughäfen üernehmen.

AthenGriechenland will die Verhandlungen über den Betrieb von 14 Regionalflughäfen durch die deutsche Fraport einem Insider zufolge bis zum Spätherbst unter Dach und Fach bringen. Zurzeit liefen die Gespräche über einen Abschluss, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus der Privatisierungsbehörde. „Wir hoffen, dass das im Herbst geschieht, spätestens aber im November.“ Ein Fraport-Sprecher bestätigte, dass die vertraulichen Gespräche wieder aufgenommen wurde. Details nannte er nicht. Unter anderem geht es um den Flughafen auf der Insel Korfu, der besonders von Touristen genutzt wird.

Unter dem Druck seiner internationalen Gläubiger treibt Griechenland auch die Privatisierung anderer Firmen voran. So soll das Verfahren zum Verkauf des größten Hafens Piräus bis Anfang November abgeschlossen sein, sagte der Insider. Demnach können Investoren noch bis Ende des Jahres ihre Gebote für die staatliche Eisenbahn Trainose und bis Anfang 2016 für den zweitgrößten Hafen Thessaloniki einreichen.

Dem Insider zufolge soll die bisherige Privatisierungsanstalt die Verkäufe abwickeln. Der Aufbau einer neuen Behörde würde Zeit kosten und die Privatisierungen verzögern, hieß es. Nach den Vereinbarungen des ersten Hilfspakets sollte die jetzige Behörde eigentlich 50 Milliarden Euro bis 2015 einnehmen. Letztlich erlöste sie vier Milliarden.

An welchen Flughäfen Fraport beteiligt ist

Bulgarien

Airports Burgas und Varna: Fraport hält 60 Prozent an der deutsch-bulgarischen Gesellschaft Fraport Twin Star Airport Management. Die Verträge haben eine Laufzeit von 35 Jahren.

China

Xi'an Xianyang International Airport: Fraport hält 24,5 Prozent. Der Konzern ist der erste ausländische Flughafenbetreiber, der sich an einem nicht börsennotierten Flughafen in China engagiert.

Deutschland

Flughafen Hannover-Langenhagen: Fraport hält seit 2001 an dem Airport 30 Prozent der Anteile, die anderen 70 Prozent teilen sich die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen.

Griechenland

14 Regionalflughäfen: Es galt bereits als ausgemacht, dass Fraport den Betrieb von 14 Regionalflughäfen übernimmt. Die neue griechische Regierung stellte das Vorhaben zunächst infrage, im Dezember 2015 wurden dann aber die Verträge für das 1,23-Milliarden-Euro-Investment unterschrieben

Indien

Delhi International Airport: Fraport ist seit 2006 für 30 Jahre mit zehn Prozent an dem Betrieb des Flughafens in der indischen Hauptstadt beteiligt.

Peru

Aeropuerto Internacional Jorge Chávez, Lima: Fraport hält 70 Prozent der Anteile und ist langfristig im Rahmen eines Konzessionsvertrags engagiert.

Russland

Pulkovo Airport St. Petersburg: Fraport ist an dem Flughafenbetreiber Northern Capital Gateway beteiligt. Der Anteil beträgt 35,5 Prozent.

Senegal

Aéroport Blaise Diagne, Dakar, im Bau: Die Fraport-Beteiligung Daport betreibt den Flughafen nach Fertigstellung für 22 Jahre.

Slowenien

Aerodrom Ljubljana: Fraport hält 97,99 Prozent an dem Flughafen in Slowenien.

Türkei

Antalya Airport: Im Rahmen des Joint Ventures ICF Airports betreibt Fraport mit der türkischen IC Holding den Flughafen von Antalya. Fraport hält mit 51 Prozent die Mehrheit.

Griechenland verhandelt mit den Gläubigern im Moment über ein drittes Hilfspaket mit einem Umfang bis zu 86 Milliarden Euro. Die Frage nach der zuständigen Behörde hat dabei zu Verzögerungen geführt. Finanzminister Euklid Tsakalotos sagte allerdings am Dienstag, die Differenzen seien in der Frage nur gering.

Von

rtr

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