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07.01.2016

15:57 Uhr

Frauenquote

Etwas mehr Chefinnen in deutschen Konzernen

Die Vorstände deutscher Unternehmen werden nur langsam weiblicher. Wenige Frauen haben bislang einen Platz in der Chefetage, obwohl das Thema seit Jahren diskutiert wird. Nun setzen viele auf die gesetzliche Frauenquote.

Derzeit gibt es in den untersuchten 160 Unternehmen lediglich 40 weibliche Vorstände. dpa

Männliche Dominanz

Derzeit gibt es in den untersuchten 160 Unternehmen lediglich 40 weibliche Vorstände.

StuttgartIn den Vorständen der börsennotierten Unternehmen sitzen einige wenige Frauen mehr als noch vor einem Jahr. Zum Stichtag 1. Januar gab es 40 weibliche Vorstände in den untersuchten 160 Unternehmen, wie aus einer am Donnerstag in Stuttgart veröffentlichten Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hervorgeht. Vor einem Jahr waren es demnach 36 gewesen. Neuzugänge waren Erica Mann (Bayer, Consumer Health), Sylvie Matherat (Deutsche Bank, Chief Regulatory Officer), Corinna Schittenhelm (Schaeffler, HR) und Diana-Camilla Matz (Tele Columbus, Chief Customer Sales Officer). Insgesamt lag der Frauenanteil damit bei 5,9 Prozent.

Lediglich in 23 Prozent der Konzerne saß überhaupt eine Frau im Vorstand. Vor dem Hintergrund der seit vielen Jahren anhaltenden Diskussion sei dies ein „enttäuschendes Ergebnis“, erklärte Ana-Cristina Grohnert, Mitglied der Geschäftsführung bei EY. „Deutsche Vorstandsetagen bleiben mehrheitlich männliche Monokulturen.“

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Eine aktuelle Studie untermauert: Trotz vieler Lippenbekenntnisse steht die Frauenförderung auf der Prioritätenliste der meisten Banken weit unten. Dabei würde die Branche von einem Wandel in dieser Frage profitieren.

EY überprüfte die im Dax, MDax, SDax und TecDax gelisteten 160 Unternehmen. Derzeit steht mit Anke Schäferkordt bei der Mediengruppe RTL nur eine Frau tatsächlich an der Spitze; alle 39 anderen Frauen sitzen nicht im Chefsessel. Allerdings übernehmen die weiblichen Vorstände laut EY mehr und mehr Verantwortung: 38 Prozent von ihnen sind demnach für einen operativen Bereich - wie Produktion oder Logistik - verantwortlich. Ebenfalls relativ häufig, mit jeweils 20 Prozent, kümmern sich die weiblichen Vorstände um die Ressorts Personal und Finanzen.

Nach Branchen aufgeschlüsselt ist der Frauenanteil im Transport- und Logistikwesen mit 14 Prozent am höchsten. Auf Platz zwei folgt die Telekommunikationsbranche mit elf Prozent, vor der Finanzbranche mit zehn Prozent. Im IT-Sektor ist laut Analyse nur eine Frau in einem Vorstand vertreten, im Energiebereich werden Frauen im Vorstand vergeblich gesucht.

Seit Januar gilt in Deutschland eine Frauenquote für Aufsichtsräte. Das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen sieht vor, dass börsennotierte Unternehmen bei der Neubesetzung ihres Kontrollgremiums sicherstellen müssen, mindestens 30 Prozent der Posten von Frauen zu besetzen. Für Frauen im Vorstand gibt es keine genauen Vorgaben - nur freiwillige Ziele, zu deren Erreichen die Unternehmen regelmäßig berichten müssen.

Derzeit steht mit Schäferkordt bei der Mediengruppe RTL nur eine Frau tatsächlich an der Spitze. dpa

RTL-Chefin Anke Schäferkordt

Derzeit steht mit Schäferkordt bei der Mediengruppe RTL nur eine Frau tatsächlich an der Spitze.

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afp

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