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29.03.2011

18:07 Uhr

Frauenquote in Aufsichtsräten

Dax-Unternehmen wollen mehr weibliche Chefkontrolleure

Mehr Frauen in die Aufsichtsräte: Deutsche Dax-Konzerne wollen den Anteil weiblicher Führungskräfte in den Kontrollgremien steigern. Mindestens 32 weitere Frauen sollen in den nächsten Jahren in die Aufsichtsräte ziehen.

Frauenquote in den Aufsichtsräten: Der Anteil weiblicher Chefkontrolleure soll gesteigert werden. Quelle: dapd

Frauenquote in den Aufsichtsräten: Der Anteil weiblicher Chefkontrolleure soll gesteigert werden.

FrankfurtDer Anteil weiblicher Chefkontrolleure soll von zuletzt 13,4 Prozent auf 19,8 Prozent gesteigert werden. Das ergab eine am Dienstag vorgestellte Untersuchung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Ausgewertet wurden die Selbstverpflichtungen der Dax-Unternehmen. Insgesamt soll demnach in 18 der 30 Dax-Unternehmen der Frauenanteil steigen. Für diesen Mittwoch ist ein Spitzentreffen zur Frauenquote in Chefetagen unter anderem mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) geplant.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall begrüßte das Ziel der Bundesregierung, den Frauenanteil in der Industrie zu erhöhen. Von den 67 weiblichen Aufsichtsräten unter insgesamt 500 Aufsichtsratsmitgliedern vertreten der Untersuchung zufolge 47 die Arbeitnehmer, 20 wurden von den Anteilseignern gewählt. Ein höherer Frauenanteil solle vor allem durch mehr Frauen auf Seiten der Anteilseigner erreicht werden.

Trotz eines angepeilten Anteils von knapp 20 Prozent dürften die Konzerne hinter den politischen Erwartungen zurückbleiben, sagte Henning Hönsch, Partner und Aufsichtsratsexperte bei PwC. Eine Analyse der aktuellen Geschäftsberichte aller 30 Dax-Unternehmen habe ergeben, dass sich 24 Unternehmen ein an absoluten Zahlen oder durch Angabe eines Prozentsatzes messbares Ziel für den Frauenanteil im eigenen Aufsichtsrat gesetzt haben.

In der Metall- und Elektro-Industrie liegt der Frauenanteil laut Gesamtmetall bei rund 20 Prozent. Nach Einschätzung der Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Gabriele Sons, muss sich vor allem das Berufswahlverhalten ändern. Denn in der Rangliste der Ausbildungsberufe 2010 liege der Industriemechaniker bei jungen Frauen auf Platz 52, bei jungen Männern auf Platz drei. Ähnlich im Studium: Zwar stellten Frauen die Hälfte der Studienanfänger, ihr Anteil im Maschinenbau liege aber bei nur 18 Prozent - und bei 11 Prozent im Fach Elektrotechnik.

"Für die Spitze der Unternehmen eine Quote zu fordern, wenn unten nicht genügend Frauen nachrücken, ist reiner Aktionismus", sagte Sons. Werde eine flächendeckende und bedarfsgerechte Kinderbetreuung nur versprochen, aber nicht sichergestellt, stehle sich die Politik mit Quotenforderungen aus ihrer Verantwortung.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Politeia

29.03.2011, 20:24 Uhr

Wenn bei Beiträgen, bei denen es um männliche Führungskräfte geht, nackte Männerbeine statt Gesichtern gezeigt werden, lasse ich mir auch solche Bilder gefallen, die weibliche Führungskräfte beliebig auswechselbar auf körperliche Attraktivität reduzieren.

Account gelöscht!

30.03.2011, 08:33 Uhr

Das Foto der Damenbeine kann ich nur so verstehen, daß die Herren in den AR bisher auch kaum mehr in ihre Tätigkeit eingebracht haben als ihre Beine. Der Unterschied besteht dann nur darin, daß deren Beine mit Hosen verhüllt sind.

Mir persönlich wäre mehr Kopf (nebst Inhalt) wichtiger.

Benno

31.03.2011, 10:01 Uhr

500 relevante Aufsichtsratsposten gibt es, davon sollen 30% weiblich besetzt werden. Das sind 150 Posten, davon haben bereits 67 Frauen. Für die restlichen 83 Posten wird eine gesetzliche regelung angedroht. Haben unsere Politiker eigentlich nichts anderes zu tun, als diesen 83 Frauen einen Job zu besorgen?

Benno

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