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13.02.2014

06:29 Uhr

Frauenquote

Japan, Macholand

VonDana Heide

Keine Nation altert schneller als Japan. Gleichzeitig arbeiten dort so wenig Frauen wie in kaum einem anderen Land. Die Firmen bemühen sich nun auf Druck der Regierung, das zu ändern – mit teils ungewöhnlichen Maßnahmen.

Karriere statt Haushalt: Japans Ministerpräsident Shinzo Abe will Frauen stärker am Berufsleben teilhaben lassen. dapd

Karriere statt Haushalt: Japans Ministerpräsident Shinzo Abe will Frauen stärker am Berufsleben teilhaben lassen.

TokioVieles an Yushi Katayama ist ungewöhnlich. So ungewöhnlich, dass selbst US-Vizepräsident Joe Biden jüngst bei seinem dreitägigen Japan-Trip um ein persönliches Treffen mit dem Unternehmer bat, um von seiner Geschäftsidee zu lernen.

Katayama betreibt in der japanischen Hauptstadt das Gemeinschaftsbüro Hatch Cowork, zum Arbeiten bringt man dort aber nicht nur Laptop und Akten mit, sondern kann auch mit seinem Kind im Schlepptau auftauchen.

Großraumbüro mit Kindern: Hatch Cowork im Zentrum Tokios.

Großraumbüro mit Kindern: Hatch Cowork im Zentrum Tokios.

Noch ungewöhnlicher aber ist eigentlich, dass Katayama sich um seinen einjährigen Sohn selbst kümmert und die Erziehung nicht völlig seiner Frau überlässt. Denn die klassische Rollenverteilung – der Mann arbeitet, die Frau kümmert sich um Kind und Küche – ist in Japan noch immer weit verbreitet.

Dabei kann es sich das Land nicht leisten, auf Frauen als Arbeitskräfte außerhalb der Haushalte zu verzichten. Denn in keinem anderen Industrieland schrumpft die arbeitsfähige Bevölkerung so stark wie in Japan. Laut einer aktuellen Studie des Finanzdienstleisters Goldman Sachs könnte Japan 8,2 Millionen mehr Berufstätige haben – wenn das Land die eklatanten Unterschiede in der Beschäftigung von Frauen und Männern schließen würde.

Die mächtigsten Vorstandschefinnen der USA

Mary Barra

General Motors
Automobilindustrie
Fortune-500-Rang (des Unternehmens): #7
Im Dezember 2013 bestätigte General Motors, die 51-Jährige Chefin der Produktentwicklung an die Spitze des Konzerns zu befördern.

Meg Whitman

Hewlett Packard (HP)
Informationstechnologie
Fortune-500-Rang: #15
Die ehemalige Chefin des Online-Auktionshauses Ebay führt HP seit 2011. Ein Jahr zuvor hatte sie für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien kandidiert – erfolglos.

Virginia Rometty

IBM
Informationstechnologie
Fortune-500-Rang: #20
Etwas mehr als dreißig Jahre hatte „Ginni“ Rometty für den Technologiekonzern IBM gearbeitet, bevor sie Anfang 2012 den Sprung an die Spitze schaffte.

Patricia A. Woertz

Archer Daniels Midland
Agrar/Landwirtschaft
Fortune-500-Rang: #27

Indra K. Nooyi

Pepsi
Getränke, Nahrungsmittel
Fortune-500-Rang: #43

Marillyn Hewson

Lockhhed Martin
Rüstung
Fortune-500-Rang: #59

Ellen J. Kullman

DuPont
Chemie
Fortune-500-Rang: #72

Irene B. Rosenfeld

Mondelez International
Nahrungsmittel
Fortune-500-Rang: #88

Phebe Novakovic

General Dynamics
Rüstung
Fortune-500-Rang: #98

Carol M. Meyrowitz

TJX Companies
Einzelhandel
Fortune-500-Rang: #131

Der konservative Premierminister Shinzo Abe hat das Thema inzwischen angepackt. „Frauen sind Japans am wenigsten genutzte Ressource“, sagte er im vergangenen Jahr. „Unser großes Ziel ist es, den Anteil der Frauen in Führungspositionen auf 30 Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen.“ Immer mehr Unternehmen springen nun auf den Zug auf und kümmern sich um die „ungenutzte Ressource“ – Modelle wie das von Katayama werden ernsthaft begutachtet.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

13.02.2014, 08:56 Uhr

Ein Land, dessen Stolz heute nur noch arrogant bis albern wirkt. Seit 20 Jahren ohne wirtschaftlichen Schwung, politisch totalversagend, macht man sich mit dem enormen Schuldenberg und der - schlimmer als bei uns - überalterten Bevölkerung zur Karikatur seiner selber.
Wie war das noch in den 80er Jahren: Japan schaute verächtlich auf den Loser Deutschland. So rächt sich diese kleingewachsene Arroganz binnen einer Generation.

Prophet

13.02.2014, 09:24 Uhr

Und so wird sich Ihre Arroganz noch rächen!

Freidenker

13.02.2014, 09:32 Uhr

@clemensespe

Tja, die Arroganz steht den Deutschen auch sehr gut :)

Wie war das noch gleich? Hochmut kommt immer vor dem Fall. Und wer hier glaubt das die EU wieder besser wird und es Wohlstand für die Masse geben wird, muß schon sehr naiv oder ideologisch verblödet sein.

Es geht doch nur noch um PROFITMAXIMIERUNG UND ERHALTUNG DES SYSTEMS!! Der Westen insgesamt hat fertig. Mal sehen wie lange die Chinesen noch so mit ihrer Mischung aus Kommunismus und Kapitalismus durchhalten können.

Wenn die Masse nicht so naiv und dumm wäre, vorallem an diesem Spoelgeldsytsem kleben würde, gäb es auch mal wieder Visionen für eine bessere Zukunft. So aber versinkt sder gesamte Westen in Stagnation und Depression!

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