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02.11.2013

11:09 Uhr

Freshpet

Bio für den Bullterrier

Bio-Futter liegt bei amerikanischen Haustierbesitzern im Trend. Sie greifen tief in die Tasche, um ihren Lieblingen nur das Beste zu bieten. Dabei ist gar nicht klar, ob das für Hund und Katze überhaupt gesünder ist.

Freshpet-Mitbegründer Scott Morris: Sein Unternehmen verzichtet auf Konservierungsstoffe im Tierfutter. ap

Freshpet-Mitbegründer Scott Morris: Sein Unternehmen verzichtet auf Konservierungsstoffe im Tierfutter.

Bethlehem/USADie Gründer von Freshpet hatten die richtige Idee zur richtigen Zeit: Das US-Unternehmen bietet frisches Tierfutter ohne Konservierungsstoffe an. Ein Rückruf von Tiernahrung Anfang 2007, als Hunde und Katzen an verdorbenen Zutaten aus China sogar verendet sein sollen, rüttelte die US-Kunden auf und ließ sie über das Futter für ihre Lieblinge nachdenken. Der Umsatz von Freshpet ist inzwischen auf mehr als 100 Millionen Dollar (rund 73 Millionen Euro) pro Jahr gestiegen.

„Die Menschen versuchen, gesündere, weniger stark verarbeitete und einfachere Lebensmittel zu essen und ich glaube, diese Logik wenden sie auch an, wenn sie über ein Tierfutter entscheiden“, erklärt der Präsident und Mitbegründer von Freshpet, Scott Morris. Sein Unternehmen verzichtet auf Konservierungsstoffe, daher muss das Futter stets gekühlt gelagert werden.

Freshpet baute jüngst im Staat Pennsylvania für 25 Millionen Dollar (18 Millionen Euro) eine Futterfabrik. Dort werden tausende Kilogramm frisches Fleisch pasteurisiert, mit Gemüse vermischt und sofort gekühlt. Dann gehen die Pakete an mehr als 10 000 Geschäfte in Amerika.

Freshpet wurde von früheren Managern von Nestlé Purina gegründet, einem der größten Hersteller von Heimtiernahrung der Welt. Wie Freshpet wollen auch Purina und der Wettbewerber Del Monte Foods von der gestiegenen Zahlungsbereitschaft der Haustierbesitzer profitieren. Nestlé meldet wachsende Umsätze seiner Premium-Marke „Beyond““, deren Produkte „aus natürlichen Zutaten“ hergestellt werden. Del Monte übernahm im Juli den Tierfutterhersteller Natural Balance.

Katzen-Klischees und was an ihnen dran ist

Mögen Katzen kein Wasser?

Katzen hassen Wasser nicht, sie haben jedoch ein anderes Verhältnis zu ihm als viele andere Tiere. Als Nachfahren der nubischen Falbkatze waren sie ursprünglich Wüstentiere. Im Laufe ihrer Entwicklung ist die genetische Information, dass Wasser nur zum Trinken dient, erhalten geblieben, obwohl es durchaus auch Katzen gibt, insbesondere Jungtiere, die gern im Wasser planschen.

Können Katzen und Hunde einander nicht leiden?

Grundproblem ist die unterschiedliche Körpersprache, die zu Missverständnissen führt. Schwanzwedeln beim Hund bedeutet Freude, bei der Katze Aggression. Haben Katze und Hund die Möglichkeit, sich aneinander zu gewöhnen, zum Beispiel wenn Jungtiere miteinander aufwachsen, kann sogar eine tiefe Freundschaft entstehen.

Fallen Katzen immer auf die Füße?

Katzen fallen aus großer Höhe tatsächlich oft auf ihre Füße. Ihr Stellreflex bewirkt, dass eine Katze, die aus großer Höhe stürzt, sich automatisch dreht und in die richtige Landeposition bringt. Auch hat das Katzenskelett eine nahezu perfekte Federung, die zusammen mit der flexiblen Wirbelsäule, gepolsterten Pfoten und dehnbaren Gelenken die Aufprallenenergie absorbieren kann. Das bedeutet, dass Katzen bei einem Sturz aus größerer Höhe, etwa ab der siebten Etage, oft kaum oder gar unverletzt landen können.

Sollte man Katzen Milch geben?

Milch ist für Katzen nicht als Getränk geeignet, sondern als Nahrung zu betrachten. Kuhmilch vertragen viele Katzen aufgrund der enthaltenen Laktose nicht. Sie dürfen also nur kleine Mengen bekommen, da es sonst zu Durchfall kommen kann. Besser geeignet ist Kondensmilch, gegebenenfalls mit etwas Wasser vermischt.

Fangen Katzen besonders gerne Mäuse?

Die Katze ist als Beutegreifer für die Jagd kleinerer Tiere prädestiniert. Zu ihrem Beutespektrum gehören nicht nur Mäuse, sondern je nach Lebensraum auch Insekten, Vögel, Eidechsen, Schlangen, Ratten und andere Kleinsäuger. Die Maus allerdings ist das typische Beutetier und passt aufgrund der Größenverhältnisse optimal zum Jäger Katze.

Ungeachtet der wirtschaftlichen Lage hat Premium-Nahrung in den vergangenen Jahren immer größere Anteile des Marktes erobert. Die Umsätze mit den teuren Marken stiegen von 2002 bis 2012 um 68 Prozent, wie das Marktforschungsunternehmen Euromonitor International ermittelte. Die mittlere Preisklasse legte dagegen um 19 Prozent zu, die billigen Marken sogar nur um acht Prozent.

Die Hersteller setzen bei der Vermarktung auf Trends und Emotionen: das Interesse der Amerikaner an gesünderer Ernährung, die wachsende Popularität von Bionahrung und die Tendenz, Haustiere zu vermenschlichen. „Die Menschen denken an ihre Tiere nicht als Tiere, sondern als Familienmitglieder“, sagt Molly Maier von der Marktforschungsfirma Mintel Group. „Sie wollen die Mitglieder ihrer Familie mit dem gleichen Respekt behandeln wie sich selbst.“

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