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01.05.2012

09:11 Uhr

Friede Springer

„Axels freiheitliche Ideale sind aktueller denn je“

Die Verlegerwitwe Friede Springer (69) fühlt sich ihrem 1985 gestorbenen Ehemann Axel Springer noch immer eng verbunden. „Axel Springer lebt in meinem Herzen weiter“, sagt sie im Interview.

Friede Springer enthüllte im April eine Briefmarke zum 100. Geburtstag ihres verstorbenen Mannes. Reuters

Friede Springer enthüllte im April eine Briefmarke zum 100. Geburtstag ihres verstorbenen Mannes.

Frau Springer, am 2. Mai wäre Axel Springer 100 Jahre alt geworden. Das Unternehmen bereitet den Jahrestag seit Monaten vor. Wie werden Sie den Tag begehen?

Friede Springer: Zuerst bringe ich einen Strauß rosa Röschen ans Grab. Dann hole ich seine Enkelin Carina vom Flughafen ab und abends wird gefeiert.

Wie bleiben Sie heute mit ihm verbunden? Wie lebt er für Sie weiter - und was fehlt Ihnen am meisten?

Axel Springer lebt in meinem Herzen weiter. Doch manchmal fehlt es mir, ihn nach seiner Meinung fragen zu können.

Axel Springer war Journalist, hat ein Milliardenunternehmen aufgebaut und ist vor allem auch wegen seiner politischen Überzeugungen bis heute geachtet, aber auch umstritten. Welche seiner Facetten hat für Sie die größte Bedeutung?

Mich hat immer seine Meinungsfestigkeit - auch gegen große Widerstände - beeindruckt. Und seine ausgeprägte Bereitschaft zuzuhören und Fehler einzugestehen.

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Ja, da ist die Unbeirrbarkeit zu nennen, mit der Axel Springer an die Wiedervereinigung geglaubt und für sie gekämpft hat, auch noch zu einer Zeit, als dieses Thema politisch längst nicht mehr opportun zu sein schien. Und da ist zum Beispiel das Zusammentreffen von ihm mit Willy Brandt 1985 in Jerusalem, das nach Jahren großer Meinungsverschiedenheiten endlich wieder zu einer persönlichen Annäherung geführt hat.

Woher nahmen Sie den Mut, nach dem Tod Ihres Mannes 1985 den Verlag zu führen?

Ich weiß nicht, ob „Mut“ das richtige Wort ist. Ich fühlte mich einfach herausgefordert, das Haus zusammen zu halten und vor Übernahmen zu schützen.

Hatten Sie manchmal Zweifel, ob Sie es schaffen - und wenn Sie gewusst hätten, was auf Sie zukommt, hätten Sie es dann auch gemacht?

Ja, solche Zweifel hatte ich gelegentlich schon. Aber ich habe nie aufgegeben, sondern einfach weitergemacht. Es waren und sind die Herausforderungen, die mich reizen.

Kommentare (1)

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pressekeo

01.05.2012, 13:28 Uhr

die gute elfriede springer hat nicht das geld ,um sich von den mitaktionären frei zu kaufen.

sie hat noch an den aktienkäufen der letzten jahre zu knabbern.deshalb wird ja auch im verlag so fantasiereich bilanziert ,um ihr mit hohen dividenden die schuldentilgung zu erleichtern.

im übrigen wär es auch wirtschaftlich unsinn bei absehbar begrenzter lebensdauer ohne natürlichen erben in einen "squeeze out" zu investieren

zwischenzeitlich finanziert sich springer schon über schuldscheine bei den sparkassen/landesbanken,so döpfner bei der hauptversammlung 2012.

wünschen ich also frau springer viel glück,das muß man haben,mit ihrem hausmeier-ich wette drauf,er möchte eher major domus genannt werden-dr.döpfner

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