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11.01.2007

16:39 Uhr

Früher im Durchschnitt 24, jetzt 2,50 Euro

Bankkunden müssen für Auslandsüberweisungen weniger bezahlen

Die Bankkunden in der Europäischen Union müssen nach Angaben der EU-Kommission heute deutlich geringere Gebühren für Auslandsüberweisungen zahlen als noch vor einigen Jahren.

HB BRÜSSEL. Wurden für eine 100-Euro-Transaktion innerhalb der EU vor geraumer Zeit im Schnitt noch 24 Euro Gebühren fällig, lagen sie im Jahr 2005 bei 2,50 Euro, wie die Kommission am Donnerstag in Brüssel in einem Bericht mitteilte. Das sei die Folge von EU-Vorschriften, nach denen Kreditinstitute für Euro-Überweisungen ins europäische Ausland keine höheren Gebühren verlangen dürften als für Transaktionen im Inland.

Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy erklärte, die EU-Maßnahmen hätten konkrete Verbesserungen für die Verbraucher bewirkt. Er lobte das Verhalten der Institute: "Die Banken haben sehr positiv reagiert und verfolgen nun das ehrgeizige Projekt, einen einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum aufzubauen, in dem alle Zahlungen in Euro wie Inlandszahlungen behandelt werden." Entgegen den Befürchtungen der Banken seien die Kosten für nationale Überweisungen nicht gestiegen.

In dem Bericht wird nach Angaben des Kommission untersucht, ob und wie sich die 2001 angenommene EU-Verordnung über grenzüberschreitende Zahlungen in Euro auf die Bankgebühren für Inlandszahlungen ausgewirkt haben. Selbst nachdem die Einführung der Einheitswährung abgeschlossen war, waren solche grenzüberschreitende Zahlungen erheblich teurer als entsprechende Inlandszahlungen, wie die Kommission feststellte. Die Zahlungssysteme der Banken seien damals auf nationaler Ebene organisiert gewesen und die Infrastruktur für solche Zahlungen ineffizient und langsam.

Zur Verbesserung der Situation wurden auf EU-Ebene entsprechende Vorschriften erlassen. Seitdem sind nicht nur die Gebühren gesunken. Ein Bankkunde muss zudem nur die internationale Bankkontonummer (IBAN) und die internationale Bankleitzahl (BIC) der Person angeben, der das Geld überwiesen wird.

Wie die "FTD" berichtete, kritisierte die Kommission aber, dass die Kosten in Staaten wie Frankreich und Italien immer noch hoch sein. Insgesamt liefern die Ergebnisse Brüssel demnach Argumente für die ins Stocken geratene Initiative zu einem gemeinsamen Zahlungsverkehrsraum SEPA. Elektronische Zahlungen sollen so grenzübergreifend genauso günstig, schnell und sicher durchgeführt werden wie national.

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