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23.08.2014

11:39 Uhr

Frühere Führungsriege

Geldauflage für Kemmer im BayernLB-Prozess

Im Prozess gegen die frühere Führungsriege der BayernLB soll das Verfahren um den Fehlkauf der Hypo Alpe Adria gegen vier der insgesamt sechs Angeklagten gegen Geldauflagen von bis zu 20.000 Euro eingestellt werden.

Die Firmenzentrale der BayernLB in München:  Die gestrige Einigung wird heiß diskutiert. dpa

Die Firmenzentrale der BayernLB in München: Die gestrige Einigung wird heiß diskutiert.

MünchenIm Prozess gegen die frühere Führungsriege der BayernLB soll das Verfahren gegen vier Angeklagte nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ gegen geringe Geldauflagen eingestellt werden. So sei für den früheren BayernLB-Vorstand Michael Kemmer, der inzwischen an der Spitze des Bundesverbandes deutscher Banken steht, eine Zahlung von 20.000 Euro vorgesehen, berichtet das Blatt in seiner Samstag-Ausgabe. Ein Sprecher Kemmers wollte zu dem Bericht keine Stellungnahme abgeben.

Auch beim früheren Vize-Chef der Landesbank, Theodor Harnischmacher, sei die Einstellung gegen Zahlung von 20.000 Euro vorgesehen, schreibt die Zeitung weiter. Die früheren Vorstände Ralph Schmidt und Stefan Ropers sollen demnach jeweils 5000 Euro zahlen. Das Verfahren gegen den früheren BayernLB-Chef Werner Schmidt und den damaligen Vize Rudolf Hanisch werde dagegen fortgeführt.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Am Freitag hieß es aus informierten Kreisen, denkbar sei eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage bei zumindest vier der sechs Angeklagten. Bereits seit längerem sprechen die Beteiligten über eine mögliche Einigung, bisher gab es aber kein Ergebnis. Dem Vernehmen nach ist es möglich, dass das Gericht sich mit der Frage bereits am Montag auseinandersetzen wird. Das Verfahren startet an diesem Tag nach einer vierwöchigen Pause wieder. Ende Januar hatte der Prozess um den Fehlkauf der Krisenbank Hypo Alpe Adria begonnen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr reiner tiroch

25.08.2014, 08:59 Uhr

über 1 Mrd zuviel gezahlt, für 20.000.-€ Strafe? da kommt aber billig weg, was?

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