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04.04.2012

18:17 Uhr

Früherer EZB-Chef

Trichet kümmert sich auch weiter um die Krise

Der frühere EZB-Chef wird künftig für das Brüsseler Institut Bruegel arbeiten. Dort will er sich um die Ursachen der Finanz- und Schuldenkrise kümmern. Der deutschen Reformpolitik sprach Trichet indes ein Lob aus.

Jean-Claude Trichet leitet künftig das Brüsseler Institut. dpa

Jean-Claude Trichet leitet künftig das Brüsseler Institut.

BrüsselJean-Claude Trichet übernimmt die Leitung des Brüsseler Instituts Bruegel. Der frühere EZB-Präsident werde künftig an der Spitze des elfköpfigen Vorstands des auf internationale Wirtschaftspolitik spezialisierten Forschungszentrums stehen, sagte am Mittwoch Bruegel-Direktor Jean Pisani-Ferry.

Trichet hatte die EZB im Oktober 2011 verlassen. Während seiner achtjährigen Amtszeit in Frankfurt steuerte er die Währungsunion unter anderem durch die globale Finanzkrise und die europäische Schuldenkrise. Die Krise und ihre Ursachen würden auch weiter ein Schwerpunkt seiner Arbeit sein, sagte der 59-jährige Franzose.

„Das Hauptproblem ist die Anfälligkeit des globalen Finanzsystems“, sagte Trichet. Seit dem Beginn der globalen Krise 2007 sei die Frage unbeantwortet geblieben, wieso sogar die führenden Volkswirtschaften in kurzer Zeit in den Strudel geraten konnten. Die Schuldenkrise in der Eurozone sei eine Fortsetzung der Finanzkrise. Zu Beginn habe die USA im Mittelpunkt gestanden, nun sei es Europa.

Ausdrückliches Lob zollte Trichet der Bundesregierung. Dank der Reformen seit der Wiedervereinigung habe sich Deutschland als besonders widerstandsfähig erwiesen. Diesem Beispiel müssten nun auch andere Euro-Länder folgen. Nötig seien „individuelle Anpassungsmaßnahmen, kollegiales Monitoring und - wenn nötig und gerechtfertigt - Hilfe.

Von

dapd

Kommentare (2)

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Dr.NorbertLeineweber

04.04.2012, 21:22 Uhr

Jetzt kann Trichet endlich erforschen, wieso er jämmerlich versagt hat. Der schlechteste Notenbankpräsident nach Greespan, hat es doch tatsächlich "vergessen" die Südländer wegen ihere 70%-igen Lohnsteigerung zu rüffeln, geschweige denn an die Kandarre zu nehmen. Auch die verfehlte Wirtschafts- und Finanzpoltik und das Schuldekarussel war ihm relativ egal. Herrn Trichet empfehle ich ein Buch von mir. Da braucht er nicht mehr forschen, weil der Abgesang auf den Euro schon mit seiner Einführung eingeleitet war. Achtung und jetzt kommts: Statt das Buch zu lesen kann Trichet jahrelang zu höchsten Bezügen forschen. Einfach sagenhaft: Wenn Trichet extremen Forschergeist beweist, wird er in 10 Jahren so schlau sein wie ich. Was für ein Notenbankpräsident ! Das Buch heißt: "Mehr Markt weniger Staat - Wege aus der Krise, hrsg. von Norbert Walter 1993. Die andere 10 Vorstandshampel kann man dann im übrigen auch entlassen. Mit einer noch simpleren Begründung: Man druckt sich alles aus, was ich in der FAZ, dem Handelsblatt und der FTD ins Netz gestellt habe, dann haut man den Forschern die Ausdrucke so lange auf den Kopf, bis sie verstanden haben was d`rinsteht. Und dann löst sich der Verein in Luft auf und kann sein Budget Leuten spenden, die durch die von der EZB angezettelte Finanzkrise auf einer Station für Depressive gelandet sind. Trichet trägt die gleiche Verantwortung wie Barroso und Juncker. Er hat die Schuldenorgie nicht unterbunden. Geschweige denn hat er vor der amerikanischen Immobilienblase gewarnt.

Dr.NorbertLeineweber

04.04.2012, 21:42 Uhr

Zum Beitrag zu Trichet gehören auch die beiden Kommentare von mir zum heutigen Artikel von Nobert Häring, da wusste ich vom Forscherdurchbruch Trichets noch nichts: "Ist die Staatsschuldenkrise eine Folge der Bankenkrise?" Da steht in Verquickung zu meinem Buch eigentlich schon alles drin, was es zu erforschen gibt. Ich denke, dass die Ursachenforschung ein scheinheiliges Ablenkungsmanöver ist, weil sich ja eigentlich jeder fragen muss, was Trichet bei der EZB überhaupt gemacht hat ohne auf die Leistungsbilanzdefizite und die Target 2-Salden zu stoßen.
Es würde mich nicht wundern, wenn seine Sekretärin aus Versehen einen Kaffe über die Statistiken verschüttet hat. Damit waren die Statistiken natürlich unbrauchbar.
Ich sehe das so: Schröder hat seine Pipeline bekommen, und Trichet war sein ganzes Leben dermaßen blöd, dass er jetzt mit der Forschung anfängt. Und ganz selbstverständlich steht den bahnbrechenden Forschungen von Trichet schon vorab die höchste Anerkennung zu. Nun Trichet kann sich mit der Forschung an seinem Totalversagen seiner Selbstverwirklichung widmen. Und er kann ganz oben von seiner Bedürfnispyramide auf das Europa hinuntersehen, das er höchstpersönlich ruiniert hat.

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