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24.02.2012

14:33 Uhr

Führungskräftetraining

Metro schickt Nachwuchsmanager an den Südpol

VonClaudia Obmann

Extremes Training für Nachwuchsmanager: Die Metro schickt ihre Zöglinge ins ewige Eis, um Teamgeist und Führungsverantwortung zu entwickeln. Online liefert das Team Berichte von seiner Expedition.

Drei Nachwuchsmanagerinnen, die im Auftrag von Metro die Antarktis erobern. Metro Group

Drei Nachwuchsmanagerinnen, die im Auftrag von Metro die Antarktis erobern.

DüsseldorfZelten am Südpol – auf dem kältesten und zugigsten Campingplatz der Welt. Dieser Herausforderung wollen sich Nele Muyshondt, Nathalie Gourdin und Audrey Venant in den nächsten Tagen stellen. Die 25-jährige Belgierin, die 28-jährige Deutsche und die 25-jährige Französin sind Nachwuchskräfte des Handelskonzerns Metro und werden von ihrem Chef Olaf Koch morgen für neun Tage ins ewige Eis geschickt.

In der Antarktis sollen die Gewinnerinnen eines firmeninternen Talentwettbewerbs besonders intensive Erfahrungen in Sachen Teamgeist und Führungsverantwortung sammeln. Was die drei jungen Frauen, die sich für die Teilnahme an dem Antarktis-Abenteuer mit einem selbstgedrehten Video qualifiziert haben, in einer der unwirtlichsten Gegenden der Erde erwartet, weiß Mohamed Azzazi, Physiker beim Ölkonzern Shell. Er nahm an der letztjährigen Expedition unter der Leitung des britischen Polarforschers Robert Swan teil.

Azzazi beschreibt sein Schlüsselerlebnis in Sachen Teamwork am Pol so: „Kaum landeten wir an, einigten wir uns schnellstens auf die beste Lage für unsere Zelte und bauten sie auf. Denn so unterschiedlich wir auch waren, so einte uns doch alle das gleiche Ziel: Überleben. Und dazu war Kooperation das oberste Gebot.“

Robert Swan, dessen amerikanische Organisation „2041“ die Expedition für Manager und Unternehmer vom argentinischen Ushuaia aus durchführt, ergänzt: „Wenn man in den rauen Bedingungen der Antarktis arbeitet, lernt man, dass man gemeinsam stark, allein dagegen angreifbar ist.“

Kooperation, Kommunikation, Wir-Gefühl – Führungskräfte-Trainings, die in fremder Umgebung durch ungewöhnliche Gruppenerlebnisse Managern neue Impulse für ihren Berufsalltag bescheren sollen, sind zwar verbreitet. Extreme Veranstaltungsorte wie die Antarktis jedoch bleiben meist den Spitzenmanagern vorbehalten – nicht zuletzt als exklusive Form der Belohnung.

Ihren Führungsnachwuchs schicken Konzerne üblicherweise in Hochseilgärten oder auf eine Rennstrecke, wo Autos gefahren werden müssen, bei dem jedes Teammitglied eine Funktion – von der Kupplung über die Lenkung bis zur Bremse – übernimmt, und alle sich perfekt abstimmen müssen, um voranzukommen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

24.02.2012, 15:48 Uhr

Metro sollte seine Nachwuchskräfte lieber mal in einen eigenen realen deutschen Real-Markt führen, und dann zum Zwecke des Vergleichs nach Großbritannien zu einem beispielsweise TescoExtra fliegen.
Wesentlich heilsamer und auch billiger als dieses hier beschriebene von einem Pathopsychologen ausgedachte Programm.

kunerich

24.02.2012, 18:14 Uhr

Na wenn das mal nicht umweltfreundlich ist...

Account gelöscht!

24.02.2012, 18:32 Uhr

So gehen Unternehmen verschwinderisch mit dem Geld um, welches der kleine Angestellter mit seinen Hungerlöhnen finanzieren muss.

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