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25.09.2015

07:59 Uhr

Führungsstil

Sollen Chefs Kumpels oder Diktatoren sein?

VonKerstin Dämon
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Der moderne Chef ist nahbar, hat immer ein offenes Ohr für seine Leute, ist dazu noch gutes Vorbild – ein Kumpeltyp. Was viele Coaches predigen, halten Manager wie etwa Freenet-Chef Christoph Vilanek für Blödsinn.

Je nachdem, wen man fragt, müssen Chefs wahre Diktatoren sein. Fotolia.com

Wie sollte ein Chef sein?

Je nachdem, wen man fragt, müssen Chefs wahre Diktatoren sein.

Vom Führungsstil hängt einiges ab: Die Motivation der Mitarbeiter steht und fällt auch mit dem Chef. Bei miesen Chefs herrscht in der Regel eine hohe Fluktuation sowie ein hoher Krankenstand – schlechte Chefs ruinieren auf Dauer die Psyche ihrer Mitarbeiter.

Diese Erkenntnis ist mittlerweile auch in den Führungsetagen angekommen. 64 Prozent der Unternehmen in Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland, Niederlande, Österreich, der Schweiz und den Vereinigten Arabischen Emiraten ändern gerade ihre Führungskultur oder planen es, wie eine aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half zeigt. Der Grund: Die Unternehmen versprechen sich, durch eine bessere Führungskultur ihre Mitarbeiter besser an sich zu binden.

Wie Sie als Chef auf Feedback reagieren sollten

Offenes Ohr

Schaffen Sie eine Kultur, in der Ihr Mitarbeiter Ihnen auch Feedback geben darf. Machen Sie klar, dass Sie ein offenes Ohr für Kritik haben.

Fragen stellen

Wenn ein Mitarbeiter Sie kritisiert, fragen Sie nach, welche Situation er konkret meint. So stellen Sie sicher, dass Sie die Kritik richtig interpretieren.

Nicht rechtfertigen

Wehren Sie sich nicht gegen die Vorwürfe. Lassen Sie den Mitarbeiter ausreden, hören Sie sich die Kritik an und denken Sie darüber nach.

Bedanken

Sagen Sie am Ende des Gesprächs „danke“. Das gibt auch dem Mitarbeiter eine Wertschätzung dafür, dass er Kritik geäußert hat.

Feedback auf das Feedback geben

Geben Sie Ihrem Kritiker Feedback. Sprechen Sie ihn ein paar Tage später an und machen Sie ihm klar, dass Sie sich mit seiner Kritik auseinandergesetzt haben.

Fehler zugeben

Falls die Kritik berechtigt war: Seien Sie sich nicht zu schade, einen Fehler zuzugeben.

Das Gespräch suchen

Nicht jeder Mitarbeiter fühlt sich wohl damit, seinen Chef zu kritisieren. Wenn Sie die Meinung interessiert, ergreifen Sie selbst die Initiative und fragen Sie nach, was der Mitarbeiter denkt.

Immerhin sind 74 Prozent der befragten Personaler besorgt, Top-Mitarbeiter an die Konkurrenz zu verlieren. Gleichzeitig beklagen 89 Prozent der Befragten, es sei eine große oder sogar sehr große Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Wenn der Chef dann noch eine cholerische, inkompetente Pfeife ist, macht das die Aufgabe der HRler nicht leichter.

In Deutschland gaben acht Prozent der Unternehmen deshalb an, die Führungskultur bereits angepasst zu haben - was auch immer das in der Realität heißen mag. Um die Mitarbeiterbindung zu stärken, ändern derzeit 38 Prozent der befragten Unternehmen ihren Führungsstil, 26 Prozent wollen in den nächsten zwei Jahren an dieser Stellschraube drehen.

Aber was heißt denn nun gute Führung? Geht es um diese Frage, ist oft von flachen Hierarchien, partnerschaftlichem Verhalten und vor allem viel Transparenz die Rede. „Ein wichtiger Faktor ist die Kommunikation und die Wertschätzung, die Mitarbeiter beispielsweise durch die Einbindung in Entscheidungsprozesse oder die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, spüren“, sagt entsprechend auch Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half.

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