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04.01.2007

10:08 Uhr

Führungswechsel bei der WHO

Eine Chinesin soll die Welt kurieren

VonJan Dirk Herbermann

Die Chinesin Margaret Chan leitet ab dem heutigen Donnerstag die Weltgesundheitsorganisation WHO. Keine einfache Aufgabe für die 59-Jährige, denn trotz steigender Ausgaben lassen sich Killerseuchen wie Aids, Malaria oder Tuberkulose kaum stoppen.

GENF. Es war eine Meldung aus Vietnam, die Margaret Chan einen Tag vor ihrem Amtsantritt besonders interessiert haben dürfte: Die Regierung in Hanoi orderte am Mittwoch in China 500 Millionen Einheiten Impfstoff, um Geflügel gegen einen Ausbruch der Vogelgrippe zu wappnen. Der Kampf gegen die Tierseuche wird künftig – noch stärker als bisher – zu Chans Hauptaufgaben gehören, denn ab dem heutigen Donnerstag leitet die Chinesin die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Doch die 59-Jährige wird in ihrer Amtszeit, die bis Juni 2012 reicht, auch an anderen Fronten zum Einsatz kommen: Die drei großen Seuchen Aids, Malaria und Tuberkulose sind kaum zu bekämpfen, obwohl die WHO viel Geld in entsprechende Programme steckt. Auch an nicht ansteckenden Krankheiten wie Krebs sterben immer mehr Menschen. Die Weltbevölkerung ist nicht gesund – und eine chinesische Ärztin soll helfen, sie zu kurieren.

„Die Gesundheit der Frauen und die Gesundheit der Menschen Afrikas werden ein Schwerpunkt meiner Arbeit“, umriss die verheiratete Frau und Mutter eines Sohnes ihre künftigen Prioritäten. „Mein Herz gehört ihnen.“ So weist die WHO in ihrem Weltgesundheitsreport 2006 darauf hin, dass in den südlich der Sahara gelegenen Ländern Afrikas Jahr für Jahr immer noch knapp 1,2 Millionen Neugeborene sterben. Auch den Kampf gegen die Beschneidung von Frauen hat sich die Organisation der Vereinten Nationen zur Aufgabe gemacht.

Als WHO-Chefin muss Chan den globalen Kampf gegen die gefährlichsten Malaisen koordinieren. Das nötige Rüstzeug für ihren schweren Job bringt die bisherige beigeordnete Generaldirektorin, die 1997 in Kanada ein Medizinstudium abschloss, mit: 2003 fing sie bei der Weltgesundheitsorganisation an und bereits zwei Jahre später stieg sie zur Leiterin der Abteilung zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten auf. Auch das Programm gegen die Vogelgrippe leitete die Chinesin.

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