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03.02.2006

21:54 Uhr

Fünf Fragen an Helena Nordmann-Knutson

Analystin: „Konkurrenten haben Probleme zu kontern“

Helena Nordmann-Knutson ist Analystin beim schwedischen Börsenmakler Öhman Equities. Im Interview spricht sie über den Erfolg von Nokia.

Handelsblatt: Frau Nordman-Knutson, Nokia scheint in einer anderen Liga zu spielen. Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Helena Nordman-Knutson: Nokia hat über eine sehr lange Zeit eine überaus stabile Führung mit einem sehr charismatischen Jorma Ollila an der Spitze gehabt. In Finnland gibt es eine Grundkraft, die die Nation auszeichnet. Sie fighten, können sich auch wieder von unten hochkämpfen. Die Organisation ist etwas hierarchischer als in Schweden, aber nicht zu hierarchisch. Auch verfügt Nokia über eine flexible Organisation.

Was bedeutet der anstehende Führungswechsel für Nokia?

Ich glaube, Nokia läuft heute ganz von allein. Hätten Sie mich vor acht Jahren gefragt, als Nokia massive Logistik-Probleme hatte, wäre die Antwort anders ausgefallen. Damals war es Ollila, der das Bewusstsein für eine perfekte Logistik geschärft hat. Heute hat Nokia diese perfekte Logistik, arbeitet überall nahe den Märkten. Das ist in der Branche einmalig. Ich glaube, heute ist Nokia nicht mehr so von Ollila abhängig. Nokia hat das sehr geschickt gemacht: Ollila arbeitete ja in der letzten Zeit schon nicht mehr so stark im operativen Geschäft.

Ist Nokias Abhängigkeit von Handys zu hoch?

Es ist immer ein Risiko, zu stark von einem Bereich abhängig zu sein. Doch, auch wenn man es noch nicht so deutlich sieht, ist Nokia dabei, das sehr schnell zu verändern. Man hat den Handy-Bereich diversifiziert: Heute gibt es die Sparten Multimedia und Handys. Den Multimedia-Bereich ist wie ein Werkzeug für etwas anderes, während es sich bei der Handy-Sparte um Geräte für reine Sprachübermittlung handelt. Der Bereich für Unternehmenslösungen soll darüber hinaus wachsen. Und hier stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung.

Wo liegen die Risiken?

Nokia muss aufpassen, nicht nur noch ein Massenhersteller, sondern auch ein Entwickler von High-End-Produkten zu sein. Um diesen Bereich zu stärken, hat Nokia die Sparte Multimedia aufgebaut.

Wann werden die Verfolger Nokia eingeholt haben?

Im Massengeschäft wird es Motorola und Samsung nie gelingen. Nokia produziert so effektiv und kostengünstig, dass etwa Motorola, die von einem einzigen Modell – dem Razr – abhängig sind, Schwierigkeiten hat, da zu kontern. Nokia hat bewusst sein Branding in den Emerging Markets gestärkt und wird später davon enorm profitieren, wenn die Verbraucher möglicherweise ein teureres Modell kaufen.

Die Fragen stellte Helmut Steuer.

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