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07.03.2006

11:22 Uhr

Fünf Fragen an: Wolfgang Krüger

„Know-how und Finanzkraft“

VonDas Gespräch führte Joachim Hofer.

Wolfgang Krüger ist Professor an der Fachhochschule für Mittelstand in Bielefeld. Dem Handelsblatt stand er Rede und Antwort zur Nachfolgefrage in mittelständischen Unternehmen.

Mehr über die Serie und das begleitende Buch erfahren Sie beim Klick auf das Pluszeichen. Grafik: Handelsblatt

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Herr Krüger, die Heuschrecken-Debatte hat Private-Equity-Firmen in ein schlechtes Licht gerückt. Was ist dran an der These von den gefräßigen Ausländern?

Das Heuschreckenbild ist absurd, da Private-Equity-Firmen schon im eigenen Interesse keinen Kahlschlag machen, sondern etwas mitbringen: dringend benötigtes Eigenkapital und Management-Know-how.

Mittelständler haben die Qual der Wahl, wenn es um Nachfolgefragen geht. Welche Rolle sollten bei solchen Überlegungen Beteiligungsgesellschaften spielen?

Gehen wir von einer günstigen Variante aus: Ein Familienmitglied ist geeignet und bereit, die Nachfolge in einem soliden Unternehmen anzutreten, aber es fehlt das nötige Kleingeld, um Wachstumspotenziale zu nutzen. Hier empfehle ich, die Kapitalbeschaffung unter das Primat der Familienautonomie zu stellen. Denn alle Beteiligungen schränken den Spielraum der Eigner ein.

Und wenn niemand aus der Familie zur Verfügung steht?



Dann sind Private-Equity-Firmen zumeist auch auf die Finanzierung eines Management-Buy-Outs spezialisiert, bei dem Führungskräfte eine Beteiligung eingehen oder das Unternehmen ganz übernehmen. Ob mit oder ohne Nachfolger, bei ertragsschwachen Unternehmen werden sich wenige potenzielle Investoren dafür interessieren.



Ein Knackpunkt beim Verkauf an Finanzinvestoren ist deren Strategie, nach wenigen Jahren bereits wieder auszusteigen. Schadet das den Firmen?

Viele Familienunternehmen zeichnen sich durch eine langfristige, wert- und werteorientierte Strategie aus. Ein moderates Wachstum wird durch ein komfortables Eigenkapitalpolster und Bankkredite möglich. Private-Equity-Beteiligungen passen hier nicht ins Bild. Anders sieht es in der Expansionsphase meist junger Unternehmen aus, in der sich überdurchschnittliche Markt- und Wertsteigerungspotenziale zeigen. Ist ein Investor vom Unternehmen und dessen Potenzial überzeugt, ist auch eine überdurchschnittliche Renditeerwartung gerechtfertigt und kann zum Erfolgstreiber werden.

Was ist mit etablierten Firmen?

Auch für Familienunternehmen in der Reife- und Rückzugsphase sollten Private-Equity-Gesellschaften willkommene Partner sein, verfügen diese doch über die Finanzkraft und das internationale Netzwerk, um geeignete Folgeinvestoren zu finden und einen guten Verkaufspreis zu erzielen. Kritisch für den ursprünglichen Eigner kann die Exitphase dann werden, wenn er vom Investor über den Zeitpunkt des Ausstiegs und die Suche nach einem neuen Investor im Unklaren gelassen wird.

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