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10.07.2015

14:32 Uhr

Fusion mit Pro Sieben Sat.1?

Wie sich Friede Springer die Macht sichern will

Eigentlich ist die KGaA eine der seltensten Formen, in denen deutsche Unternehmen auftreten – an der Börse sind es keine 20. Doch die Kommanditgesellschaft auf Aktien wird attraktiver – auch für Friede Springer.

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FrankfurtFriede Springer hat unmissverständlich klar gemacht, was sie will: „Die Kontinuität der Kontrolle“ bei dem Berliner Medienkonzern, der nach ihrem verstorbenen Mann benannt ist, sei ihr wichtigstes Ziel, erklärte das Unternehmen. Deshalb will sie das Erbe der Familie, die Axel Springer SE, in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umwandeln. Daran ändert auch der Flirt mit dem Fernsehriesen Pro Sieben Sat.1 nichts.

Die KGaA, eigentlich eine der seltensten Formen, in denen deutsche Unternehmen auftreten, kommt in Mode. Nur eine kleine dreistellige Zahl gibt es überhaupt, an der Börse sind es weniger als 20 – aber allein vier davon sind im Leitindex Dax gelistet.

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Im globalen Kampf ums Internet sind deutsche Konzerne abgemeldet. Das ärgert hiesige Größen wie Axel Springer und Pro Sieben Sat 1 – sie reden über eine mögliche Ehe. Wunschgemäß schossen ihre Aktienkurse nach oben.

Das ist kein Zufall: „Die KGaA ist ein elegantes Mittel, um als Familie trotz Börsennotiz die Kontrolle zu behalten“, erklärt Lars-Gerrit Lüßmann von der Wirtschaftskanzlei Taylor Wessing, der mehrere große Unternehmen bei der Umwandlung in eine SE & Co KGaA beraten hat. „Sie ist auch ein wirksamer Schutz vor einer feindlichen Übernahme.“

Der Gesundheitskonzern Fresenius, seine Tochter FMC, der Waschmittelkonzern Henkel und der Pharmakonzern Merck sind schon Kommanditgesellschaften auf Aktien, auch die Aktionäre der Baumarktkette Hornbach stimmten am Freitag einer Umwandlung zu. Bisher waren nur die bei ausländischen Anlegern ungeliebten Vorzugsaktien der Hornbach Holding an der Börse notiert. Für die Eignerfamilie Hornbach ist die KGaA die Antwort auf die Frage, wie sie die Vorzugsaktien abschaffen und dem Unternehmen damit mehr Gewicht an der Börse verleihen könnte, ohne die eigene Vormachtstellung zu gefährden.

Springer ist seit Monaten dabei, sich die Rechtsform einer KGaA zu geben. Damit sollte sichergestellt werden, dass die mit 57 Prozent beteiligte Verlegerwitwe auch bei Kapitalerhöhungen die Macht über den Konzern behielte. Auf diesen Einfluss würde sie auch in einem fusionierten Zeitungs-, Fernseh- und Internet-Konzern pochen - auch wenn ihre Beteiligung sich, gemessen an den Börsenwerten von Pro Sieben Sat.1 und Springer, auf weniger als 20 Prozent verwässern könnte.

Kommentare (4)

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Walter Traustein

10.07.2015, 15:26 Uhr


BILD WELT und bald PRO7 SAT1 überall Verdummung und MAnipulation. PFUI !

Frau Merkels beste Freundin ..... :-(

Walter Traustein

10.07.2015, 15:27 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Account gelöscht!

10.07.2015, 17:19 Uhr

Zum Machterhalt in der Tat brauchbar, die KGaA.

Andererseits beschränkt sich die Macht der (freien) Aktionäre. Dabei sollen sie doch die Finanzierung billig machen und dabei die Haftung weitgehend tragen.

Somit bleibt fraglich, ob die gute Friede da so eine gute Idee hat - sollte sie den verwirklicht werden, könnte der Kurs leiden.

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