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14.02.2011

12:00 Uhr

Gabriele Hahn

Die neue Chefaufseherin muss sich durchsetzen

VonThomas Schmitt

Leicht wird die Aufgabe für Gabriele Hahn nicht. Die neue Chefaufseherin der BaFin muss sich ab sofort beweisen, wenn es darum geht, die neuen EU-Vorschriften Solvency II umzusetzen. Bisher ist die Juristin in Versicherungsfragen allerdings wenig erfahren.

Gabriele Hahn: Die Juristin beaufsichtigt in Zukunft bei der BaFin die Versicherer. Quelle: PR

Gabriele Hahn: Die Juristin beaufsichtigt in Zukunft bei der BaFin die Versicherer.

FrankfurtLeicht wird der Anfang für Gabriele Hahn bei der Finanzaufsicht (BaFin) heute nicht: Ihr Vorgänger Thomas Steffen hat als oberster Aufseher für die deutschen Versicherer nicht nur große Fußstapfen hinterlassen, sondern auch einen Berg an Problemen. Das größte davon heißt Solvency II und ist das Superregelwerk, das ab 2013 für alle Versicherer in Europa gelten soll. Es ähnelt bisher einem bürokratischen Monster, das einen Teil der Branche auffressen könnte.

Die in Versicherungsfragen unerfahrene Juristin muss nun den Mut aufbringen, nicht nur in ihrer Behörde, sondern vor allem in Europa für eine radikale Entschlackung des Regelwerks zu kämpfen.

Ihr Pluspunkt: Der 56-Jährigen wird ein großes Durchsetzungsvermögen nachgesagt. Ihr Manko: Sie kennt sich in den Fachfragen bisher nicht aus und ist in Europa bei den Versicherungsexperten noch nicht vernetzt. Das könnte fatal sein, weil bei Solvency II die Uhr tickt. Bis zum Herbst müssen die großen Entscheidungen getroffen sein.

Die Erfahrung, wie man in Verwaltungen die richtigen Hebel in Bewegung setzt, bringt Hahn aber mit. Fast ihre gesamte Karriere hat sie als Beamtin der Politik zugearbeitet. Im Finanzministerium hat die Steuerexpertin ab 1994 verschiedene Abteilungen geleitet, von 1995 bis 1996 war sie persönliche Assistentin des Staatssekretärs im Finanzministerium.

Später wurde sie Vizepräsidentin des Bundesamtes für Finanzen, aus dem 2006 das Bundeszentralamt für Steuern hervorging. Dort war sie ab 2008 Präsidentin. Auf diesem Posten hatte sie bei komplizierten Steuerfragen vor allem mit Großunternehmen zu tun – darunter auch einige Versicherer.

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