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16.03.2016

13:08 Uhr

Gallup Engagement Index

Leistung lohnt sich – nur nicht am Arbeitsplatz

VonCarina Kontio

Im Mikrokosmos Arbeitsleben gibt es viele Dinge, die das Idyll einer positiven Arbeitswelt ins Wanken bringen. Eine Studie zeigt, dass das nicht nur die Stimmung trübt, sondern auch der Wirtschaft finanziell schadet.

Das kann teuer werden: Mitarbeiter ohne emotionale Bindung an ihr Unternehmen, die innerlich gekündigt haben... Fotolia.com

Wenig Identifikation mit dem Arbeitgeber

Das kann teuer werden: Mitarbeiter ohne emotionale Bindung an ihr Unternehmen, die innerlich gekündigt haben...

Düsseldorf„Bitte stellen Sie sich eine Leiter vor, bei der die Stufen nummeriert sind. Null ist ganz unten und Zehn ganz oben. Angenommen, die oberste Stufe bedeutet das bestmögliche Leben, das Sie führen könnten, und die unterste Stufe das schlechtmöglichste Leben, das Sie führen könnten. Auf welcher Stufe der Leiter sehen Sie sich zurzeit?“

Es sind Fragen wie diese, die die Experten des Beratungsunternehmens Gallup einmal im Jahr zufällig ausgewählten Arbeitnehmern stellen. Die zwölf Fragen zum Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld geben am Ende nicht nur anhand detaillierter mathematischer Ergebnisse, sondern auch grafisch recht hübsch aufbereitet Auskunft darüber, wie hoch der Grad der emotionalen Bindung von Mitarbeitern und damit das Engagement und die Motivation bei der Arbeit ist. Für die jüngste repräsentative Untersuchung, am Mittwoch in Berlin vorgestellt, wurden insgesamt 1429 Angestellte ab 18 Jahren telefonisch interviewt. Die Studie, die Handelsblatt Online vorliegt, enthält gute wie auch einige bedenkliche Ergebnisse.

Welche Management-Fehler fatal für Firmen sein können

Fehler eins

Frühwarnsignale, z.B. für Markt- oder technologische Veränderungen, werden nicht wahrgenommen oder sogar aktiv verdrängt.

Fehler zwei

Regulatorische und politische Einflüsse auf die künftige Unternehmensentwicklung werden systematisch unterschätzt.

Fehler drei

Markt- und Kundenveränderungen werden im Vorstand nicht (hinreichend) analysiert und diskutiert.

Fehler vier

Geschäftsmodelle werden nicht kritisch reflektiert.

Fehler fünf

Man hält zu lange an traditionellen (und bislang erfolgreichen) Vorgehensweisen fest.

Fehler sechs

Es mangelt an Mut, gegen die herrschende Meinung zu argumentieren.

Fehler sieben

Bei spürbaren Veränderungen wird zu zögerlich gehandelt, man ergeht sich in Aktionismus und Effekthascherei "auf der Bühne" ohne konkrete Maßnahmen.

Fehler acht

Es fehlt eine klar und überzeugend kommunizierte Veränderungsvision und Strategie.

Quelle

Umfrage unter Partnern von Roland Berger Strategy Partners. Zitiert in „Gute Führung“ von Burkhard Schwenker und Mario Müller-Dofel. Erschienen 2012 bei BrunoMedia Verlag.

Vielleicht die guten Nachrichten vorweg. Es ist schließlich erst Mittwoch und zum Wochenende ist es noch lang hin, da mag ich Sie nicht gleich völlig demotivieren. So liegt die Lebenszufriedenheit deutscher Arbeitnehmer in Deutschland (siehe die Einstiegsfrage oben) im Schnitt bei 7,1 – ein ganz passabler Wert in Anbetracht von ständigem Wehklagen (zu viel Arbeit), Meckern (zu viel Stress) und Jammern (zu wenig Gehalt) made in Germany. Dazu kommt eine epidemieartige Ausbreitung von Stresskrankheiten und anderen seelischen Störungen, über die wir täglich in den Nachrichten lesen.

Danach gefragt, ob sie ihrer Arbeit weiterhin nachgehen würden, wenn sie so viel Geld erben würden, dass sie nicht mehr arbeiten bräuchten, würden ganze 74 Prozent weiter arbeiten. Na, wenn das keine positive Arbeitseinstellung ist. Zeigt sie doch auch den Stellenwert von Arbeit in unserer Gesellschaft, die offenbar in den meisten Fällen nicht nur des Geldes wegen geleistet wird.

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