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04.06.2012

10:06 Uhr

Gastbeitrag

Organisationscoaching bei Familienunternehmen

Inhaber- und familiengeführte Unternehmen (IFGU) sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Ein Gastbeitrag über das optimale Coaching solcher Firmen, was sie besonderes brauchen und wie die Prozesse laufen.

Beratung hilft - wenn sie gut ist. dpa

Beratung hilft - wenn sie gut ist.

Inhaber- und familiengeführte Unternehmen (IFGU) gelten mit ihrer Wertorientierung, beruhend auf gewachsenen Familientraditionen, als das „menschliche Gesicht der Wirtschaft“. Um aber am Markt bestehen zu können, müssen IFGUs neue Strategien entwickeln und Veränderungsvorhaben schnell umsetzen. Die Tradition beziehungsweise die Prägung eines ganzen Unternehmens durch die Persönlichkeit des Gründers, ist oft nicht vereinbar mit radikalen und schnell wirksamen Maßnahmen wie z. B. Reorganisationen oder gar Personalabbau.

Auch ist die Frage der Nachfolge in der Firmenleitung ein sehr sensibles Thema. Wie sollen welche Familienmitglieder integriert werden? Welche Konflikte zwischen Senior und Junior sind vorprogrammiert? Können oder sollen alle Familienmitglieder auch beruflich in der Firma aktiv sein und was bedeutet das für die außerberufliche Dynamik innerhalb der Familie? In der Beratung solcher IFGUs sind daher sensible Instrumente und Methoden unbedingt notwendig. Beratungsprozesse ähnlich denen in großen Konzernen sind hier nicht zielführend.

Thomas Schulte, Coach bei der Symbiont Group.

Thomas Schulte, Coach bei der Symbiont Group.

Die Symbiont Group hat mit dem Organisationscoaching (OC) einen Prozess entwickelt, bei dem jeder Beteiligte dabei begleitet wird, seinen persönlichen Beitrag für die angestrebte Gesamtveränderung zu erbringen. Diese auf Gemeinsamkeit und persönlicher Verantwortung beruhenden Prinzipien sind insbesondere für die IFGUs und ihre spezifischen Stärken und Schwächen geeignet.

Die Stärken bei IFGUs und die Prinzipien des Organisationscoachings

  • Vertrauen: Eine auf Vertrauen und Kooperation basierende Kultur mit den daraus resultierenden flachen Hierarchien und flexiblen Strukturen bei kurzen Entscheidungs- und Kommunikationswegen.
  • Verantwortung:Ein seit Anbeginn tief verankertes unternehmerisches Denken und die damit einhergehende hohe Leistungs- und Einsatzbereitschaft, sowie Eigen- und Teamverantwortung der Mitarbeiter.
  • Verbundenheit:Eine hohe persönliche Identifikation und Loyalität mit dem Unternehmen und der Region, sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei den Kunden.

Die Stärken der IFGUs spiegeln sich in den drei Prinzipien des Organisationscoachings - Gemeinsamkeit, Flexibilität und Eigenverantwortung - wider und ermöglichen so die Umsetzung komplexer Veränderungsvorhaben ohne den laufenden Betrieb zu stören.

  1. Gemeinsamkeit: Die angestrebte Gesamtveränderung wird sich nur dann einstellen, wenn sie von allen gemeinsam getragen wird und wenn die Summe der einzelnen individuellen Veränderungen die Gesamtveränderung ergibt.
  2. Flexibilität: OC bieten einen einfachen Rahmen von vier Modulen (Orientierung, Auftragsklärung, Umsetzung und Abschluss), die dem Individuum ein Maximum an Flexibilität einräumt. So wird nichts übergestülpt, was nicht passt, sondern kann jeder die Verantwortung übernehmen, sich innerhalb der ihm gegebenen traditionsbedingten Vorgaben zu bewegen.
  3. Eigenverantwortung: Coaching hilft jedem einzelnen dabei, seinen persönlichen „Fahrstil“ anzupassen und so seinen Beitrag zu leisten. Coaching erfolgt immer begleitend, d.h., mit ein bis zwei Coachingsessions pro Monat. Dadurch kann jeder einzelne die sich aktuell ergebenden Themen so besprechen, dass sie in den Arbeitsablauf eingebettet werden können.

Die Herausforderungen der IFGUs

  • Geschwindigkeit: Die Tradition des Unternehmens kann zu einer Herausforderung werden, wenn Veränderungen schnell erzielt werden müssen, um auf Krisen adäquat zu reagieren.
  • Abgrenzung: Das hohe Gemeinschaftsgefühl kann zu einer Herausforderung werden, wenn die Loyalität und das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Abgrenzung führen, während der Einsatz innovativer Verfahren wie zum Beispiel Organisationscoaching eine Öffnung erfordern.
  • Ablehnung von Coaching: Die hohe Eigenverantwortung, Leistungs- und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter kann zu einer Herausforderung werden, wenn externe Unterstützung dadurch abgelehnt wird. Radikale Marktveränderungen können zu einem Anpassungsbedarf führen, der von den Führungskräften und Mitarbeitern nicht mehr aus eigener Kraft mit der notwendigen Schnelligkeit dargestellt werden kann. Eine externe Unterstützung durch Coaching darf dann nicht in Frage gestellt werden.

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