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04.11.2011

10:34 Uhr

Gastkommentar

Nach dem Burnout das Richtige tun

Ob Arbeitgeber oder Betroffener,  beide fragen sich, wie es nach dem Burnout weitergeht. Für die Auszeit beziehungsweise Genesungszeit zahlten beide Seiten einen hohen Preis. Wie es besser geht - ein Gastkommentar.

Kommt ein Burnout-Patient wieder zurück in die Firma, kann er wertvolle Erfahrungen einbringen, schreibt Business Coach Sabine Mrazek. dpa-tmn

Kommt ein Burnout-Patient wieder zurück in die Firma, kann er wertvolle Erfahrungen einbringen, schreibt Business Coach Sabine Mrazek.

Am Arbeitsplatz wurde die anfallende Arbeit vom Team mitgetragen, mussten begonnene Vorgänge weiter bearbeitet werden. Der Burnout Betroffene selbst hat einen harten Weg hinter sich.

Doch das „Problem“ ist damit noch nicht behoben. Studien belegen ganz klar, dass die Ursachen für einen Burnout vielschichtig sind. Man unterscheidet hierbei zwischen gesellschaftlichen, objektiven, arbeitsbedingten und persönlichen Ursachen für die Erkrankung. An den gesellschaftlichen wie zum Beispiel Globalisierung und Schnelllebigkeit können Arbeitsgeber und Betroffener nur punktuell etwas verändern. Betrachtet man die objektiven Ursachen wie Mobilität oder Pausen und hohes Arbeitspensum, so wird deutlich, dass beide Seiten hier in der Verantwortung sind, um die langfristige Wiedereingliederung des Mitarbeiters sicherzustellen.

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Hartmut Ostrowski bei Bertelsmann, der Privatkundenchef bei Lloyds - das Burn-Out-Syndrom macht vor Vorständen nicht halt. Die Unternehmen leiden mit, wenn ihre besten Köpfe aufgeben. Doch sie können gegensteuern.

Ganz anders sieht es bei den arbeitsbedingten und persönlichen Gründen aus, die laut neuesten Studien der Betriebskrankenkassen zu mehr als 60 Prozent die Burnouterkrankungen verursachen. Arbeitsbedingungen, Führung und fortwährende Konflikte im Team werden in dieser und anderen Studien immer wieder als Hauptfaktoren genannt.

Kehrt der Burnouterkrankte in das alte Arbeitsumfeld zurück und trifft dort auf ein Umfeld und Vorgesetzte, die ihn als „krank“ behandeln und von ihm verlangen wieder in die alte, gewohnte Rolle zurückzukehren, dann ist der Rückfall oder die Kündigung schon vorprogrammiert.

Wer allerdings als Unternehmer nachhaltig und vorausschauend wirtschaftet, der sieht den Burnouterkrankten nicht als Einzelfall oder Kostenfaktor. Stattdessen hat derjenige einen inneren Sichtweisenwechsel vorgenommen: Er betrachtet den zurückkehrenden Mitarbeiter nicht als „Opfer“, welches er in Watte packen muss, sondern begegnet ihm auf Augenhöhe und als Experten. Denn er weiß, dass der Mitarbeiter, der einen Burnout durchlebt hat und anschließend ins Unternehmen zurückkehrt, eine wertvolle Ressource für das Unternehmen darstellt.

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