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18.11.2013

14:45 Uhr

Geballte Kompetenz

Der Export verleiht Flügel

VonUlf Sommer

Für das starke Auslandsgeschäft sind nicht allein die großen Konzerne verantwortlich. Vor allem im Maschinenbau dominiert der Mittelstand. Aber eines haben alle gemeinsam: Exportfirmen sind besonders gewinnträchtig.

„Mady in Germany“ ist weltweit gefragt. „Deutschlands Exportstärke resultiert aus der überragenden technologischen Kompetenz“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup. action press

„Mady in Germany“ ist weltweit gefragt. „Deutschlands Exportstärke resultiert aus der überragenden technologischen Kompetenz“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup.

DüsseldorfDass die Bundesrepublik viele Jahre lang Ausfuhrweltmeister war, hat für den Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup einen einfachen Grund: „Deutschlands Exportstärke resultiert aus der überragenden technologischen Kompetenz in vielen industriellen Sektoren, wie es sie in dieser geballten Form in keinem anderen Land auf der Welt gibt“, sagt der Präsident des Handelsblatt Research Institutes und frühere Wirtschaftsweise.

So ist für Rürup auch wenig verwunderlich, dass Deutschlands Ausfuhren die Einfuhren im September um 20,4 Milliarden Euro überstiegen. Damit wurde der bisherige Höchstwert vom Juni 2008 übertroffen, als der Handelsbilanzüberschuss bei 19,8 Milliarden Euro lag.

Auf ins Ausland: Fakten zur Expansion

800.000

800.000 von 3,55 Millionen Mittelständlern sind auf internationalen Märkten aktiv. Unter Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten exportieren 21 Prozent ihre Waren ins Ausland. Bei größeren Betrieben liegt die Quote mit 23 Prozent nicht nennenswert höher.

(Quelle: ZEW, KfW Bankengruppe)

85 Prozent

85 Prozent aller Auslandsinvestitionen von kleinen Unternehmen werden aus Eigenmitteln bestritten – nur 14 Prozent erhalten dafür einen Bankkredit. Insgesamt hat jedes dritte Unternehmen Geldprobleme, wenn es seine internationalen Aktivitäten ausweiten will.

70 Prozent

70 Prozent aller Auslandsinvestitionen haben das Ziel, neue Kunden zu gewinnen. Hinter 16 Prozent der Expansionsvorhaben steht indes die Absicht, auswärts billigere Arbeitskräfte zu finden.

231.000

231.000 Euro Umsatz erzielen deutsche High-Tech-Unternehmen, die auf Auslands märkten aktiv sind, durchschnittlich im ersten Geschäftsjahr – fast doppelt so viel wie Unternehmen, die nur den Heimatmarkt bedienen. Wer international erfolgreich ist, wächst außerdem schneller.

Deutsche Autobauer und ihre Zulieferer gelten eben als Garanten für Qualität, viele stark spezialisierte Maschinenbauer sind konkurrenzlos, und in keinem anderen Land ist die Chemieindustrie so innovationsorientiert wie hierzulande. Das hat sich auch im Ausland herumgesprochen, weshalb die drei Branchen die Liste der größten Exporteure anführen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres lieferten deutsche Hersteller Fahrzeuge und Autoteile wie Antriebssysteme, Lichtanlagen und Bremsen im Volumen von 110 Milliarden Euro ins Ausland.

Der Exporterlös der Maschinenbauer beläuft sich im gleichen Zeitraum auf 95 Milliarden Euro, der der Chemiebranche auf 63 Milliarden Euro. Am größten ist die Nachfrage in den asiatischen Schwellenländern, allen voran China. Auch in Latein-und Nordamerika sowie im Nahen Osten sind deutsche Produkte enorm gefragt.

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