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10.07.2014

16:08 Uhr

Gehaltsranking

Dax-Vorstände verdienen 100.000 Euro mehr

Rund 3,3 Millionen Euro verdiente ein Dax-Vorstand im vergangenen Jahr – ein Gehaltsplus von durchschnittlich 100.000 Euro. Und das, obwohl die Konzerne insgesamt sinkende Gewinne verzeichneten.

Die Dax-Vorstände können für 2013 ein dickes Gehaltsplus verbuchen. dpa

Die Dax-Vorstände können für 2013 ein dickes Gehaltsplus verbuchen.

Frankfurt/MainDeutschlands Top-Manager verdienen einer Studie zufolge 53 Mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter eines Dax-Konzerns. Die Schere zwischen normalen Arbeitseinkommen und Vorstandsgehältern gehe wieder weiter auf, berichteten die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und Experten der Technischen Universität München am Donnerstag in Frankfurt.

Im Schnitt überwiesen die 30 Konzerne im Deutschen Aktienindex demnach ihren Vorständen jeweils gut 3,3 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2013. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 3,2 Millionen Euro. Von 2012 auf 2013 erhöhte sich die Vergütung der Studie zufolge durchschnittlich um 4 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es 2,5 Prozent.

Spitzenreiter unter den Dax-Konzernchefs war wie schon in den drei Vorjahren VW-Lenker Martin Winterkorn, der für das erfolgreiche Jahr des Autobauers mit 15 Millionen Euro belohnt wurde. Winterkorn kassierte damit für 2013 fast elf Mal so viel wie Commerzbank-Chef Martin Blessing, der sich als Schlusslicht unter den Dax-Vorstandschefs mit 1,38 Millionen Euro begnügen musste.

Dass die Vergütungen insgesamt anstiegen, sei erstaunlich, weil gleichzeitig die Umsätze und Gewinne der Unternehmen leicht zurückgegangen seien, sagte der Münchner Wissenschaftler Gunther Friedl: „Wir müssen die Aufsichtsräte ermahnen, ihre Verantwortung für eine angemessene Vergütung wahrzunehmen.“ Bestrebungen, zu einer gesetzlich verankerten allgemeinen Begrenzung der Bezüge zu kommen, hätten wenig Erfolg gehabt, räumte DSW-Präsident Ulrich Hocker ein.

Vor allem bei den Festgehältern legten viele Unternehmen eine Schippe drauf. Damit setze sich ein bedenklicher Trend fort, bilanziert die DSW-Studie: Variable Vergütungskomponenten wie Boni würden zunehmend durch fixe Gehaltsbestandteile ersetzt. So blieben Vorstandsgehälter auch dann auf hohem Niveau, wenn es die wirtschaftliche Entwicklung des jeweiligen Unternehmens eigentlich nicht rechtfertigt.

Am kräftigsten kletterte laut der Untersuchung im vergangenen Jahr die durchschnittliche Gesamtvergütung der Vorstände bei ThyssenKrupp (plus 68,6 Prozent zum Vorjahr) und bei der Deutschen Bank (plus 44,4 Prozent). Am deutlichsten Federn lassen mussten die Führungsteams des Medizintechnik-Herstellers Fresenius Medical Care (minus 39,8 Prozent) und des Chemiespezialisten Lanxess (minus 38,9 Prozent).

Gehälter ausgewählter Dax-Chefs 2013

Adidas – Herbert Hainer

Gesamtvergütung 2013: 3,85 Millionen Euro (minus 8 Prozent)

BASF - Kurt Bock

Gesamtvergütung 2013: 5,28 Millionen Euro (minus fünf Prozent)

Bayer - Marijn Dekkers

Gesamtvergütung 2013: 4,79 Millionen Euro (minus fünf Prozent)

Daimler - Dieter Zetsche

Gesamtvergütung 2013: 8,25 Millionen Euro (plus ein Prozent)

Deutsche Telekom – René Obermann

Gesamtvergütung 2013: 3,9 Millionen Euro (minus fünf Prozent)
(bis Ende 2013 im Amt)

Henkel - Kasper Rorsted

Gesamtvergütung 2013: 6,73 Millionen Euro (plus ein Prozent)

Merck - Karl-Ludwig Kley

Gesamtvergütung 2013: 7,2 Millionen Euro (plus 32 Prozent)

RWE - Peter Terium

Gesamtvergütung 2013: 4,4 Millionen Euro
(kein Vergleich zum Vorjahr, amtiert seit 1.7.2012)

Thyssen-Krupp - Heinrich Hiesinger

Gesamtvergütung 2013: 4,88 Millionen Euro (plus 28 Prozent)

Siemens – Joe Kaeser

Vergütung 2013: 4,2 Millionen Euro (seit 1.8.2013 im Amt)

Im internationalen Vergleich werden die Dax-Vorstandschefs nach Einschätzung der Aktionärsschützer durchaus wettbewerbsfähig bezahlt. Mit einer durchschnittlichen Gesamtvergütung von 5,1 Millionen Euro kassierten Deutschlands Konzernlenker für das Jahr 2013 mehr als ihre Kollegen in Frankreich (3,5 Millionen Euro) und nur etwas weniger als ihre Kollegen in der Schweiz (5,8 Millionen Euro).

Meilenweit entfernt bleibt allerdings das Gehaltsniveau der USA: Die Bosse der Unternehmen im Dow Jones Industrial Average (DJIA) kamen im Schnitt auf 11,9 Millionen Euro. Spitzenreiter: Walt-Disney-Chef Robert Iger, der umgerechnet 25,8 Millionen Euro einstrich.

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dpa

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

10.07.2014, 16:18 Uhr

Das kann man nicht so allgemein sehen.

Die Lebensversicherer sitzen, wie man hört auf über 80 Mrd. Euro stillen Reserven oder Bewertungsgewinnen.

Die Bundesregierung und das Parlament haben eigens in einem neuen Gesetz beschlossen, dass die Lebensversicherten keinen Anspruch mehr an den Bewertungsgewinnen haben.

da soll einer behaupten, dass die FDP den Hoteliers Wahlgeschenke gemacht hätten.

Das war doch eine Leistung der Versicherungslobby und letztlich der Vorstände der Lebensversicherer. Das legitimiert doch locker ein Gehaltsplus von 100.000 Euro wegen besonderer Leistung?

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