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01.10.2014

12:02 Uhr

Gehaltsübersicht für 2015

Wie viel Ihr Chef Ihnen mehr zahlen sollte

VonCarina Kontio

ExklusivDeutschlands Unternehmer blicken laut einer Studie des Personaldienstleisters Robert Half außerordentlich zuversichtlich in die Zukunft – gute Voraussetzungen für mehr Gehalt. Mit wie viel Sie jetzt rechnen können.

Die Unzufriedenheit über das Gehalt ist häufig ein Grund zur Kündigung. Zeit, zu verhandeln! dpa

Die Unzufriedenheit über das Gehalt ist häufig ein Grund zur Kündigung. Zeit, zu verhandeln!

DüsseldorfSie sitzen bei Ihrem Lieblingsarbeitgeber am Tisch. Sie verstehen sich blendend. Das Gespräch läuft richtig gut. Sie haben Ihre Trümpfe ausgespielt, haben gezeigt, was Sie können. Sie haben ein gutes Gefühl. Ihr Gesprächspartner auch. Und so sagt er die magischen Worte: „Prima. Wir sind beeindruckt. Kommen Sie an Bord!“. Und Sie sagen: „Na, gern doch!“. Und schon sind Sie mittendrin im Film, schildern die Autoren Dirk Kreuter und Christopher Funk eine typische Situation bei Neueinstellungen.

Sie sehen sich bereits auf den Hof fahren, an Ihrem schicken Schreibtisch sitzen. Dann sagt Ihr zukünftiger Chef noch ganz salopp: „Bestens, dann lassen Sie uns noch kurz über's Gehalt reden. Was stellen Sie sich denn vor?“ Autsch! Wenn Sie darüber noch gar nicht nachgedacht haben, könnte es an der Stelle richtig brenzlig werden. Denn: „Oft manövrieren sich Jobsucher in den Schlamassel hinein, indem sie viel zu viel oder auch viel zu wenig fordern“, schreibt Christopher Funk in „Verkaufen statt Bewerben“, einem Ratgeber für Jobsucher. „Da geben erwachsene Menschen quasi ihr Schicksal aus der Hand. Wenn Sie einen neuen Fernseher kaufen, vergleichen sie tagelang die Preise, aber wenn sie ihre Lebenszeit verkaufen, machen sie sich nur wenig Gedanken darüber, was sie im Gegenzug dafür bekommen.“

Damit ist jetzt Schluss: Die neue Gehaltsstudie des Personaldienstleisters Robert Half, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt, zeigt Ihnen, was Sie 2015 verlangen können, wenn das Thema Geld auf die Agenda kommt. Denn auch wenn die Konjunktur schwächelt: Sie dürfen sich durchaus über etwas mehr in der Tasche freuen.

14 Tipps für einen erfolgreichen Start

Hintergrundwissen aneignen

Vorab sollten möglichst viele Informationen über die neue Firma eingeholt werden, zum Beispiel per Internetrecherche. Wer in ein inhabergeführtes Unternehmen kommt, sollte vor seinem ersten Arbeitstag schon einmal ein Bild des Inhabers gesehen haben – sonst könnte es peinlich werden, wenn man ihn am Kaffeeautomaten nach seinem Namen fragt.

Beobachten

Unsicherheit darüber, wie man sich den anderen gegenüber verhalten soll, ist am Anfang ganz normal. Welche Umgangsformen herrschen in der neuen Firma? Welche internen Regeln gibt es? Schon im Vorstellungsgespräch und später dann vor Ort ist es hilfreich, die anderen genau zu beobachten und sich an dem Verhalten der anderen zu orientieren.

Vorstellungsrunde vorbereiten

Egal, ob der Chef Sie durch die Abteilungen führt oder Sie sich vor dem Team selbst vorstellen: Überlegen Sie sich eine kurze Einleitung, das alle wichtigen Informationen zu Ihrer Person, Ihrer bisherigen Laufbahn und Ihrem neuen Aufgabenbereich enthält. Ein Kuchen ist nie verkehrt – und vergessen Sie auf keinen Fall, auch den Chef dazu einzuladen. 

Die richtige Kleidung

Informieren Sie sich noch vor dem ersten Arbeitstag, welche Kleidung in der Branche üblich ist. Der Faktor Kleidung ist enorm wichtig, denn das richtige Outfit drückt Zugehörigkeit aus.

Zu Fehlern stehen

Natürlich sollte man den gleichen Fehler nicht dreimal hintereinander machen, doch sind Fehler gerade am Anfang alles andere als ungewöhnlich. Versuchen Sie nie, einen Fehler zu verheimlichen sondern fragen Sie stattdessen nach, wie Sie ihn beim nächsten Mal vermeiden können.

Schlüsselpersonen identifizieren

Die ersten Wochen dienen auch dazu, die Personen zu identifizieren, die für einen selbst am wichtigsten sind. Das können neben dem direkten Vorgesetzten auch andere Mitarbeiter und Kollegen sein.

Nicht sofort nach Urlaub fragen

Es gibt einige Dinge, die in den ersten Tagen tabu sind: Dazu gehört unter anderem die Frage nach dem nächsten Urlaub. Ebenso sollten Sie es vermeiden, unpünktlich zur Arbeit oder zu Terminen zu erscheinen oder sich zu früh in den Feierabend zu verabschieden.

Die Ressourcen kennen

Erkundigen Sie sich zu Beginn, auf wen Sie zugreifen können und wer wann informiert werden muss.

Den richtigen Zeitpunkt abwarten

Am Anfang ergeben sich sicherlich viele Fragen. Doch stören Sie Kollegen oder Vorgesetzte nicht während eines Telefongesprächs oder wenn er oder sie offensichtlich in Eile ist, sondern warten Sie einen passenden Moment ab.

Arbeitsstile

Tauschen Sie sich mit Kollegen über bevorzugte Arbeitsstile aus. Möchte jemand zum Beispiel lieber persönlich, per Telefon oder per E-Mail informiert werden?

Zwischenmenschliche Kontakte forcieren

Warten Sie nicht darauf, dass die Kollegen Sie zur Kaffeepause abholen, sondern gehen Sie selbst auf die anderen zu. Haben Sie eine Frage an den Chef, gehen Sie kurz vor dem Mittagessen zu ihm und anschließend gemeinsam in die Kantine.

Genau zuhören

Geben Sie sich stets Mühe, genau zuzuhören, was das Gegenüber mag. Merken Sie sich dieses Detail und greifen Sie es an gegebener Stelle wieder auf – das zeigt nicht nur, dass Sie aufmerksam zuhören, sondern drückt auch Wertschätzung aus.

Nicht über den alten Job lästern

Bei Nachfragen nach dem alten Job sollten Sie stets sachlich bleiben. Über die alten Kollegen oder den Chef herziehen, ist tabu.

Mit Kritik zurückhalten

Halten Sie sich zunächst an die Vorgaben, die man Ihnen macht, auch wenn diese Ihnen in manchen Fällen weniger sinnvoll erscheinen sollten. Wenn Sie sich eingearbeitet und das Unternehmen in Ruhe kennen gelernt haben, können Sie immer noch Verbesserungsvorschläge machen.

Das zeigen auch die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes, wonach schon normale Lohnsteigerungen bei einer gleichzeitig niedrigen Inflation derzeit zu deutlich höheren Reallöhnen führen. Sie lagen im zweiten Quartal 1,2 Prozent über dem Wert von vor einem Jahr. Laut den Experten von Robert Half geht es im kommenden Jahr noch weiter aufwärts, weil der Arbeitsmarkt – vom Fachkräftemangel gebeutelt – ordentlich in Bewegung ist. Die Unternehmen kämpfen gegen die Personalfluktuation und sorgen sich darum, dass sie ihre Top-Talente in Zukunft an einen Wettbewerber verlieren könnten.

Zeit also, über Gehalt zu reden. Denn auch wenn Mitarbeiter meist mehrere Gründe für ihre Kündigung nennen: bei jedem Dritten führt neben der fehlenden Anerkennung auch die Unzufriedenheit über die Bezahlung zur Trennung vom aktuellen Arbeitgeber. Geld ist allerdings längst nicht mehr der einzige Faktor, mit dem die Unternehmen ihre Mitarbeiter an sich binden möchten. Entscheidend ist auch, wie die Arbeitsbedingungen aussehen. Bewerber überlegen heutzutage ganz gezielt, wem sie ihre Arbeitskraft geben. Mit der Fachkräftelücke wachsen eben auch die Ansprüche der Arbeitnehmer.

„Angesichts dieser Engpässe sollten Unternehmen ihre Gehaltspolitik überdenken oder zumindest in Erwägung ziehen, ihre Wertschätzung durch zusätzliche Benefits für die Altersvorsorge oder die persönliche Weiterbildung auszudrücken“, erläutert Sven Hennige von Robert Half. „Fast alle Unternehmen bieten attraktive Gesamtpakete. Neben einer betrieblichen Altersvorsorge, einem Firmenwagen oder Unterstützung bei der Aus- und Fortbildung spielen auch flexible Arbeitszeitmodelle eine immer wichtigere Rolle.“ Das ist genauso wichtig wie der Kontostand.

Kommentare (7)

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Sergio Puntila

01.10.2014, 14:42 Uhr

Sozialneid: den Affen mal wieder Zucker in die Hand geben.
Lecker: Der verdient zuwenig und der andere verdient zuviel.
Besser kann man Menschen nicht entzweien.

Gleichwie: Personaler als leitende Angestellte bleiben was sie sind: nach obin hin orientiert und komme was da wolle: ein vernünftig bezahlter MA ist ein schlechter MA.

Wo kommen wir denn dahin, wenn wir realisieren sollten, dass bernünftig bezahlte MA den Betrieb voranbringen könnten?

Sowas könnte doch nur Kommunismus sein.

Sieht man sich Gehaltslistings in Summa einmal etwas genauer an, könnte man zu dem Eindruck gelangen, dass da Bettler Bettler zu beeindrucken scheinen.

Bundesbettlerrepublik Deutschland sei hintangefügt.

Das verdanken wir Herrn Dr. Kohl: aus einem ehemals funktionierenden Staat eine Bettlerrepublik gemacht zu haben, dessen williger Erfüllungsgehilfe eben jener gewesen ist: Herr Dr. Helmut Kohl.

Herr Ylander Ylander

01.10.2014, 14:53 Uhr

Naja, es gibt immer noch zahlrieche Branchen, die viel zu hohe Gehälter zahlen, denken Sie nur an Chemie und Metall, und natürlich auch Banken und öffentlicher Dienst, insbesondere Beamte. Auch die Law Firms zahlen viel zu hohe zu Gehälter.

Dann gibt es aber auch Branchen, wo die Gehälter rückläufig sind, beispielsweise in Gastronomie, Handwerk und in der Steuerberatung. Da klingt der Artikel von Robert Halff wie nackter Hohn.

Herr Omarius M.

01.10.2014, 15:15 Uhr

Herr Yander sie habn die ÖR medien vergessen die gehälter dort sprechen jeder erbrachten leistung hohn..
3te sende intendanten verdienen 4 mal soviel wie die Bankenrettungsassistentin.... äöhem Bundeskanzlerin..

wirklich gute beitr#ge zeigt man nur spät spät nachts in der woche damit der Michel bloß nich wach wird..

Viele Medien wirtschafts unternehmen bauen ja schon stellen ab....

über den GEZ zwangsfinanzierten Haufen hat der Bürger aber keinerlei Kontroll möglichkeit und ihre regelungen bezüglich entlohnungen werdn streng abgeschirmt...

und der Artikel ist mumpitz....

seit jahrn predigt man Fachkräfte mangel....

gäbs den würden die gehälter steigen.... tun sie aber nicht ... selbst Akademiker werden abgespeist...

darum gehn die D nach ihrer ausbildung zu hundert trausenden jedes jahr ins Ausland... wo arbeit noch was wert ist..

AUs dem Hochlohn land ist nach CHina und den USA der größte niedriglohn sektor gemacht worden.....

was an sich schon eine leistung ist...

nur halt für den einheimischen ist das ne dumme sache

Die generation meines Vaters ist froh das sie nicht mit uns tauschen müssen..

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