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14.02.2012

11:52 Uhr

Gehirn-Forschung

Warum Männer Blondinen bevorzugen

VonThorsten Giersch

Das menschliche Gehirn ist zu wahren Wundern fähig, wenn man es richtig einsetzt. Doch nur die wenigsten Menschen tun das, sagen Forscher. Unsere „Schaltkreise“ funktionieren nicht so, wie wir annehmen. Ein Ratgeber.

Blondinen bevorzugt: „Miss Germany“ Isabel Gülck. dpa

Blondinen bevorzugt: „Miss Germany“ Isabel Gülck.

DüsseldorfHühnerzucht ist so brutal wie kompliziert: Wenn die Küken auf dem Laufband anrollen, müssen Geschlechtsbestimmer innerhalb eine Zehntelsekunde entscheiden, ob es ein Männchen oder Weibchen ist. Die einen kommen zur Eierproduktion, die meisten Männchen in den Schredder. Das Problem an der Sache ist: Man kann den Unterschied nicht sehen. Vor rund 80 Jahren hat eine japanische Firma eine Methode entwickelt, das Problem zu lösen. Aus aller Welt kamen Fachleute dorthin, um es zu lernen. Die Japaner nahmen die Küken hoch, schauten sich das Hinterteil an und sortierten richtig.

Allein die Gäste verstanden es nicht – und die Japaner konnten es ihnen auch nicht erklären. Die einzige Methode es zu lernen, war monatelange Übung: Die Lehrlinge sortierten, die Lehrer prüften und irgendwann klappte es. Doch warum kann der Mensch unbewusst lernen? Wieso schafft unser Gehirn etwas, ohne dass wir wissen wie? Vereinfacht geantwortet: Weil unser Bewusstsein viel weniger taugt, als wir glauben.

Ein anderes Beispiel: Was tun Sie, wenn Sie auf der Autobahn ein Fahrzeug überholt haben und zurück auf die rechte Spur möchten? Sie lenken nach rechts und ziehen gerade? Wenn Sie sich das so gerade vorgestellt haben, sind Sie normal, denn das tun praktisch alle, aber Sie irren sich! Denn tatsächlich lenken wir erst nach rechts, dann genauso stark nach links und dann ziehen Sie gerade.

So denken Erfolgsmenschen

Der Ratgeber

John C. Maxwell ist einer der meistgefragten Coaches für Mitarbeiterführung in den USA. In seinem Buch „So denken Erfolgsmenschen“ gibt er seine Erfahrungen aus 40 Jahren Beobachtung wieder: Erfolgreiche Menschen haben etwas gemeinsam, nämlich ihre Art zu denken. Es folgen die elf wichtigsten Hinweise in aller Kürze.

Ganzheitlich denken

Denken in großen Zusammenhängen ist eine Grundvoraussetzung. Dafür muss man ständig dazulernen, anderen bewusst zuhören, über den Tellerrand hinausschauen. Das große Ganze zu sehen hilft, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und leichter in Führungspositionen zu kommen. Dafür braucht es Einsichten aus verschiedenen Quellen und die Abkehr von Sicherheitsdenken.

Konzentriert denken

Fokussiertes Denken bündelt Energien und führt Sie auf ein einziges Ziel hin. Zudem betont Maxwell, dass es Ideen ausreichend Zeit gibt, um sich zu entwickeln. Prioritäten setzen, Ablenkungen vermeiden, klare Ziele und Zeit für Reflektion. Hinterfragen Sie Ihre Fortschritte!

Kreativ denken

Kreatives Denken ist Gold wert, aber nicht zu verwechseln mit originellem Denken, wie man es zum Beispiel von Künstlern kennt. Dazu gehört die Offenheit für neue Ideen und anderen Möglichkeiten zur Problemlösung. Kreative Denker bürsten gegen den Strich, verbinden Unverbundenes und haben keine Angst vor dem Scheitern. Dazu gehört auch eine kreative Umgebung.

Realistisch denken

Jeder Akademiker weiß: Die Unterschiede zwischen Studium und Alltagswelt können immens sein. Bei allem Sinn für das Mögliche: Realistisches Denken verringert Ihr Risiko abzustürzen. Es verleiht Sicherheit und steigert die Glaubwürdigkeit. Also Liebe zur Wahrheit, zwischen Pro und Contra abwägen und fleißig sein bei der Informationsbeschaffung.

Strategisch denken

Strategisches Denken hilft bei der Planung, steigert die Effizient und verringert Risiken. So wird es Ihnen leichter gelingen, sich auf neue Situationen einzustellen. Zerlegen Sie dafür Sachverhalte in kleine Einheiten, fragen Sie nach dem Warum und identifizieren Sie die wesentlichen Ziele.

Möglichkeitsorientiert denken

Auch wenn Barack Obamas Umfragewerte derzeit nicht gut sind – das „Yes we can“ des US-Präsidenten bleibt. Chancen sehen, wo andere nur Risiken vermuten: Das möglichkeitsorientierte Denken verleiht Energie und hält vom Aufgeben ab. Also den Ist-Zustand ständig hinterfragen, eine Nummer größer planen und sich von Leistungsträgern inspirieren lassen.

Reflektierend denken

Halten Sie inne und denken Sie über Ihr Denken nach! Reflektieren verleiht emotionale Integrität und stärkt das Vertrauen. Den Terminkalender ständig überprüfen und die richtigen Fragen stellen. Maxwell gibt hier konkrete Beispiele.

Das gängige Denken hinterfragen

Ein eingefahrener Trott ist selten die effizienteste Arbeitsweise. Hinterfragen Sie das berühmte „Das-Haben-Wir-Schon-Immer-So-Gemacht“. Übernahmen Sie das gängige Denken nicht automatisch! Akzeptieren Sie andere Meinungen und stellen Sie Ihre eigene immer wieder in Frage.

Gemeinsam denken

Mehrere Köpfe denken schneller als einer und gemeinsam ist man innovativer. Also: Laden Sie die richtigen Leute ein, setzen Sie eine effiziente Tagesordnung an, belohnen Sie engagierte Leute und setzen Sie auf Kooperation statt Konkurrenz.

Uneigennützig denken

Uneigennütziges Denken ist nicht nur gut für andere, sondern gibt einem auch selbst Erfüllung. Manchmal tun Sie sich selbst einen Gefallen, wenn Sie anderen den Vortritt lassen. Setzen Sie sich Situationen aus, in denen andere Sie brauchen. Überprüfen sie ständig Ihre persönlichen Beweggründe.

Ergebnisorientiert denken

Jede Tätigkeit hat ein Ergebnis, auf die sie ausgerichtet sein sollte. Was sich trivial anhört, ist im Alltag kompliziert. Ein Strategieplan, um das gewünschte und klar definierte Ziel zu erreichen, hilft dabei. Schwören Sie Ihre Mitarbeiter auf das Ziel ein.

Das Beispiel zeigt, wie wenig wir von den Vorgängen in unserem Gehirn wissen: „Über die meisten unserer Handlungen, Gedanken und Empfindungen haben wir keinerlei bewusste Kontrolle“, schreibt David Eagleman in seinem heute veröffentlichten Buch „Inkognito. Die geheimen Eigenleben unserer Gehirns“. Der Neurowissenschafter am Baylor College of Medicine in Houston ist eine der größten Kapazitäten der Wahrnehmungsforschung und berät die Europäische Zentralbank bei der Entwicklung von fälschungssicheren Banknoten.

In seinem leicht verständlichen, abwechslungsreichen Buch erklärt Eagleman dem Laien, warum unser Bewusstsein mit einem „blinden Passagier auf einem Ozeandampfer“ zu vergleichen ist, der behauptet, das Schiff zu steuern, aber nicht einmal weiß, wo der Maschinenraum ist. Aus wissenschaftlicher Sicht sind noch viele Fragen offen, aber immerhin wurden zuletzt immer mehr Rätsel gelöst.

Die Funktionsweise seines Gehirn zu verstehen hat sehr große praktische Auswirkungen für jeden einzelnen und „auf die Art, wie wir uns selbst wahrnehmen“, wie Eagleman schreibt. Viele Chefs glauben, Sie seien exzellente Beobachter. Vorsicht, sagt Eagleman: „Wir sind sogar erstaunlich schlechte Beobachter.“ Optische Täuschungen, falsche Interpretation, begrenzte Wahrnehmung.

Unser Sehen ist genauso fehlerbehaftet wie alle anderen Vorgänge im Gehirn. Beim sogenannten „Priming“ ist es vorgestrichen wie eine Wand. Wenn Sie hier K_k_n die fehlenden Buchstaben einsetzen, würden Sie vermutlich „Küken“ schreiben und nicht „Kokon“. Dieses Priming passiert ständig und dadurch lässt sich unser Gehirn wunderbar manipulieren – am liebsten von der Werbewirtschaft und Politikern.

Kommentare (12)

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GeisteskrankerPrinz

14.02.2012, 12:59 Uhr

Der Artikel ist Medienverblödet

zarakthuul

14.02.2012, 13:19 Uhr

Der Artikel bildet die Pseudowissenschaftlichkeit von Personalcoaches und ähnlichen Scharlatanen ab. Das schlimme ist, das die meist diesen Schwachsinn auch noch glauben. Hat Herr Eaglemann seine Befragungen mal in China, Indien oder dem Tschad verifiziert? Sicher nicht!

Account gelöscht!

14.02.2012, 13:25 Uhr

Das ist kein Artikel, keine Buchbesprechung, und kein Ratgeber. Das ist populärwissenschaftlicher Quatsch mit Soße. Gehts noch ein bisschen lighter? Und warum gehen Sie von einer immer weiter verblödenden Zielgruppe aus?

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