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30.09.2013

10:18 Uhr

Gekaufte Berichterstattung

Wenn Journalisten verführt werden

Die eigene Firma, das eigene Produkt in die Presse zu kriegen, ist oft ein schmutziges Geschäft. Aber Korruption ist das nur, wenn Amtsträger beeinflusst werden. Dagegen regt sich Widerstand.

Mit Luxus fängt man Journalisten? In einigen Fällen gilt die umstrittene Praxis durchaus noch. dpa

Mit Luxus fängt man Journalisten? In einigen Fällen gilt die umstrittene Praxis durchaus noch.

DüsseldorfDer spektakuläre Fall eines wegen anderer Delikte überführten PR-Managers bei Mazda offenbart einmal mehr die Systematik, mit der Firmen straffrei Medienvertreter gefügig machen. Gesetze gegen Korruption greifen nämlich nur bei Amtsträgern etwa im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Also kommen in der PR-Betreuung von privatwirtschaftlichen Beziehungen zwischen Unternehmen und Medien auch unlautere Methoden zum Einsatz.

Juristen möchten geändert sehen, dass bestechenden Unternehmenskommunikatoren und bestechlichen Medienautoren keine Strafe droht. „Wir müssen uns fragen, ob wir endlich ändern wollen, dass Journalisten außerhalb der Rechtsprechung agieren“, mahnt etwa der bekannte Korruptionsstrafrechtler Prof. Dr. Ulrich Sommer.

Auch Oberstaatsanwalt Michael Loer als Leiter der Korruptionsabteilung bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Frankfurt am Main warnt auf Basis der aktuell gültigen Gesetzeslage: „Glaubwürdigkeit kann man nicht rechtlich verbriefen, sondern dies muss das Berufsethos richten, aber es kämen sicher mehr korruptive Praktiken ans Licht.“

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Journalistenreisen zur Vorstellung neuer Automodelle einzuladen, das hält Strafverteidiger Sommer sogar für „Korruptionsmaschinen“. In der Tat erinnert der Journalistenverband „Netzwerk Recherche“ in einer jüngst zum Thema vorgelegten Kurzstudie neben dem zuletzt aufgedeckten Fall bei Mazda auch an die Einladungen von Medienvertreter durch Volkswagen zu den Olympischen Spielen in China (2008) oder Luxusreisen für willige Publizisten nach Südafrika auf Kosten von Thyssen-Krupp (2011). So selten scheint diese Art der Einflussnahme also nicht zu sein.

Einen Trend zu gekauftem Journalismus erkennt Hauptgeschäftsführer Manfred Parteina vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft zwar nicht, und auch Präsident Lothar S. Leonhard vom Gesamtverband der Kommunikationsagenturen bittet die kriminelle Energie in Einzelfällen nicht zu überbewerten, doch auch er beobachtet „wachsende Abhängigkeiten, die der Glaubwürdigkeit der Medien zuwiderlaufen“.

[...]

Den gesamten Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 10/2013 der „absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing“. Die gesamte Ausgabe der Zeitschrift für Marketing können Sie hier bestellen oder im Apple-Store die App erwerben.

Kommentare (9)

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Kaurikampf

30.09.2013, 10:47 Uhr

Gut, dass diese Unsitte aufgegriffen wird! Die Autojournalisten, wenn man das so sagen kann, sind dabei nur dienSpitze des Eisberges! Zwischen den Fachorganen und der Industrie besteht bereits eine Symbiose. Das fängt beim Goldenen Lenkrad oder dem Auto des Jahres an, wo abwechseln jede Firma mal dran ist. Selbst wenn Mal Kritik an den Automobilherstellern geäußert wird, dann ist das kalkuliert und sicher vorher abgesprochen, so wie auch Greenpeace seinen Spielraum zum Überleben von den Firmen erhält. In konkreten Fällen in Norwegen weiß ich das definitiv! Ganze Fachredaktionen Quellen über vor Testfahrzeugen, die dort natürlich nicht nur als Transportmittel sondern auch privat eingesetzt werden. Es besteht ein studentischer Hol- und Bringservice um nach 3 Wochen die Testwagen zu tauschen. Selbst der Emsener Kirchebnote hat seine Autoseite. Der betreffende Herr Redakteur wird natürlich auch bedient. Nicht zu erst - aber immerhin doch. Dafür darf er dann die Autos privat fahren und braucht sich vom Finanzamt keinen Geldwerten Vorteil anrechnen lassen! Peter Glodschey, der verstorbene Gründer von Auto-Bild, hat diese Praxis angeprangert und wurde danach von den Mitgliedern des Motor-Presseclubs geschnitten! Das ist leicht zu "er"-googlen !

Account gelöscht!

30.09.2013, 10:48 Uhr

Schön, daß die Redaktion sich mit diesem Thema einläßt, obwohl es ja sicherlich das Handelsblatt nicht betrifft. Ihr würdet Euch nie kaufen lassen, auch nicht von den Klimaschwindlern, deren Propaganda gerade das Debakel des ipcc-Berichts umzuinterpretieren versucht, oder etwa Kriegshetze (jüngstes Beispiel Syrien) für die Amerikaner betreiben - andere Zeitungen tun dies leider schon.

Trotzdem muß ich darauf bestehen, daß dieser Artikel gelöscht wird. Ihr wißt schon: keine Werbeflächen! Und hier wird eindeutig für „absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing“ geworben und der Leser dorthingehend verlinkt für einen Bezahlartikel.

Wie gesagt, es ist schön, daß die HB-Redaktion sich nicht kaufen läßt und ihre Aufgabe rein darin sieht, ihre Leser zu informieren!

Account gelöscht!

30.09.2013, 10:51 Uhr

"Einen Trend zu gekauftem Journalismus erkennt Hauptgeschäftsführer Manfred Parteina vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft zwar nicht, und auch Präsident Lothar S. Leonhard vom Gesamtverband der Kommunikationsagenturen bittet die kriminelle Energie in Einzelfällen nicht zu überbewerten, doch auch er beobachtet „wachsende Abhängigkeiten, die der Glaubwürdigkeit der Medien zuwiderlaufen“. "

Beim Versuch das nun in eine allgemein verständliche Sprache für ganz "normale" Zeitungsleser zu übersetzen, soll mich also zu folgender Einsicht bringen:
Na, man kann zwar hin und wieder beobachten wie die Informationsallmacht gekauft wird, aber sooo schlimm isses nu auch wieder nicht, liebe Leser.
Nu beobachet mal eure Volksvertreter nicht zu genau.
Oder habe ich das jetzt falsch "übersetzt" ?

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