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18.04.2013

13:29 Uhr

Geldinstitut

WGZ Bank bekommt neuen Chef

Werne Böhnke räumt seinen Vorstandsposten bei der Düsseldorfer WGZ Bank und macht den Weg für eine Fusion mit dem Schwesterinstitut frei. Böhnkes Nachfolger beerbte ihn schon einmal auf einem Chefposten.

WGZ Bank: Werner Böhnke wechselt von der Vorstandsspitze in den Aufsichtsrat. dpa

WGZ Bank: Werner Böhnke wechselt von der Vorstandsspitze in den Aufsichtsrat.

FrankfurtÜberraschender Chefwechsel bei der genossenschaftlichen WGZ Bank: Der langjährige Vorstandsvorsitzende Werner Böhnke tritt im Juni ab und geht in den Aufsichtsrat, wie das Düsseldorfer Institut am Donnerstag mitteilte. Nachfolger soll das 60-jährige Vorstandsmitglied Hans-Bernd Wolberg werden. Böhnke (62) habe dies selbst vorgeschlagen. Der Schritt gilt in Finanzkreisen als wichtige Weichenstellung für eine spätere Fusion mit dem Schwesterinstitut DZ Bank, über die immer wieder spekuliert wird. „Wäre jetzt ein Banker von außen an die Spitze gerückt, der am Anfang seiner Karriere steht, wäre das definitiv eine große Hürde für ein Zusammengehen gewesen“, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. „Diese Entscheidung dagegen signalisiert Kontinuität und Offenheit für eine Fusion.“

Böhnke dürfte im nächsten Jahr Aufsichtsratschef werden, da Amtsinhaber Dieter Philipp dann die Altersgrenze von 70 Jahren erreicht. Der scheidende Bankchef kennt den genossenschaftlichen Finanzverbund so gut wie kaum ein anderer in Deutschland. „Hier passt die Bezeichnung Urgestein wie selten sonst“, sagte ein Bankinsider. Er arbeitet dort in verschiedenen Funktionen seit mehr als 47 Jahren, davon 16 Jahre im Vorstand der WGZ Bank - dem Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken im Rheinland und in Westfalen. Im vergangenen Jahr verdiente die Bank fast 400 Millionen Euro und damit soviel wie noch nie in der Firmengeschichte. Wolberg war Böhnke vor vielen Jahren schon einmal nachgefolgt – im Chefsessel der Volksbank Münster.

Die größten Genossenschaftsbanken 2012

Platz 10

Sparda-Bank München

Bilanzsumme: 6,1 Milliarden Euro

Platz 9

Volksbank Mittelhessen

Bilanzsumme: 6,4 Milliarden Euro

Platz 8

Bank für Sozialwirtschaft

Bilanzsumme: 7,3 Milliarden Euro

Platz 7

BB Bank

Bilanzsumme: 7,7 Milliarden Euro

Platz 6

Sparda-Bank West

Bilanzsumme: 8,1 Milliarden Euro

Platz 5

Frankfurter Volksbank

Bilanzsumme: 8,2 Milliarden Euro

Platz 4

Sparda-Bank Südwest

Bilanzsumme: 9,4 Milliarden Euro

Platz 3

Berliner Volksbank

Bilanzsumme: 10 Milliarden Euro

Platz 2

Sparda-Bank Baden-Württemberg

Bilanzsumme: 12,8 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Apotheker- und Ärztebank

Bilanzsumme: 38 Milliarden Euro

Quelle

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

In den vergangenen Jahren sind mehrere Anläufe zu einer Fusion mit der deutlich größeren DZ Bank gescheitert. Böhnke hatte wiederholt Zweifel an einem Zusammengehen, unter anderem weil das Schwesterhaus anders als die WGZ Bank in der Finanzkrise einen milliardenschweren Kapitalbedarf hatte. DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch hat die Eigentümer für dieses Jahr auf eine weitere Kapitalspritze vorbereitet und dies mit der schärferen Regulierung begründet. „Erst wenn das Kapitalthema durch ist, kann es einen neuen Anlauf zu einer Fusion geben“, heißt es aus beiden Instituten. Derzeit gebe es keine Gespräche. In vielen Bereichen arbeiten die Institute bereits zusammen, um Kosten zu sparen.

Die Lobbyisten der Banken

Chrisoph Brand

Chrisoph Brand, Goldman Sachs, Leiter Öffentlicher Sektor, 28 Kontakte, unter anderem:

  • vier Treffen mit Finanzminister Wolfgang Schäuble
  • 25 Treffen mit Eckart von Klaeden, Staatsminister im Kanzleramt
  • 13 Treffen mit Jörg Asmussen, früherer Staatssekretär BMF
Martin Blessing

Martin Blessing, Chef der Commerzbank, 17 Kontakte, unter anderem:

  • ein Gespräch mit Roland Profalla, Chef des Bundeskanzleramts
  • zwölf Treffen mit Wolfgang Schäuble, Finanzminister
  • drei Treffen mit Jörg Asmussen, früherer Staatssekretär BMF
  • Reise mit Angela Merkel nach Russland und China
Jürgen Fitschen

Jürgen Fitschen, Co–Chef der Deutschen Bank, 8 Kontakte, unter anderem:

  • ein Gespräch mit Angela Merkel, Bundeskanzlerin
  • ein Gespräch mit Wolfgang Schäuble, Bundesfnanzminister
  • ein Gespräch mit Jochen Hossmann, Staatssekretär im Wirtschafsministerium
  • Reise mit Angela Merkel nach Kenia, Nigeria, Angola und Portugal
Klaus-Peter Müller

Klaus-Peter Müller, Aufsichtsratschef der Commerzbank, 8 Kontakte, unter anderem:

  • ein Gespräch mit Staatsminister Eckhart von Klaeden
  • ein Gespräch mit Jörg Asmussen, früherer Staatssekretär BMF
  • ein Gespräch mit Finanzminister Wolfgang Schäuble
Mark Pohlmann

Mark Pohlmann, Co-Chef UBS Investment-Banking Deutschland, 8 Kontakte, unter anderem:

  • drei Gespräche mit Werner Gatzer, Staatssekretär im Finanzministerium
  • drei Gespräche mit Hans Bernhard Beus, Staatsekretär im Finanzministerium
Anshuman (Anshu) Jain

Anshuman (Anshu) Jain, Co-Chef der Deutschen Bank, 6 Kontakte, unter anderem:

  • zwei Gespräche mit Angela Merkel
  • ein Gespräch mit Philipp Rösler, Wirtschaftsminister
  • zwei Gespräche mit Finanzminister Wolfgang Schäuble
  • zwei Gespräche mit Jörg Asmussen, früherer Staatssekretär BMF
Thomas Meyer

Thomas Meyer, Volkswirt der Deutschen Bank, 6 Kontakte, unter anderem:

  • zwei Gespräche mit Philipp Rösler, Wirtschaftsminister
  • ein Gespräch mit Anne Ruth Herkes, Staatsekretärin im Wirtschaftsministerium
  • ein Gespräch mit Wirtschaftsminister Wolfgang Schäuble
  • ein Gespräch mit Jörg Asmussen, früherer Staatssekretär BMF
Thomas Matussek

Thomas Matussek, Cheflobbyist der Deutschen Bank, 6 Kontakte, unter anderem:

  • ein Gespräch mit Eckhart von Klaeden, Staatsminister im Kanzleramt
  • ein Gespräch mit Stefan Kapferer, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium
  • ein Gespräch mit Hans-Joachim Otto, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium
Michael Rüdiger

Michael Rüdiger, Chef für Zentraleuropa Credite Suisse, fünf Kontakte, unter anderem:

  • zwei Gespräche mit Eckart von Klaeden, Staatsminister im Kanzleramt
  • ein Gespräch mit Roland Profalla, Chef des Bundeskanzleramtes
  • zwei Gespräche mit Jörg Asmussen, früherer Staatssekretär im BMF
Martin Wiesmann

Martin Wiesmann, Mitglied Geschäftsleitung JP Morgan, fünf Kontakte, unter anderem:

  • ein Gespräch mit Eckart von Klaeden, Staatsminister im Kanzleramt
  • ein Gespräch mit Werner Gatzer, Staatssekretär im Finanzministerium
  • zwei Gespräche mit Hans Bernhard Beus, Staatssekretär im Finanzministerium

Kirsch setzt hier auf Kontinuität: „Herr Böhnke und ich konnten unsere beiden Häuser in den letzten Jahren näher zusammenführen. Das wird sich auch in der neuen personellen Konstellation weiter fortsetzen“, erklärte er. Auch Böhnke kündigte an, weiter an der Zukunft der genossenschaftlichen Bankengruppe zu arbeiten. Sollte es zu einem Zusammenschluss kommen, gilt es als wahrscheinlich, dass Kirsch Vorstandsvorsitzender des neuen Instituts und Böhnke Aufsichtsratschef wird.

Von

rtr

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