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22.03.2006

15:45 Uhr

Generationswechsel im Vorstand

Kleinfeld holt seine Leute an die Siemens-Spitze

Rund ein Jahr nach seinem Amtsantritt ordnet Siemens-Chef Klaus Kleinfeld den Vorstand des Unternehmens neu. Mit der Berufung von drei neuen Vorständen drückt er Deutschlands größtem Elektrokonzern immer stärker seinen Stempel auf und setzt für die Zukunft neue Schwerpunkte.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld drückt dem Konzern seinen Stempel auf.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld drückt dem Konzern seinen Stempel auf.

HB MÜCHEN. Nach dem Verkauf der Handysparte und weiteren harten Sanierungsmaßnahmen wird nun auch der neue Vorstand ganz nach den Vorstellungen des 48-jährigen Vorstandsvorsitzenden verjüngt und internationaler ausgerichtet. Im Zuge der Personalrochaden tritt auch Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger zurück, der sich vor der Berufung Kleinfelds ebenfalls Hoffnungen auf den Chefsessel gemacht hatte.

In einer internen Email erklärte Neubürger, er wolle sich erst einmal eine Auszeit nehmen und sich beruflich neu orientieren. Der 53-jährige dürfte keine Probleme haben, einen neuen Job zu finden. Nach zehn Jahren bei JP Morgan war er 1989 zu Siemens gekommen. Gemeinsam mit Heinrich von Pierer, heute Aufsichtsratsvorsitzender, modernisierte er den verschlafenen Industriegiganten Siemens und fädelte unter anderem die Abspaltung der Halbleitersparte ein. Seine Rücktrittsankündigung kam zum jetzigen Zeitpunkt zwar überraschend, weil es zuvor keine Spekulationen gegeben hatte. Völlig unerwartet kam der Schritt aber nicht. „Es ist klar, dass jemand wie Neubürger nicht unbedingt ein Leben lang Finanzvorstand bleiben will“, sagte ein Branchenexperte.

Die Nachfolge Neubürgers tritt Strategiechef Joe Kaeser an, der einst gemeinsam mit Pierer die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche in den deutschen Telefon-Werken von Siemens ausgehandelt hatte. „Kaeser gilt als enger Vertrauter Klaus Kleinfelds und hatte sich unter anderem als ICM-Bereichsvorstand durch seine Härte in der Auseinandersetzung um die Standorte Bocholt und Kamp-Lintfort hervorgetan“, erklärte die IG Metall am Mittwoch. Schon die Ernennung Kaesers zum Strategiechef sei wohl eine Belohnung für seine harte Verhandlungsführung im Streit um Kostensenkungen in den Telefonwerken gewesen.

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