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02.01.2007

08:03 Uhr

Gentest

Hürden für Vaterschaftstest sollen sinken

Da heimliche Gentests ohne Zustimmung der Mutter vom Bundesgerichtshof (BGH) für illegal erklärt wurden (XII ZR 227/03), sollen im Gegenzug Männer, die ihr Kinderglück anzweifeln, ihren Antrag auf einen Test vor Gericht nicht mehr so mühsam wie bisher begründen müssen.

Das sagt Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Sie will im Januar einen Gesetzesentwurf vorlegen. Bisher mussten Männer stichhaltige Beweise für ihren Verdacht vorlegen, was ihnen in der Praxis selten gelang. Im Fall, über den der BGH richtete, hatte ein unverheirateter Mann zunächst die Vaterschaft für seine Tochter anerkannt, die aus einer zwei Jahre dauernden Beziehung stammt. Jahre später kamen dem Mann aber Zweifel und er ließ ohne Wissen der Mutter eine Speichelprobe des Mädchens von einem privaten Labor untersuchen. Das Ergebnis war negativ.

Der gehörnte Erzeuger zog vor Gericht und wollte seine Vaterschaft für das mittlerweile zwölfjährige Kind anfechten. Bei den Bundesrichtern biss er aber auf Granit, weil ein Gentest ohne Zustimmung des Betroffenen gegen dessen Grundrecht verstoße, ausschließlich selbst über persönliche Informationen zu bestimmen. Die Laborergebnisse seien daher nicht vor Gericht verwertbar.

Derzeit läuft eine Beschwerde des Mannes gegen dieses Urteil vor dem Bundesverfassungsgericht. Die Aussichten auf Erfolg sind allerdings gering. Künftig will Justizministerin Zypries heimliche Vaterschaftstests sogar unter Strafe stellen.

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