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12.04.2011

10:27 Uhr

Gerhard Zeiler irritiert

John de Mol bietet gegen RTL

VonHans-Peter Siebenhaar

In den Beneluxländern unterstützt John de Mol den finnischen Konzern Sanoma im Bieterkampf gegen RTL - obwohl der Medienmilliardär auch bei RTL Anteile hält. Das irritiert RTL-Chef Gerhard Zeiler.

John de Mol, einer der erfolgreichsten Medien-Macher der Welt. Quelle: obs

John de Mol, einer der erfolgreichsten Medien-Macher der Welt.

DüsseldorfMedienmilliardär John de Mol hat Gerhard Zeiler, den Vorstandschef der Sendergruppe RTL, im Bieterkampf um den Fernsehmarkt in den Beneluxländern herausgefordert. Der „Big-Brother-Erfinder“ de Mol ist Partner des finnischen Printkonzerns Sanoma, der für die niederländischen und belgischen Kanäle von Pro Sieben Sat 1 bietet.

Dass ausgerechnet de Mol mit den Finnen im Bieterwettbewerb um die holländischen Kanäle gemeinsame Sache macht, ist für RTL-Chef Zeiler ärgerlich. Schließlich ist der eigenwillige TV-Unternehmer de Mol seit Juni 2007 mit seiner Medienholding Talpa mit 26,3 Prozent an RTL in den Niederlanden beteiligt und verdient damit viel Geld.

Zeiler, Chef von Europas größtem TV-Konzern, will unterdessen die belgischen Sender VT 4 und VijfTV von Pro Sieben Sat 1 unbedingt übernehmen. Denn die flämischen Kanäle würden aus RTL-Sicht einen weißen Fleck auf der europäischen Landkarte tilgen. Bislang ist die Bertelsmann-Tochter nur in Wallonien, dem französischen Teil Belgiens, präsent. Der Wert der beiden Kanäle soll bei rund 150 Millionen Euro liegen. Sowohl RTL als auch der finnische Zeitschriftenriese Sanoma haben bereits ein verbindliches Angebot abgegeben. Das bestätigte Pro Sieben Sat 1 gestern.

Das Verhältnis zwischen Gerhard Zeiler und John de Mol gilt trotz gut laufender Geschäfte als schwierig. In der Vergangenheit kam es zu einer Reihe von Meinungsverschiedenheiten. Laut Zeiler sind die Irritationen aber passé. „Die Arbeit, die John de Mol sowohl als Gesellschafter und als Kreativer leistet, ist exzellent“, sagte Zeiler erst kürzlich im Interview mit dem Handelsblatt. „Es läuft sehr gut mit ihm.“

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