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03.06.2016

06:35 Uhr

Gerry-Weber-Gründer wird 75

Gerhard Weber – ein Modemanager mit Sporttick

Über Jahrzehnte baute Gerhard Weber in Ostwestfalen ein Modeimperium auf. Vor zwei Jahren zog er sich aus dem operativen Geschäft zurück. Jetzt wird er 75. Für Schlagzeilen sorgte er auch mit seinem Engagement im Sport.

Der Unternehmer wird am Freitag 75 Jahre alt. dpa

Gerhard Weber

Der Unternehmer wird am Freitag 75 Jahre alt.

Halle/WestfalenIn einer für die Branche schwierigen Zeit feiert Gerhard Weber am Freitag seinen 75. Geburtstag. Der Mitgründer des Modekonzern Gerry Weber hat aus dem Nichts ein Unternehmen auf die Beine gestellt, das heute bei der Damenoberbekleidung zu den ganz großen der Branche zählt. In Spitzenzeiten kratzte der im SDax notierte Modeanbieter an der Umsatz-Grenze von einer Milliarde Euro. Vor zwei Jahren legte Weber das operative Geschäft in die Hände seines Sohnes Ralf. Als Aufsichtsrat ist er aber noch nah dran an den Entscheidungen.

In dieser Rolle musste er im März miterleben, wie sein Sohn harte Einschnitte verkündete. Bei der Neuausrichtung streicht das Management jede zehnte von 7000 Stellen. Auch 100 von 1000 Filialen fallen weg. Die Modeindustrie kämpft im Internet um neue Kundschaft und liefert sich harte Preiskämpfe.

Die größten Textilhändler in Deutschland

Rang 10

Tchibo / Ernsting's Family
Die Unternehmen aus Hamburg und Coesfeld teilen sich den zehnten Platz mit einem Umsatz von 1,01 Milliarden Euro. Damit schlugen sie 2014 aber etablierte Modefilialisten wie Esprit, Inditex oder den Onlinehändler Zalando.

Quelle: „Textilwirtschaft“

Rang 9

Aldi-Gruppe
Die beiden Discounter (Aldi Nord/Aldi Süd) erzielten 2013 einen geschätzten Textilumsatz von 1,04 Milliarden Euro, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Damit kann Aldi Rang neun verteidigen.

Rang 8

Lidl
Die Neckarsulmer liegen mit einem Textilumsatz von rund 1,08 Milliarden Euro auf Rang acht.

Rang 7

Tengelmann
Die Mülheimer, die rund 82 Prozent der Billig-Kette Kik besitzen, erwirtschafteten 2014 einen geschätzten Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro, ein leichtes Plus zum Vorjahr.

Rang 6

Peek & Cloppenburg
Die Düsseldorfer belegen in der Rangfolge der größten Textileinzelhändler in Deutschland mit einem Jahresumsatz von 1,34 Milliarden Euro Platz sechs.

Rang 5

Karstadt
Deutlich geschrumpft ist erneut der Umsatz bei Karstadt - nach „Textilwirtschaft“-Schätzung um mehr als 300 Millionen Euro auf 1,58 Milliarden Euro. Dennoch wird Platz fünf verteidigt.

Platz 4

Metro
Die Düsseldorfer Metro-Group schafft mit Textilien im Jahr 2014 geschätzte 2,25 Milliarden Euro Umsatz.

Platz 3

C&A
Noch ein Düsseldorfer Unternehmen - mit einem Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Euro ist C&A der drittgrößte Textileinzelhändler in Deutschland. Allerdings sind die Einnahmen seit Jahren rückläufig.

Platz 2

H&M
Die schwedische Modekette H&M steigert den Umsatz 2014 deutlich. Die Erlöse belaufen sich in Deutschland auf 3,8 Milliarden Euro.

Platz 1

Otto
Der größte Textileinzelhändler in Deutschland bleibt der Hamburger Versandhändler Otto Group mit einem Textil-Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2014.

Wie sehr leidet der Firmengründer? „Ich fühle hier mit. Schließlich habe auch ich viele Jahre mit diesen Mitarbeitern verbracht, wir haben zusammen schon viel erlebt“, sagt Gerhard Weber der Deutschen Presse-Agentur. Aber es helfe nichts: Angesichts der Entwicklung in der gesamten Modebranche seien die Einschnitte unausweichlich.

Ungewohnt offen für Manager hatte sein Sohn im März von eigenen Fehlern gesprochen. Intern aber gibt Vater Gerhard sich selber eine große Mitschuld. Viel früher hätte auch er gegensteuern müssen, wie ihn Wegbegleiter zitieren. „Es gilt jetzt für die neue Generation, das Beste aus dem Umbruch der Branche zu machen. Sicherlich ist das Thema Mode heute viel komplexer und deshalb schwieriger zu managen als noch vor 50 Jahren“, sagt der Jubilar. Damals gründete er zusammen mit Udo Hardieck den Gerry-Weber-Vorläufer, die Hatex KG.

Sein Geschäftssinn wird von Mitarbeitern und Wegbegleitern bewundert. Sein Umfeld kritisiert nur seine manchmal aufbrausende Art. „Er weiß halt alles besser“, lautet das Fazit, dass nicht nur negativ gemeint ist. In einem Interview mit der „Neuen Westfälischen“ zum 70. Geburtstag kokettierte Weber mit diesem Besserwisser-Image.

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