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16.12.2013

15:51 Uhr

Geschäfte im Ausland

Volles Haar für Asien

VonChristoph Kapalschinski

Eduard Dörrenberg befreite Alpecin vom Altherren-Image. Nun drängt er nach Fernost. Hongkong, Macao, Singapur: Das Shampoo soll zur Weltmarke werden. Das ist nicht ohne Risiko für seinen Familienkonzern Dr.Wolff.

Hauptsache volles Haar: Das spielt auch in Asien eine große Rolle. obs

Hauptsache volles Haar: Das spielt auch in Asien eine große Rolle.

DüsseldorfEduard Dörrenberg hat bereits einmal alles auf eine Karte gesetzt - und Erfolg gehabt. Als er mit 29 Jahren im Familienunternehmen Dr. Wolff anfing, machte er mit hohen Werbe-Investitionen aus dem Altherren-Haarwasser "Alpecin" eine trendige Koffein-Anwendung gegen Haarausfall.

Nach dem Erfolg in Deutschland soll 15 Jahre später die nächste Stufe starten. Wieder geht Dörrenberg, Urenkel des Firmengründers, mit Millionen ins Risiko: Alpecin soll nicht nur die europäischen Nachbarländer, sondern auch Hongkong, Macao und Singapur erreichen - also über Südostasien zur Weltmarke werden.

Auf ins Ausland: Fakten zur Expansion

800.000

800.000 von 3,55 Millionen Mittelständlern sind auf internationalen Märkten aktiv. Unter Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten exportieren 21 Prozent ihre Waren ins Ausland. Bei größeren Betrieben liegt die Quote mit 23 Prozent nicht nennenswert höher.

(Quelle: ZEW, KfW Bankengruppe)

85 Prozent

85 Prozent aller Auslandsinvestitionen von kleinen Unternehmen werden aus Eigenmitteln bestritten – nur 14 Prozent erhalten dafür einen Bankkredit. Insgesamt hat jedes dritte Unternehmen Geldprobleme, wenn es seine internationalen Aktivitäten ausweiten will.

70 Prozent

70 Prozent aller Auslandsinvestitionen haben das Ziel, neue Kunden zu gewinnen. Hinter 16 Prozent der Expansionsvorhaben steht indes die Absicht, auswärts billigere Arbeitskräfte zu finden.

231.000

231.000 Euro Umsatz erzielen deutsche High-Tech-Unternehmen, die auf Auslands märkten aktiv sind, durchschnittlich im ersten Geschäftsjahr – fast doppelt so viel wie Unternehmen, die nur den Heimatmarkt bedienen. Wer international erfolgreich ist, wächst außerdem schneller.

"Der Start ist sehr erfolgreich, die Erwartungen wurden deutlich übertroffen", jubelt Dörrenberg nach nur wenigen Monaten am Markt in Hongkong. Vergangenen Monat sei zudem die Fernsehwerbung in Macao gestartet, vor einigen Tagen diejenige in Singapur. Das Konzept: Dörrenberg will sich zunächst auf drei Produkte gegen Haarausfall beschränken und sie als "German Engineering" bewerben.

Trotz der Anfangserfolge: Ein Selbstläufer ist die Expansion nicht. Der Apfelkorn-Hersteller Berentzen, ähnlich groß wie Dr. Wolff, hat Globalisierungspläne bereits zurückgesteckt. Und der direkte Konkurrent bei Shampoos, der Nivea-Hersteller und Weltkonzern Beiersdorf, schreibt im China-Geschäft seit Jahren Verluste.

Dörrenberg ficht das nicht an. "Wir trauen uns, Fehler zu machen, müssen aber durch gutes und ehrliches Controlling auch schnell daraus lernen", sagt er. So habe es in Großbritannien vier Jahre gedauert, bis Alpecin ein Erfolg geworden sei. 2012 verkaufte sich das Shampoo immerhin 1,3 Millionen Mal auf der Insel. Dazwischen lagen ein neuer Slogan und eine neue Landes-Managerin. Auch die Expansion in die Niederlande, Heimatland des Haarpflege-Giganten Unilever, läuft noch nicht wie geplant. "Generell gilt, dass wir nicht alle Länder machen müssen - und es kann sein, dass es Länder gibt, wo die Männer sich nicht wirklich um ihre Haare kümmern wollen", schimpft Dörrenberg mit Blick auf Holland.

Kommentare (1)

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Uli

16.12.2013, 16:47 Uhr

Viel Erfolg in Asien lieber Dr. Wolff und nur weiter so.
Ich selbst fahre übrigens einen alten Mercedes - LKW von der Firma Dr. Wolff Arzeneimittel( Bj. 1986 ) immer noch mit der Firmenaufschrift, der aber zum großen Wohnmobil umgebaut ist und mit dem wir völlig autark ( 12 V, 24 V, 230 V, Solar und Generator, WC, Dusche, Ikea Einbauküche etc.) seit Jahren Europa erkunden und später auch noch auf dem Landweg nach Indien wollen. Vielleicht gibt's bis dahin das Doping für die Haare dann ja auch dort. Oder ich liefere gleich die erste Charge in Delhi und Mumbai aus und finanziere mir damit die Reise? Wer weiß?!!

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